Instrument zum Flankenschlag für das Schicksal   2

Nachdenkliches · Kurzgeschichten

Von:    Robert Zobel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 20. März 2008
Bei Webstories eingestellt: 20. März 2008
Anzahl gesehen: 2536
Seiten: 2

Ich habe eine Technik gefunden, die es ermöglicht, dass Schicksal zu beeinflussen. Die es sogar fertig bekommt, widrige Ereignisse positiv umzukehren. Verfolgt Dich das Pech, kommt Dir die Welt depressiv vor und Dir geht es eigentlich gut? Kein Ding. Benutze diese Technik. Vielleicht ist das der Sinn des Lebens. Auf jeden Fall ein Schlaginstrument in die Flanken des Weltgeschehens.

Das Schicksal und der Weltenlauf sind eine ganz einfache technische Angelegenheit. Jeder Mensch hat darin seinen Platz und die Gefühle in ihm und seine Marotten sind kleine Zahnrädchen, die ihn mit manchen anderen Menschen mit Zahnrädchen verbinden. Dass wir alle im großen Rahmen miteinander verbunden sind, brauch ich ja keinem erzählen. Das weiß man ja selbst aus der Erfahrung. Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass Freund „A“ doch die Gefickte „L“ auch kennt und so weiter.

Manchmal bricht einer aus seiner Rolle aus, wird verrückt und verliert den Halt zu den anderen Rädchen. Dieser Mensch ist verloren, wenn er sich nicht wieder einreiht. Wenn er es nicht schafft, wird ihn das so fertig machen, dass er sich selber fertig macht und dann ist auf dieser Welt von ihm nichts mehr zu finden außer seine Erfahrungen und ein paar Erinnerungen die von den Anderen dann zermahlen werden.

Wenn irgendwas im Leben schief läuft kann das am Leben selbst hängen, also an der Rolle die man laut Schicksal zu spielen hat oder an einem blöden anderen Rädchen in der Umgebung das gerade drauf und dran ist den Geist aufzugeben. Jede Handlung, die wir am Tag vollbringen führt uns weiter auf unserer Straße ins Nichts. Alles was passiert, ist vorher berechnet und selbst die schlimmsten Erfahrungen müssen so sein. Nun kann man aber aus dieser Sache ein wenig ausbrechen und das ist nicht so leicht. Man muss dabei nämlich auch gegen seine eigenen Zäune springen. Diese Zäune bestehen aus unseren Gefühlen, sind also diese Zahnrädchen selbst. „Entgegengesetzt handeln“ heißt das Zauberwort. Persönlichkeitsgestörten wird diese Technik beigebracht um sich wieder in diese Zahnrädersymbiose einzufügen, aber man kann das auch genau anders herum nutzen. Man sollte vielleicht einen ganzen Tag versuchen alles entgegengesetzt zu machen. Also all die Dinge, an denen schon Gefühle hängen. Am besten negative Gefühle, weil gerade die uns am meisten daran hindern auszubrechen.
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Die kann man umkehren indem man einfach mal sein Tun umändert. Ein kleines Beispiel:



Beim Kiosk, Ecke Mühlenstraße, hat man noch nie eingekauft, weil da Nachts immer so dunkle Typen rumhängen und der Verkäufer auch immer so böse schaut. Wenn man da vorbeigeht fühlt man sich nicht gerade gut. Deshalb geht man ja auch vorbei. Geht man jetzt aber entgegen seinen Gefühlen da trotzdem hin und fängt ein Gespräch an, ändert sich der Verlauf. Dann dreht sich das Zahnrad ein kleines Stück in die andere Richtung und der Tag an sich verläuft auch ganz anders.



Versuchen Sie es einmal! Schlagen Sie dem Schicksal in die Flanken. Ich habe Ihnen gesagt, wie!
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Interessante Kommentare

Kommentar von "Homo Faber" zu "Der Zug"

Hallo, ein schöner text, du stellst deine gedanken gut dar, trifft genau meinen geschmack. lg Holger

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Kommentar von "axel" zu "Le Catacombe dei Cappuccini"

Gruselig aber äußerst interessant.

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