Nachdenkliches · Kurzgeschichten

Von:    Becci      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 21. Dezember 2004
Bei Webstories eingestellt: 21. Dezember 2004
Anzahl gesehen: 3108
Seiten: 2

[als eine art fortsetzung zu #PUZZLE# vom jan.03]



#1:

bin ich eigentlich eine schlechte verliererin? ja looserin, auf ganzer strecke. selbst schuld, wenn du denkst, du könntest warten, die zeit rennt ja nicht davon und irgendwann später, vielleicht viele jahre später, kämt ihr dann doch noch zusammen. falsch gedacht, dein "only time can tell" kannst du dir sonstwo hin stecken. von wegen, ihr würdet euren weg gehen, eure erfahrungen sammeln, erwachsen werden und euch irgendwann wieder finden. du verträumtes kind! das leben ist kein traum und läuft auch nicht so ab, wie du es dir träumst! du hast außer acht gelassen, dass erfahrungen einen menschen verändern, ihn selbst, seine ansprüche, seine weltsicht, seine erwartungen an andere menschen und an das leben.



der zug ist längst abgefahren und du hast es verpeilt, dich davor zu schmeißen. er wird nie zu dir gehören.



ich weiß, keiner versteht, was ich rede, ich schreibe nur wirres zeug. irgendwelche gedanken eben, die mir durch den kopf gehen.. ich muss weinen, weil ich so einen riesigen scherbenhaufen vor mir liegen sehe. nichts ist mehr wie es war, nichts bleibt wie es ist... das was mich immer aufrecht gehen ließ, was mich tapfer sein ließ, liegt am boden. wie eine seifenblase zerplatzt. wir werden nie mehr als freunde sein und selbst um die freundschaft muss ich kämpfen.

er raubt kräfte und schenkt alles ihr. alles zu ihr. alles zu ihr. sie ist die prinzessin der welt, mit einem mächtigen zepter in der hand und einem bösen blick, der ihren untertan erstarren lässt und willig macht. ihre armee sind ihre tränen, mit denen sie alles bekommt und sie kann alles fordern - der untertan ist ihr hörig.

revolution!, schreit es in mir, putsch! nieder mit der prinzessin, verbrennt ihr schloss, treibt ihr den sand des vergessens in die augen und lasst ihren untertanen frei. schickt sie in die wüste, sie soll das leben lernen und nicht die zerstörung von leben. wie soll sie jemals gut für jemanden sein, wenn sie in ihrem hohen märchenturm bleibt und den prinzen dort als untertan einsperrt, statt mit ihm raus in die welt zu gehen?

freiheit, frau freiheit wartet vor den toren und du gehst nicht zu ihr hinaus. draußen ist es kalt und du bittest sie nicht mal ans feuer.
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siehst du nicht, wie sie um dich weint? du bist verloren, verlierst dich immer mehr und sie muss dir zusehen, einfach nur zusehen. fühlst du dich wohl in deinem goldenen käfig, in dem ich nicht mal besuchsrecht besitze?





#2:

ich will nicht, dass dieser mensch immer noch soviel einfluss auf mich hat, das steht ihm nicht zu. es gibt kein 'wir', das hat es vielleicht mal für einige momente gegeben, aber es war illusion, es war nicht echt, es gab niemals ein wirkliches 'wir'. und weil du du bist und ich ich bin, sollten wir daran auch nichts ändern. bitte lass mich ich sein.



ich tanze durch die tränennasse nacht und singe halleluja, ich liebe mein leben, ich liebe das verzauberte, ich liebe dich. ich dachte, ich hätte schon längst aktzeptiert, dass du nunmal zu meinem leben gehörst, wie fledermäuse zu der nacht - immer da, aber selten sichtbar und keinem gehörend. wer hat dir als kind über die stirn gestrichen und dir deine funkelnden augen geschenkt? wo kommst du her, wo gehst du hin, wer warst du.. und wer bist du nun?

ich sah dich an und konnte nicht mehr wegsehen. du warst zum anfassen nah und nicht mehr ein vergilbtes bild aus fast vergessenen zeiten. plötzlich ist die vergangenheit wieder realität und nicht mehr das märchen, das mir mein herz immer wieder von dem jungen mann erzählte, der in mir wohnt.

ich hab dich dort gelassen, du hattest eine kleine gemütliche ecke und ließt dich mit allem arrangieren; warst ein teil von allem, von mir, ohne zu stören. nun ist deine ecke ein wildes chaos, alles drückt und kneift und wenn man zu dir hineinschaut, sieht man überall scherben. jemand hat dir die fenster eingeschlagen und du liegst bewusstlos am boden. man sieht mich weinend neben dir. raubüberfall.

wann wachst du wieder auf?



sie ist auf kreuzzug und brennt alles nieder, wo du heimat fandest. du küsst ihre flagge, lässt es geschehen und siehst einfach zu wie sie alles, wie sie dich zerstört. sie hat dich in ihren bann gezogen und du bist ihre marionette, bist ihre macht. ohne dich ist sie nichts.



es wird nie wieder wie es war, es wird nie mehr sein wie es ist, flüstert es durch die straßen.

und ich tanze durch die tränennasse nacht und singe das vergessene lied der liebe.
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urch die tränennasse nacht und singe das vergessene lied der liebe.
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Punktestand der Geschichte:   25
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Kommentare zur Story:

  möchtest du wirklich antworten haben, oder sind die fragen rethorischer art? *lächel*  
Becci  -  25.12.04 22:16

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  Schwierig, schwierig....
Geht es um jemanden, den du liebst? Dann möchte ich hier nicht interpretieren, sondern dir nur sagen: Solange du ihn liebst, kannst du keine Freundschaft haben - ist zumindest meine Erfahrung.
Sollte hier eine Mutter ihren Sohn beweinen("wer hat dir als kind über die stirn gestrichen und dir deine funkelnden augen geschenkt?"), den sie an die Frau verliert, die er liebt? Aber Mütter tanzen nicht durch tränennasse Nächte und singen vergessene Lieder von der Liebe.
Um das Ganze mal losgelöst von der Autorin zu betrachten: Schreiberisch toll, du spielst im zweiten Teil mit Bildern, die ineinander übergehen, fließen. Du hasst Sie mit tränenüberströmten Gesicht, auch Sie muss dir einmal wichtig gewesen sein. Grmpf - bin ja schon wieder bei der Autorin.
Später vielleicht mehr. Fünf Punkte ist mir dieses Werk allemal wert :-)

Grüße vom Grafen!  
Graf Zahl  -  22.12.04 20:55

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