Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten

Von:    Sommertänzerin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 25. Juni 2008
Bei Webstories eingestellt: 25. Juni 2008
Anzahl gesehen: 2252
Seiten: 3

Henriko fand den herausgerissenen Zettel unter dem Küchentisch. Ein Blick reichte, um zu erahnen, um welchen Schrieb es sich handelte. Er musste mir aus der Mappe gefallen sein. Bestürzt und schweigend saß er am Küchentisch, den Kopf auf die Hände gestützt, Denk- und Sorgenfalten auf der Stirn ...



"Warum?" unterbrach er das Schweigen.

"Warum?" wurde er lauter

"Waaaaarum?" schrie er und haute mit der Faust auf den Tisch.



Ich holte kurz Luft und sagte: "Aber...!"



"Nichts aber," antwortete Henriko. "Komm mir nicht damit, dass es nicht das ist, wonach es aussieht."



"Aber Henriko, hör doch mal zu...!" wisperte ich.



"DU hörst mir nun zu," fauchte er mich an.

"DU hörst mir nun zu, wenn ich deinen Tagebucheintrag lese. Und du hörst mir genau zu, jedes Wort. Jedes einzelne Wort soll in deinen Ohren schmerzen, so wie es mir beim Lesen in meiner Seele geschmerzt hat."



Henriko nahm den Zettel in die Hand, zitterte ein wenig und sah mit gluterfüllten Augen auf das Papier und begann zu lesen ...



"Es war ein Sommertag im Juni. Die Arbeit stresste und mir saß wieder ein Streit mit meinem Freund tief im Nacken. Dank des schönen Wetters wurde mir wenigstens ein Spaziergang im Park nicht verwehrt. So saß ich später auf der Bank, zog mir meine Sandalen aus, krempelte mir die Jeans ein wenig hoch, lehnte mich mit geschlossenen Augen zurück, um mich ein wenig zu sonnen. Das tat gut - Enspannung Pur.



"Haben sie vielleicht Feuer für mich" bat mich kurze Zeit später eine freundliche Stimme.



"Aber sicher" antwortete ich keck und blinzelte den jungen Mann mit dem durchtrainierten Körper an.

"Das kommt aber nicht gut, Rauchen nach dem Joggen," meinte ich frech.



Verschmitzt lächelte der Bursche und setzte sich neben mich. Wir kamen ins Gespräch.

Einen schönen Mann hatte die Bank da angelockt. Braungebrannt war der Sunnyboy, stahlblaue Augen und schwarzgelockte Haare. Wunderschönes Lächeln und Muskeln, die bei jeder Bewegung zuckten.
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Gut dass ich keine Dogge bin, dann würde mir der Speichelfaden schon bis zum Boden hängen, dachte ich mir."



Henriko nahm sein Kinn zwischen die Finger, drehte seinen Kopf kurz zur Seite, so dass es knackte und schnaufte kurz durch die Nase. Das tat er immer, wenn er nachdachte.



"Ich fühlte mich immer mehr hingezogen zu dem jungen Mann. Am liebsten hätte ich ihm sein weißes Rippshirt vom Leibe gezogen. Unsere Blicke verrieten Einiges. Er schien auch von mir nicht abgeneigt zu sein. Seinen Arm hatte er bereits hinter mir auf der Banklehne abgelegt und ich spürte seine Fingerspitzen langsam an meinem Rücken runterfahren. Ich bekam eine Gänsehaut. Lange würde ich dieser Versuchung nicht standhalten."



Henriko räusperte sich.



"Ich schaute dem Unbekannten tief in die Augen und unsere Lippen kamen sich langsam näher. Nach einem leidenschaftlichen Kuss zog er mich auf seinen Schoß und liebkoste meinen Hals. Seine Hände hatten schon die Gegend unter meinem Top erkundet. Er streichelte meinen Rücken und öffnete meinen BH. Dann tastete er sich langsam und feinfühlig nach vorn ...



Wir gaben uns unsererer Leidenschaft hin, versanken im Meer der sexuellen Sehnsüchte, küssten, streichelten und liebten uns, vergaßen Alles um uns herum.



Ob uns Jemand sah, das wusste ich nicht und war mir ausnahmsweise auch egal. Es war einfach zu schön. Spontan, anregend, spannend, leidenschaftlich, sensationell.

Wohl unter dem besten Sex meines Lebens einzuordnen."



Henriko blickte kurz auf, schien durch mich hindurch zu blicken und hatte Tränen in den Augen.



"Es ging alles sehr schnell. Und eh' ich mich versah, da war der Mann auch wieder weg. Ich sah ihn danach nie wieder ..."



Henriko war fertig. Mit dem Lesen und den Nerven. Die letzten Zeilen brummte er unbetont vor sich hin. Er schaute mich mit einem Blick aus Besorgnis, Kummer, Wut und Eifersucht an.



"Jetzt kannst du reden," meinte er ruhiger, aber immer noch traurig, zu mir.



"Es ist nur eine Geschichte, Henriko." antwortete ich und zwang mir ein schüchternes Lächeln mit zuckenden Mundwinkeln auf.
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Dann packte ich meinen Vertrag mit der Firma SFEH (Stories für einsame Hausfrauen) aus und zeigte es ihm. Die erste Ausgabe eines Groschenheftchens mit einer meiner gedruckten Stories lag auch dabei.



Henriko starrte mich erst ungläubig an und dann verzog er das Gesicht. Das Theater schien ihm unangenehm zu sein. Schmollend grummelte er: "Weiber!!" und setzte sich vor den Fernseher um Fußball zu gucken.



Egal was ich auch getan hätte, er wäre ohnehin darauf reingefallen. Diese Tatsache schien ihn mehr zu wurmen, als Alles andere. Männer eben ...
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