Schauriges

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Erstveröffentlichung: 4. Oktober 2002
Bei Webstories eingestellt: 4. Oktober 2002
Anzahl gesehen: 750
Seiten: 4

On a dark dessert highway ,

cool wind in my hair .

Warm smell of colitas

rising up through the air .

Up ahead in the distance I

saw a shimmering light .

My head grew heavy and my sight

grew dimmer .

I had to stop for the night .



Eagles , Hotel California







Ich stellte die Kassette ab . Die Adler verstummten . Der Westcoast Sound war zwar schön anzuhören , lenkte mich aber doch vom Fahren ab . Ja , mein Kopf war schwer geworden ,

wie es in dem Lied hieß . Der Highway erstreckte sich vor mir . Da haben diese Amis schon 500 Kilometer Straße , die gerade aus verlaufen , und es gibt immer noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung . Verrückt . Ich suchte die Ferne nach einem Licht ab . Irgendwo hier musste schließlich ein Hotel sein .





Eine Stunde später hatte ich endlich einen Platz für die Nacht bekommen . Ich stieg aus dem VW und öffnete die Tür . Ich ging zum Mann an der Rezeption und fragte nach einem Zimmer für die Nacht . ,, Macht 13.20 , Sir . Tragen sie sich hier ein . ´´ Irgendetwas kam mir merkwürdig vor , aber ich wusste nicht was .



Im Zimmer war es altmodisch , leicht spärlich , aber nicht heruntergekommen eingerichtet .

Das Bett roch , als ob es erst heute bezogen worden wäre . Ich beschloss , vor dem Schlafen meinen doch ziemlich dichten Bart zu stutzen . Verwundert blickte ich mich im Bad um .

,, Das erste Badezimmer , das ich sehe , welches keinen Spiegel enthält .`` dachte ich mir verwundert .



Ich legte mich also schlafen . In der Phase zwischen Wachsein und Schlaf fiel mir ein , was mir beim einchecken so befremdlich erschien .
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Obwohl auf dem Formular eine Spalte für die Ankunft war , fehlte doch die ansonsten übliche für die Abreise . Ich schlief ein .



Am nächsten Tag vollführte ich die Rasur mit Hilfe des alten Reisespiegels , den mir meine Schwester geschenkt hatte . Sollte ich mich deswegen beschweren ? Nein , lieber nicht . Ich nahm mein Gepäck und verließ den Raum . Der Mann von der Rezeption kam mir entgegen gerannt .,, Ist ihr Auto das mit dem deutschen Kennzeichen ? `´ Ich bejahte . ,, Kommen sie mit .... `` Obwohl ich mich für einen ziemlich harten Typen hielt , hätte ich am liebsten geheult , als wir auf dem Parkplatz ankamen . Alle vier Reifen platt , die Windschutzscheibe eingeschlagen . Unter dem Motorblock befand sich eine riesige Öllache , das schwarze Blut meines Gefährten . Ich habe 2 linke Hände , und selbst wenn ich Handwerksgeschick hätte , es war sinnlos . ,, Scheiße , und was mach ich jetzt ? `` ,, Rufen sie am besten die Polizei an und warten sie in ihrem Zimmer .Kommen sie mit , ich bringe sie zu einem Telefon .``

Der Officer klang gelangweilt . Ich solle einfach versuchen , die deutsche Botschaft zu erreichen , die würden sich schon um meine Probleme kümmern . Ich war also 3 bis 5 Tage an diesen Ort gefesselt . Na toll !



In der Bar des Hotels , die ich am Abend , nachdem ich mich fast zu Tode gelangweilt hatte, betrat , machte ich eine Entdeckung . Sehr gut aussehend . Wenn ich Glück hätte , wäre die Langeweile bald vorbei . Ich setzte mich an den Tisch . ,, Hallo , ist hier frei ? `` Der Anfang war plump , hoffentlich nicht zu plump . ,, Aber sicher doch .`` Ich fragte sie hin und wieder etwas , und bald kam das Gespräch ins Rollen . Sie fand mich auf anhieb sexy und ich wollte sie gerade auf mein Zimmer einladen , als sie mir zwischen die Beine griff und mich streichelte . Zwei hatten wohl den gleichen Gedanken .



Ich lag auf dem Bett und sie kniete auf mir . Ihr Kopf sank langsam auf meinen .... sie verstehen schon ... zu . Ich drehte meinen Kopf ein bisschen zur Seite , um schon mal die Kondome zu nehmen . Zufällig blickte ich in meinen Rasierspiegel . Meine Bekannte war nirgends im Spiegel zu entdecken . Ich rollte vom Bett runter . ,, Was ist denn los ? `` fragte sie lächelnd . Dieses Lächeln gefiel mir nicht .,, Möchtest du es etwa lieber so ? `` Ihre Hand fasste meine Genitalien . ,, Oder möchtest du es hart ?`` Sie drückte zu .
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Vor Schmerzen kreischend langte ich nach dem Spiegel und zerschlug ihn auf der Kommode . Nach allem , was ich gelesen hatte , braucht man zum vernichten einer solchen Kreatur zwar einen Pfahl aus Holz , aber in irgendeinem Roman hatte ich gelesen , dass echtes Silber ebenfalls Macht besitzt . Ich packte mir eine der Scherben und rammte es der Frau , die etwas ganz anderes war , ins Herz . Ich sprang auf , weg von dem Wesen . ES stand neben dem Bett . Ich sage ES , denn in diesem Moment zeigte das Wesen seine wahre Natur . Die Frau , die beinahe mit mir geschlafen hatte , war einem seltsamen Zwitterwesen gewichen . Es schrie sich die Seele , wenn es denn eine hatte , aus dem Körper . Dann verschwand die Gestalt in einer Art Dunst.

Ich dachte darüber nach , was passiert wäre , wenn ich nicht in den Spiegel geblickt hätte .

Ob Bram Stoker daran gedacht hätte , dass mal jemand auf diese Art von einem Vampir ausgesaugt wird ? Wohl eher nicht . Ich öffnete die Tür und betrat den Korridor . Und wie ich sah , wurde ich bereits erwartet .



Der Rezeptionist war unter ihnen , und ich erkannte einige andere Gäste des Hotels .

Der Empfangsmann richtete das Wort an mich : ,, Wenn sie gehen wollen , müssen sie erst ihre Rechnung bezahlen . Aber sie wird wahrscheinlich nicht hoch sein ... nur eine Kleinigkeit . `` Ich rannte zur Eingangstür des Hotels , und sie folgten mir . Scheinbar nach tausend Jahren riss ich sie auf . Tageslicht ! Ich war gerettet ! Aber dann dachte ich daran , wie der Rezeptionist mich am morgen zu meinem Auto geführt hatte . Mir war aufgefallen , wie schnell er rot geworden war . Sonne brachte die Untoten wirklich um , aber nicht schnell genug . Ich fing wieder an zu rennen . Die Haut der Vampire fing bereits nach 5 Minuten an , blasen zu werfen , aber sie verfolgten mich weiter . Der Empfangsmann , der die Verfolger anführte , brach endlich zusammen . Er würgte pechschwarzes Blut hervor . Dann knallte sein Kopf auf die Erde . Ebenso verfuhr es mit den anderen Revenanten . Von den Körpern stieg eine Art Dampf auf . Ich kniete nieder und fing an zu beten . Zu wem habe ich vergessen .



Was danach geschah , weiß ich nicht . Als ich wieder wusste was ich tat befand ich mich in der Abteilung eines Krankenhauses , der psychiatrischen , wie sich herausstellte. Laut Aussage des Arztes war es eine logische Handlung , mich hier einzuweisen .
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Denn wenn man mitten in der kalifornischen Wüste aufgefunden wird , nur mit einer Hose bekleidet und von Vampiren redend , müsste man schon Vorbereitungen für eine Einweisung treffen , wie er sagte . Angesichts meiner Besserung stehe einer Entlassung allerdings nichts mehr im weg .





Ich bin wieder zuhause in Deutschland . Ab und zu denke ich daran , was in dem Hotel vorgefallen ist . Man hat das Hotel inzwischen abgerissen , vor 2 Jahren war das . Da der Besitzer verschwunden ist , musste man 7 Jahre warten , um ihn für tot zu erklären . An der Stelle , wo das Gebäude stand soll eine Tankstelle gebaut werden . Ich muss immer wieder an den Song von den Eagles denken . War der Ort das echte Hotel California ? Wären dort meine Träume erfüllt worden ? Wahrscheinlich ja , allerdings zu keinem schlechten Preis , wie ich manchmal denke .
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Kommentare zur Story:

  Seltsam?
Aber so steht es geschrieben!
Netter Schrieb. Na ich denke, wenn der Typ jemals wieder in die USA kommt, wir er ganz sicher an dieser Tankstelle vorbei rasen, ohne anzuhalten...
:-)  
Stefan Steinmetz  -  12.10.02 17:10

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  Seltsam.(Oder vielleicht auch nicht). Als ich den Titel las, war ich sehr gespannt, denn der Song `Hotel California´ gehört zu meinen AllTimeFavourites. Ich war gespannt, welchen Bezug du herstellen würdest. Ehrlich gesagt, bin ich etwas enttäuscht, weil die Anlehnung an den Songtext irgendwie sehr gut zu erkennen ist. Kurz gesagt: Altbekannter Stoff. Die ausführlichen Beschreibungen z.B. der Aüßerlichkeiten der Vampire schaffen es nicht, diesen Eindruck bei mir zu verwischen. Es hätte mir besser gefallen, wenn die Geschichte sich weiter von der Ursprungsidee entfernt hätte.  
Oliver  -  10.10.02 08:36

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Kleine Meerjungfrau" zu "Bah, Ekelattacke"

Muahhhh, bah, widerlich, ekelhaft... Wie kommt man denn auf soetwas?? Da hast du dich aber geekelt an dem Tag, oder? Und du steckst die anderen damit an. Auch wenn der Inhalt fies ist, ein gelungener ...

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