Aktuelles und Alltägliches · Experimentelles

Von:    Robert Zobel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 15. Juli 2005
Bei Webstories eingestellt: 15. Juli 2005
Anzahl gesehen: 2330
Seiten: 3

Ein Artikel im Stern Nr. 28 (2005) berichtet von einem Sondereinsatzkommando in Afghanistan. Unter einem Foto, auf dem ein Soldat mit Ziege posiert (Er schaut runter und die Ziege nach oben. Es sieht so aus, als würde sie ihn küssen) steht geschrieben:



„Das Tier musste später aus hygienischen Gründen das Lager verlassen“



Wieso hat man das so geschrieben? Weil die Ziege eine Infektion bekommen hat? Ist das so wichtig?

Ich glaube eher, da brauch man auch nicht viel Fantasie zu, dass diese Spezialeinheit sich die Ziege sexuell vorgeknöpft hat. Dann hat der „normale“ Oberkommandant das herausbekommen und die Ziege wegschaffen lassen. Essen wollte die keiner mehr.



Mich würde interessieren, wohin die Ziege gekommen ist. Zu einer anderen Spezialeinheit? Und haftet diesem Tier noch die alte Vergangenheit an? Wissen die neuen Soldaten davon?



Irgendwie verstehe ich ja schon, dass Soldaten irgendwo in der Einöde einen ziemlichen Samenstau bekommen, aber eine Ziege? Nee, nee das fässt mir nicht so in den Schritt.



Ein anderes Foto zeigt zwei nackte Männer auf einem Dach. Sie liegen ganz locker da und sonnen sich. Drunter steht:



„Dieser Bereich ist nur für die Spezialkräfte zugänglich“



Hallo? Warum denn das? Würde ein „normaler“ Soldat bei irgendwas „speziellem“ stören?

Wie wird man eigentlich Spezialsoldat? Muss man da eine gewisse spezielle Perversität vorweisen können? Muss man es lieben, Stühle zu ficken? Wie ich jetzt darauf komme?

Nun ja, ein verfängliches Foto hab ich da noch gefunden. Darauf ist ein verkrüppelter Stuhl mit Aufklebern zu sehen. Untertitelt ist das ganze mit:



Am Stuhl lassen die Soldaten ihre Wut aus. Auf einem Aufkleber stecht „Fick Dich“.



Also wirklich.



Eine Zeitschrift später stoße ich auf Leserbriefe in einer Frauenzeitschrift. Da fragt eine Anonyme;



„Stimmt es, dass man mit Cola verhüten kann?“



Die Redakteure antworten, dass dies total richtig und an der Harvard-Uni bestätigt worden sei und am besten funktioniere übrigens Cola light.
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Bei den Tests wäre ich gerne dabei gewesen und die Testpersonen würde ich mal gerne auf einen Schluck Cola treffen. Welche Frau macht solche Tests mit? Hat man da in der Zeitung gesucht?



„Suchen Frauen, die Spaß am Sex und Cola haben. Genießen sie mal Cola da, wo sie eigentlich wieder herauskommt. Ein ganz stark prickelndes Gefühl. Rufen Sie noch heute an.“



Jetzt stelle ich mir vor, wie das die Runde macht. Die Frauen quatschen ja wie Maschinengewehre und bald wissen alle Weibsbilder, dass man die Pille gar nicht mehr brauch. So spart man gerade in dieser Zeit ein paar Euros und Cola gibt es ja auch überall. Will man sich als Frau in einer Disco auf dem Klo hingeben, kann man gleich die Cola benutzen, an der man gerade noch genippt hat. Vielleicht segnet der neue Papst ja sogar Cola für diesen Zweck ab. Vielleicht schon bei der nächsten Osterrede.



So wird man sicher bald überall neben den Betten Coladosen horten. Nach Ejakulation muss der Mann dann ganz schnell die Dose öffnen und reinschütten, oder schütteln und reinspritzen. Je nach Lust nach der Lust.



Die Prostituierten werden dann folgendes Angebot machen:



„Mit Cola 100 Euro, ohne 200 Euro.“



Na dann Prost.



Und dann noch eine Frauenzeitschrift (Lisa, Lea, Petra, Lena oder Fotze). Vergessen Sie Ufos, fliegende Gurus die Gold scheißen oder einen Mann der aus einem zerknickten Strohalm die Schlachtpläne des dritten Weltkriegs herauslesen kann. Viel paranormaler, esoterischer und verblüffender ist Rotkohl.

Ja, da werden nun ihre Augen groß werden und sie fragen sich, warum denn Rotkohl. Bekommen sie bloß keine Angst. Nein, es wird nicht geschadet haben, dass sie sich noch gestern die Wampe mit Rotkohl dellig gemacht haben und ihnen wird auch kein Alien-Monster aus dem Oberkörper springen.



Auch sind die Kohlbälle nicht irgendwie auf einmal zu Lebewesen geworden. Keine Angst.



Nein, dass äußerst erstaunliche ist, dass Rotkohl mehr Vitamin C einheimst, wenn man ihn kocht. Ja, der Vitamin C Bestandteil wird erhöht und keiner weiß warum. Was ist da los? Wo kommt das her? Bilden sich durch brubbelnde Kochblasen klitzekleine Vitamin C-Türen in andere Dimensionen? Und wenn Vitamin C mehr wird, was wird dann weniger?



Vielleicht lässt sich die ganze Welt erklären, wenn man diesem Geheimnis nur intensiver nachgehen würde.
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So schreibt nur eine lapidare Frauenzeitschrift von dieser Entdeckung und es wird bald wieder vergessen sein. Ich will nicht wissen, wie oft schon in irgendwelcher Zeitschrift oder Zeitung die Weltformel stand oder der Ansatz für den Ansatz oder so.



Ich werde weiterhin versuchen, die versteckten und offenen Wissensgeschwüre in meine Texte zu reißen.



Und jetzt nehmen Sie sich mal selber eine Zeitung, Zeitschrift oder einen Brief vom Gerichtsvollzieher und versuchen Sie, zwischen den Zeilen zu lesen.
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Kommentare zur Story:

  Bitter, bitter böße - hier trieft es förmlich vor Sarkasmus und Ironie.
Der Schwachsinn, mit dem wir Tag für Tag mit diversen Medien konfrontiert werden, wird hier herrlich auf die Schippe genommen.
5 Pkt.  
Gulliver Assi  -  15.07.05 17:02

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Kleine Meerjungfrau" zu "Bah, Ekelattacke"

Muahhhh, bah, widerlich, ekelhaft... Wie kommt man denn auf soetwas?? Da hast du dich aber geekelt an dem Tag, oder? Und du steckst die anderen damit an. Auch wenn der Inhalt fies ist, ein gelungener ...

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