Das große Haus am Ende der langen Auffahrt liegt still in der Abendsonne. Der Garten erstreckt sich weitläufig, Zitronenbäume säumen den Zaun, der das Haus umgibt. Das Abendlicht zeichnet sanfte Schatten.
Summer sitzt in ihrem Büro im ersten Stock, brütet über Bestellungen für den Laden. Durchs Fenster weht die laue Abendluft, die Geräusche des Sommers dringen herein.
Sie schließt den Laptop und lehnt sich zurück. Der Tag war lang. Ein Glas Wein im Garten wäre ein guter Abschluss. Sie steht auf, schnappt sich ihr Buch, geht die Treppe hinunter. Nur schnell in die Küche und dann raus in die milde Sommerabendluft.
Gerade als sie den Flur überquert, fliegt die Haustüre auf, etwas schlägt hart gegen den Türrahmen, Schritte hallen. Summer wirbelt herum. Zayden Rossi, der beste Freund ihres Bruders, stürzt ins Haus. Sein Hemd ist an der Seite dunkel getränkt, eine Hand presst er gegen seine Rippen, zwischen seinen Fingern tropft das Blut zu Boden. Sein Atem geht schwer, doch seine Augen sind wach und fokussiert.
“Verdammt Scheiße!” Er bleibt stehen, lehnt sich gegen die Wand, zieht scharf die Luft ein. Dann sieht er Summer und erstarrt. “Was zum Teufel machst du hier? Los, verschwinde, das hier ist kein verdammtes Theaterstück.”
Er richtet sich auf, obwohl es sichtbar schmerzt. “Du sollst das nicht sehen.” Er versucht an Summer vorbeizugehen, Richtung Wohnzimmer, schwankt kurz, fängt sich aber wieder.
“Es ist nichts. Ein Kratzer.” Sein Stolz steht ihm ins Gesicht geschrieben. “Und du gehst jetzt!”
Summer reagiert schnell, läuft zu Zayden und stützt ihn. Er stößt scharf die Luft aus. Sein Körper spannt sich reflexartig an, als würde jeder seiner Instinkte sich dagegen wehren, sich helfen zu lassen.
“Ich wohne hier, Rossi!”, schnaubt sie. “Was zur Hölle ist passiert?” Sie bringt ihn ins Wohnzimmer, platziert ihn in einem Sessel.
“Verdammt, Summer -” Fluchend lässt er zu, dass Summer die Kontrolle übernimmt. “Ich hab gesagt, ich brauche keine -”
Summer drückt ihn in den Sessel. Der Stoff seines Hemdes ist mittlerweile komplett durchtränkt.
“Scheiße…” Er hebt den Blick zu Summer, gereizt, stolz. Und sichtlich angeschlagen. “Das ist nicht dein Problem.” Sein Kiefer ist noch immer angespannt. “Du solltest das hier nicht sehen. Und hör auf mich so anzusehen, ich sterbe nicht.
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Was machst du überhaupt noch hier?”
“Wie gesagt, ich wohne hier”, erwidert Summer trocken. “Und solange du blutend in meinem Wohnzimmer sitzt, bist du sehr wohl mein Problem. Also. Was zur Hölle ist passiert?”
Er atmet flach. Der Stolz kämpft sichtbar gegen den Schmerz. “Du hast eine ziemlich beschissene Art, Hilfe anzubieten, weißt Du das?” Er lehnt sich zurück in den Sessel, presst die Hand fester gegen die Wunde. “Und du hast eine noch beschissenere Art, dich in Dinge einzumischen, die dich nichts angehen.” Zayden atmet scharf ein, als er sich bewegt. “Ein Job ist schiefgelaufen. Mehr musst du nicht wissen.” Sein Blick wird hart, fast warnend. “Und hör auf, mir so nahe zu kommen. Ich brauche keine Babysitterin.” Sein Atem geht schwer. “Hol mir was zum Desinfizieren… und mach kein Drama draus”, fügt er leiser hinzu.
“Los, nimm die Hand da weg.” Summer fasst Zaydens Hand und schiebt sie sanft zur Seite. “Ich will gar nicht wissen, was genau passiert ist. Aber ich werde dich sicher nicht auf meinem Sessel verbluten lassen. Zeig her.”
Unter Summers Berührung spannt sich Zayden sofort an. Seine Finger krallen sich kurz in den Stoff seines Hemds. “Verdammt Summer! Ich hab gesagt ich komm klar.” Doch er bewegt sich nicht. Widerwillig lässt er Summers Berührung zu. “Das ist nichts, was du sehen solltest.” Kurz wandert sein Blick zu Summers Gesicht. “Du hast keine Ahnung, worauf du dich da einlässt.” Er atmet flach, die Muskeln angespannt wie Drahtseile. “Mach schnell. Und dann vergisst du das hier.”
“Du kommst klar?” Summer zieht eine Augenbraue hoch. “Ohne mich hättest du nicht mal den Weg zum Sessel geschafft.” Schnell läuft sie in die Küche, um Verbandszeug zu holen. “Ich bin nicht aus Zucker, ich habe schon mal Blut gesehen in meinem Leben.”
Vorsichtig schiebt sie das Hemd zur Seite.
“Scheiße-” Seine Hand verkrampft sich an der Armlehne des Sesssel. Summer kniet neben ihm nieder und beginnt die Wunde zu säubern.
Zayden sitzt reglos da, sein Rücken ist angespannt gegen die Lehne des Sessels gedrückt, die Zähne fest aufeinander. “Verdammt, warum bist du nur so stur?” Er sieht ihr konzentriertes Gesicht, zu nah, viel zu nah. “Du solltest das nicht machen. Das ist nicht deine Welt. Und wenn Leon das wüsste, würde er mich umbringen.
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”
Einen Moment herrscht Stille, nur sein Atem, ihr Atem, der Geruch von Blut und Desinfektionsmittel.
“Rossi, ich scheiß drauf, ob das meine Welt ist oder nicht. Soll ich dich verbluten lassen? Davon wäre Leon auch nicht begeistert.”
Ein trockenes, schmerzverzerrtes Lachen entweicht ihm. “Du hast eine verdammt große Klappe.” Er zieht scharf die Luft ein, als Summer die Wunde weiter säubert und untersucht. “Du hast keine Ahnung, was Leon davon halten würde, dich hier knien zu sehen, während Du mir das Hemd aufschneidest.” Er flucht leise, als Summer erneut das Desinfektionsmittel aufträgt. Dann sagt er ernst: “Ich will nicht, dass du wegen mir in irgendwas reingezogen wirst. Das hier ist dreckig und gefährlich.” Er wirft einen kurzen Blick auf ihre Hände. “Und du hast was besseres verdient als mein Blut auf deinem Boden.”
“Fein, Zayden.” Summer ist betont freundlich, während sie den Bereich um die Wunde trocknet. “Mir ist ziemlich egal, was Leon davon hält. Soll er dich nicht hierher holen, wenn er das nicht will oder seine Männer besser schützen. Halt still!” Mit flinken Fingern bringt Summer ein Klammerpflaster an. “Dir ein Pflaster aufzukleben, wird mich wohl kaum irgendwo reinziehen. Und dein Blut auf meinem Boden ist besser als deine Leiche!” Zayden zuckt zusammen unter Summers Berührung. Ein hartes Zischen entweicht ihm. “Verdammte-”
“Verdammt, Rossi, halt still, hab ich gesagt!”
Zayden bricht ab, als sie ihn scharf anfährt. Sein Blick schießt zu ihr, dunkel, überrascht und dann… widerwillig ruhig. “Schon gut, schon gut.” Er bleibt still und presst den Kiefer zusammen.
“Du redest zu viel für jemanden, der mich gerade zusammenflickt.” Ein kurzes, schiefes Lächeln zuckt über sein Gesicht und verschwindet sofort wieder. “Und du hast eine ziemlich morbide Art jemanden zu beruhigen.”
Er bemerkt Summers Hände, die ruhig, konzentriert und sicher die Wunde versorgen. “Du hast das schon öfter gemacht, oder?” Dann ändert sich sein Ton sofort wieder. “Hör auf, mich Rossi zu nennen. Nicht, wenn du mir so nah bist. Du solltest Angst vor mir haben und nicht Pflaster auf mich kleben.”
“Hier gehen die Männer meines Bruders ein und aus. Natürlich hab ich das schon öfter gemacht. Kümmert sich ja sonst keiner um euch.” Summer steht auf und stützt sich auf die Armlehnen des Sessels, beugt sich vor, ihr Gesicht ganz nah an seinem.
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“Nein, Zayden”, betont sie seinen Vornamen, “ich habe keine Angst vor dir.” Sie stößt sich von den Armlehnen ab. “Nicht, wenn du blutest wie ein Schwein.”
Er erstarrt. Ihr Gesicht ist so nah, dass er ihren Atem spüren kann. Sein Blick verhakt sich mit ihrem, ihre grünen Augen fixieren ihn, ihre weichen Züge wirken fast besorgt.
“Sag meinen Namen nicht so. Nicht auf diese Art.” Seine Stimme ist leise, rau. Ein Muskel zuckt in seinem Kiefer, sein Blick wandert kurz über ihr Gesicht, als würde er etwas suchen, das er nicht finden darf. “Und glaub mir… manchmal ist Angst gesünder.” Er richtet sich auf, als wolle er sich die Kontrolle zurückholen, doch sein Körper lässt ihn im Stich. Seine Hand bleibt an der Sessellehne, um sich zu stabilisieren. “Blut ist kein Zeichen von Schwäche.” Sein Blick wird hart. “Und du solltest nicht denken, nur weil ich hier sitze und blute, wäre ich harmlos.” Er zögert einen Augenblick. “Aber…danke. Fürs Nicht-verbluten-lassen.”
“Du tust mir nichts.” Summer sammelt ruhig das Verbandsmaterial zusammen. Sein Blick verfolgt jede ihrer Bewegungen, bleibt länger als nötig an ihrem Gesicht hängen. “Sonst würde Leon dafür sorgen, dass du nicht nur blutest.” Sie nickt in Richtung der Wunde. “Das sollte sich aber vielleicht trotzdem nochmal ein Arzt anschauen. Das sieht ziemlich tief aus. Ach ja”, Summer tritt einen Schritt zurück. “Gern geschehen, Rossi.”
“Du hast wirklich ein Talent dafür, Bedrohungen in Fürsorge zu verpacken.” Er wirft einen Blick auf die Wunde. “Es ist tief. Nicht tödlich. Ich hatte schon Schlimmeres. Und Ärzte stellen Fragen. Zu viele.” Er lehnt den Kopf kurz gegen die Lehne und schließt für einen Moment die Augen. “Ich bleibe nicht lange.” Dann öffnet er sie wieder uns sieht Summer an. “Und hör auf meinen Namen zu sagen, als wär er ein Fluch. Oder sag ihn wenigstens mit mehr Respekt!”
“Respekt?” Summer rollt die Augen. “Du bist hier auf meinem Teppich gerade fast verblutet, weil Du zu stolz bist, dir helfen zu lassen.” Sie schnaubt. “Das ist nichts, was Respekt verdient. Das ist dumm!”
Zayden hebt langsam den Kopf. Sein Blick wird schärfer, er ist es nicht gewohnt, dass man ihm widerspricht und duldet es auch nicht.
“Pass auf, Kleine -” Er bricht ab, als er Summers Gesichtsausdruck sieht.
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Das Funkeln in ihren Augen und wie sie keinen Schritt zurückweicht. “...Summer.” Seine Stimme ist jetzt leiser, kontrollierter. “Ohne Stolz wäre ich schon lange tot.” Er richtet sich langsam ein Stück. “Du solltest nicht denken, dass du mir Vorträge halten kannst, nur weil Du Leons Schwester bist.” Er hält einen Moment inne. “Aber ja. Vielleicht war es dumm.” Er holt Luft. “Und vielleicht… hätte ich ohne Dich heute ein echtes Problem gehabt.” Sein Blick bleibt an Summer hängen. “Gewöhn dich nicht dran.”
“Woran?” Summers Stimme ist zynischer als beabsichtigt. “Dich blutend in meinem Wohnzimmer? Daran möchte ich mich nicht gewöhnen, danke.” Ihre Stimme wird etwas sanfter. “Bleib sitzen. Du solltest Dich ausruhen.”
Zaydens Blick folgt ihr, als sie nach nebenan in die Küche geht. Seine Hand liegt locker auf dem Verband. Sein Atem geht inzwischen ruhiger, aber sein Blick ist wach. “Ausruhen ist nichts für mich.”
Als Summer zurückkommt, hebt er den Kopf ein Stück, mustert sie, wie sie da steht, in ihrem Sommerkleid mit den Riemchensandalen, die blonden Haaren sanft auf die Schultern fallend, ein Glas Wasser in der Hand.
“Ich bin verletzt. Nicht krank.” Trotzdem nimmt er das Glas, seine Finger streifen kurz ihre. “Danke. Du hast eine ziemlich merkwürdige Art, dich um Leute zu kümmern.” Er lächelt schief. “Erst anschreien, dann Wasser bringen.” Er lehnt sich zurück. “Und du solltest wirklich lernen, die Tür abzuschließen, damit Männer wie ich ich nicht blutend hier ins Haus fallen. Das hier… ist keine sichere Welt für Dich.” Sein Blick sucht ihren. “Auch wenn Du so tust als wärs Dir egal.”
“Ich wohne hier, Rossi. Immer noch.” Wieder rollt Summer die Augen. “Und eine geschlossene Türe hat Dich noch nie aufgehalten.” Dann leiser: “Gott sei Dank, weiß Gott, wo Du heute sonst gelandet wärst.” Sorge schwingt in ihrer Stimme mit.
Zayden hält ihren Blick. Dieses Mal weicht er nicht aus. Er lacht trocken. “Du glaubst gar nicht, wie oft geschlossene Türen mich schon aufgehalten haben. Nur nicht die richtigen.” Er stellt das Glas auf den Tisch. “Du solltest nicht so besorgt schauen.” Er lächelt müde. “Ich bin schwerer umzubringen, als es gerade aussieht. Aber Du hast recht. Heute hätte anders enden können.” Sein Ton wird ruhiger.
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“Warum hast Du mir geholfen? Du hättest mich einfach liegen lassen können, die Türe vor meiner Nase schließen. Gehen. Nicht Dein Problem.” Wieder sucht er ihren Blick. “Warum hast Du es nicht getan?”
“Ich hab ungern Blutflecken auf meinem Teppich, da helfe ich lieber.” Summer schnaubt. “Hältst Du mich für herzlos? Außerdem hätte Leon mich umgebracht, wenn ich Dir nicht geholfen hätte. Was war Dein Plan, als Du hierher kamst? Leise sterben?”
Zayden stößt ein kurzes, trockenes Lachen aus, das sofort in einen schmerzhaften Atemzug mündet. “Leise sterben ist nicht mein Stil.” Er lehnt den Kopf zurück und schließt für einen Moment die Augen. “Ich wollte nur… kurz Pause machen. Mich sammeln. Dann weiter.” Er öffnet die Augen wieder, sieht Summer an. “Nicht zusammenklappen. Nicht vor Dir.” Sein Kiefer spannt sich an. “Und nein. Ich halte Dich nicht für herzlos.” Er holt Luft. “Nur für verdammt mutig. Oder ziemlich leichtsinnig. Und Du solltest aufhören, als würde es Dir nur um Deinen Teppich gehen. Das glaubst Du ja selbst nicht.”
“Bild Dir nichts ein, Rossi.”
Zayden hebt eine Augenbraue, ein schiefes Grinsen. “Zu spät.” Dann wird er wieder ernst, Summer fest im Blick. “Aber keine Sorge. Ich weiß nur, was ich sehe. Und gerade sehe ich eine Frau, die so tut, als wäre ihr alles egal, während sie einem halbtoten Mann Wasser bringt und ihn zusammenflickt.” Sein Blick wandert zu seinem Bauch. “Und dabei erstaunlich gute Arbeit leistet. Du hast Talent. Vielleicht hast Du den falschen Job.”
Summer lacht bitter. “Gott bewahre. Ich hab genau den richtigen Job. In meinen Buchladen stolpern für gewöhnlich keine blutenden Männer.” Sie setzt sich auf die Couch gegenüber von Zayden und behält ihn im Blick. “Zumindest noch nicht.”
Sein Blick folgt jeder ihrer Bewegungen, wach, prüfend, aber weicher als zuvor. “Ich seh Dich eher in was Gefährlicherem. Irgendwas, das Leuten den Kopf verdreht.” Er lehnt sich zurück, bemüht sich nicht, sein Starren zu verbergen. “Und keine Sorge. Ich stolpere nicht in Buchläden. Ich werde eingeladen. Verkaufst Du diese kitschigen Dinger mit halbnackten Typen auf dem Cover?”
“Genau diese kitschigen Dinger. Und du siehst aus, als wärst Du direkt von so einem Cover gefallen.” Summer kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Zayden schnaubt leise, als er ihr Grinsen sieht.
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“Wenn man mich dafür bezahlen würde, halbnackt rumzubluten, hätte ich mir heute mehr Mühe gegeben.” Er legt den Kopf leicht schief.
Die Haustür fliegt auf. Schwere Schritte auf dem Flur. Leon stürmt ins Wohnzimmer. “Zayden!” Sein Blick fällt sofort auf den Verband, auf das Blut auf dem Hemd. Auf Summer. “Was zum Teufel ist hier passiert?!”
Zayden richtet sich automatisch ein Stück auf. “Nichts, was ich nicht selbst regeln kann.”
Leon ignoriert ihn, geht direkt zu Summer. “Bist Du verletzt?”
Zaydens Blick schießt zu ihr. Kurz. Wachsam. “Sag ihm, dass Du okay bist. Bitte.”, setzt er leiser nach.
Summer hebt beschwichtigend die Hände und steht auf. “Mir geht\\\\\\\\\\\\\\\'s gut, Leon. Danke der Nachfrage, sehr gerne hab ich mal wieder einen deiner Männer zusammengeflickt, der blutend in meinem Wohnzimmer aufgetaucht ist.” Ihre Stimme ist zynisch.
Leon atmet scharf aus, seine Augen verengen sich, als er zu Zayden sieht. “Du tauchst blutend in meinem Haus auf? Und lässt dich von meiner Schwester… pflegen?”
Zayden lehnt sich zurück, sein Tonfall ist hart. “Ich habe nicht vorgehabt, hier zu kollabieren.”
Leon tritt näher, seine Stimme drängend. “Wer war das?”
Zayden hebt den Blick, zu ruhig, beinahe bedrohlich. “Nicht hier. Und nicht vor ihr.”
Leon wirft einen Blick auf Summer, dann wieder auf Zayden, die Hände leicht geballt. “Wir reden später.” Er dreht sich zu Summer. “Du gehst jetzt nach oben”, sagt er scharf.
“Keine Panik. Ich lass euch allein. Euer Mafiakram interessiert mich nicht.” Sie verlässt den Raum, geht nach nebenan in die Küche, im Hinterkopf immer noch leise die Sorge um Zayden. Warum, das wusste sie selbst nicht so genau.
Leon schaut ihr kurz hinterher, dann wendet er sich wieder an Zayden. “Verdammter Idiot!”
Zayden sitzt leicht zusammengesunken im Sessel, die Augen halb geschlossen. Sein Blick hängt noch Summer hinterher, dann sieht er Leon an. “Lass sie da raus, Leon. Sie hat nichts damit zu tun.” Seine Stimme ist kontrolliert, aber man merkt die Spannung in jedem Wort. Er beißt die Zähne zusammen und drückt die Hand etwas fester auf die Wunde. “Du hättest mich doch einfach liegen lassen sollen…”, sagt er leise, fast nur zu sich selbst, während Leon auf ihn einredet.
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“Scheiße… verdammt Summer… warum kann ich nicht einfach… egal.” Er lehnt sich wieder zurück, die Augen halb geschlossen.
Summers Ohren im Raum nebenan sind auf Anschlag. Egal? Was meint Zayden damit? Sie steht auf, stellt sich unauffällig an die Türe, um besser hören zu können.
Die Stimmen sind gedämpft. Sie hört Zayden. “Ich wollte nur…” Er stockt. “Egal…”
Leon ist deutlich ungehaltener. “Verdammt Zayden! Hör auf Ausreden zu suchen. Du bist verletzt!”
“Ich brauch kein Mitleid.” Zaydens Stimme ist hart. “Und niemanden, der mich wie ein Kind behandelt. Ich… wollte es einfach selbst regeln.” Er atmet scharf ein, als würde er kämpfen sich zusammenzureißen. “Scheiße… Summer hätte mich nicht so sehen sollen.”
Leon ist genervt, schnaubt. “Jetzt hör auf zu reden wie ein Idiot und lass Dich vernünftig versorgen. Du bist nicht unverwundbar.”
Zayden hört ihm nicht zu. Sein Blick schweift dorthin, wo Summer verschwunden ist, seine Gedanken hängen ihr hinterher. “Vielleicht… vielleicht hab ichs mir zu sehr eingebildet…”
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