Das Licht der Hajeps Band 4 / Entscheidungen Kapitel 15/ 4. Band ENDE    155

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Palifin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 6. Februar 2019
Bei Webstories eingestellt: 6. Februar 2019
Anzahl gesehen: 199
Seiten: 8

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Kapitel 15



Margrit hatte Einsicht in die Karte der Zigeuner verlangt und bestimmt, dass es erst in die Berge und dann Richtung Würzburg gehen sollte, weil sie endlich wieder zurück zu den Maden wollte. Es hatte Proteste gegeben. Vor allem Hubert und seine Frau hatten Bedenken geäußert, dass dies die Richtung war, in der Zarakuma lag und dass sie dort in die Hände der Hajeps fallen konnten. Doch Margrit hatte nur geantwortet, dass man in der Nähe des Feindes am sichersten ist und damit die Gruppe mehr schlecht als recht überzeugt.

Margrit wusste, man schwieg und gehorchte ihr nur, weil ihre Waffe so schrecklich aussah. Beim Studium der Karte hatte ihr Hubert von einem alten unterirdischen Tunnel am Rande der Berge berichtet. Dieser sollte auf die Hauptstraße nach Rottendorf führen, von der dann eine kleine Nebenstraße nach Würzburg abzweigen würde, die Margrit gut kannte. Und dann gab es noch einen weiteren Grund, weshalb sich Margrit für diesen alten Tunnel entschieden hatte. Sie erinnerte sich nämlich noch gut, dass es dort in der Nähe eine Höhle gab, die ihr George unter größter Verschwiegenheit als ein sehr gutes Versteck vor den Hajeps angepriesen hatte.

Margrit beschloss, genau an diesem Platz das Wohnmobil zu verlassen, um alleine unterirdisch weiter zu wandern. Sie glaubte nämlich, dass die anderen den schmalen Pass über den Berg nehmen und dann zur alten Autobahn hinunterfahren würden, um sich von Zarakuma zu entfernen.

Bis jetzt hatten sie vor den Hajeps Ruhe gehabt, da sie von dem reichlichen bunten Laub der herabhängenden Äste und Zweige vor neugierigen Blicken von oben geschützt waren. Das Kampfgetöse kam aber immer näher, sodass sie den Wald verlassen mussten. Kaum waren sie aus dem Wald hinaus auf der Bergstrasse, wurde es Ernst. Feuerschwalle sausten an ihnen vorbei ins Tal und verwandelten sich dort zu Flammenmauern. Auf ihrem Fluchtweg kam auf der Straße unter ihnen ein weiterer Wohnwagen aus dem Zigeunerlager gefahren.

Doch nur für einen kurzen Moment hatten sie ihn gesehen, dann war er ein glühender Ball geworden und schließlich in tausend Fetzen zerplatzt. Sie sahen Menschen laufen, die sich Sekunden später in Feuersäulen verwandelten und sie hatten deren Schreie gehört und sich nur hilflos die Ohren zu gehalten.

Ein anderes Mal, als sie die Fenster öffnen wollten, um Luft zu schnappen, war rotes Gas vom Boden aufgestiegen und sie hatten die Fenster sofort wieder schließen müssen.
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Als Ortrud dringend austreten musste und deshalb ausgestiegen war, kam sie sofort wieder schreiend zurückgelaufen, denn ein Schwarm Puktis jagte der zierlichen Person summend hinterher.

Später lag Ortrud kaum noch ansprechbar und vor sich hin lallend auf der Bank hinten im Wohnwagen. Mindestens eines dieser schrecklichen Insekten musste sie also gestochen haben. Margrit kauerte mit verzweifelter Miene am Boden neben ihr, jedoch immer noch die lästige Einhandküche in der Hand haltend. Sie waren trotz der Karte von ihrer Route abgekommen, denn sie mussten oft ausweichen, um nicht die Aufmerksamkeit der Kampfflieger zu erwecken.

Dabei war Margrit etwas Seltsames aufgefallen. Ganz offensichtlich machten plötzlich auch Loteken bei dieser Hetzjagd mit, wohl weil ihr Gebiet hier angrenzte. Sie erkannte nämlich den Drachenkopf, um welchen sich eine Schlange ringelte, ganz deutlich am Bauch von einem Trestin, das am Himmel seine Kreise zog. Es war schon komisch wie einträchtig plötzlich Loteken und Hajeps waren, wenn es um die Bestrafung von Lumantis ging. Es gab auch immer mehr Lais, die dieses Zeichen trugen. In all diesen lotekischen Flugzeugen befanden sich die rücksichtslosesten Soldaten, denn immer wieder schossen sie Feuerbälle zur Erde hinab.

Hajeptische Trestine hingegen waren inzwischen eifrig mit dem Löschen der Brände beschäftigt, vermutlich um die Natur zu schützen. Das wirkte daher fast lächerlich.

„Und jetzt pinkeln die schon wieder in die Flammen!“, lästerte Hubert, der den Wagen lenkte. Doch nur Margrit konnte darüber lachen und wurde dafür mit stechenden Blicken der kleinen Gemeinschaft bestraft.

Kurz darauf entdeckten sie drei Zigeunerwohnwagen, die aus unerfindlichen Gründen im dem Wald hatten stoppen müssen. Männer waren ausgestiegen und geduckt, jedoch am ganzen Körper bebend und fortwährend nach oben blickend, um ihre Campingwagen geschlichen. Einer war dabei auf etwas Ähnliches wie eine Mine getreten, die im Laub verborgen gewesen war. Dieses riesige, maulartige Instrument war daraufhin hochgeschnellt, hatte den Mann in wenigen Sekunden mit nur drei Hapsern verschlungen und sich anschließend wieder im Laub zu vergraben versucht. Jedoch hatte sich der Freund des Mannes diesem technischen Untier mutig genähert, um es zu erschießen, aber nur mit dem Ergebnis, dass das Ding dabei auf ihn zugeschossen war und er nur Sekunden später ebenfalls verspeist worden war, mit dem einzigen Unterschied, dass das ´Tier´ etwas länger zum Verdauen gebraucht hatte und sich danach wieder im Laub eingrub.
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Dann sahen sie, wie kindskopfgroße Bälle aus der Luke eines lotekischen Flugschiffes auf die Erde hinab fielen, die, kaum dass sie den Boden berührten, wie Eierschalen zerplatzten.

Aus ihnen sprangen etwa unterarmlange Robotmännchen, die sich mit mehreren Metern weiten Sprüngen hüpfend vorwärts bewegten und wenig später mit ihren spitzen Köpfen gegen die Reifen der Wohnwagen oder etwas höher gegen das Blech sausten, wo sie sich festhakten. Sie brachten die Wagen, durch Gewichtsverlagerungen ins Schwanken. Ein Campingwagen kippte genau auf die Seite, an der die Männchen hingen. Kaum war er auf die Roboter geplumpst, zerplatzten diese und zerrissen den Wagen mit donnerndem Getöse.

Endlich waren sie so weit in den Bergen, dass sie die Strasse in Richtung Würzburg nehmen konnten. Doch die Erleichterung darüber sollte nicht lange wären. Aus einem der hajeptischen Trestine prasselte ein Haufen beweglicher, fischähnlicher Instrumente auf den Wohnwagen hinab.

Nur eines allerdings hatte sich beim Hinabrutschen in dem Blech unter zwei großen Fenster des Wohnwagens eingebohrt. Es hatte das Wohnmobil nicht aus dem Gleichgewicht gebracht und daher war ihm bei all dem Stress zunächst wenig Beachtung geschenkt worden. Doch dann fiel Hubert auf, dass die letzten Wohnwagen, die noch übrig waren, nicht mehr angegriffen wurden. Hingegen schien hinter ihrem Wohnwagen plötzlich der Teufel her zu sein. Gleich zwei Trestine, ein lotekisches und ein hajeptisches, und etwa acht Lais flogen dem Wohnwagen hinterher, allerdings ohne anzugreifen, so dass ihnen Angst und Bange wurde.

Margrit grübelte, was wohl inzwischen geschehen sein konnte. War etwa der Rachedurst der Loteken und Hajeps endlich gestillt? Zogen die meisten Flieger deshalb wieder ab und nur die Befehlshaber dieser zwei Trestine kümmerten sich wieder um ihre ursprüngliche Aufgabe? Oder hatte man bereits zu viel Kriegsmaterial verbraucht und es wurde zu teuer, weitere Aktionen gegen die Zigeuner auszuführen?

Wie dem auch war, dieser ´Fisch´ konnte ein Sender sein. Er hing außen am Wohnwagen, nur mit dem Kopf hatte er sich dort hineingebohrt, der geschuppte Schwanz schlängelte sich im Kreis um diesen Kopf herum.
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Dadurch, diese Vermutung verstärkte sich in Margrit jetzt, hatten die Hajeps und Loteken wohl erkannt, dass die gesuchte Lumanti sich im Inneren dieses Wohnwagens befand.

„Sie beobachten uns wohl über diesen Sender hier“, wisperte nun auch Armin leise und ziemlich entsetzt. „Das vermute ich jedenfalls.“ Er zeigte dabei auf den Fisch, der gerade wieder seinen sichelförmig gekrümmten Schwanz bewegt hatte.

Nachdem es Waldtraut und Wilhelm endlich gelungen war, die eben erwachte und laut schreiende Ortrud auf die Bank zurück zu drücken, schaute Bärbel ebenfalls über Margrits Schulter hinweg aus dem Fenster,

„Igitt!“ Sie verzog angeekelt das Gesicht. „Kann man denn das nicht irgendwie abkriegen?“

„Lasst lieber eure Griffel davon“, brüllte Hubert ihnen vom Steuer aus zu.

„Ja, und?“, empörte sich Waldtraud, die nun ebenfalls näher gekommen war und das komische Ding gründlicher in Augenschein genommen hatte. „Wollen wir das da etwa auf ewig hängen lassen, bis die Hajeps uns haben? Das ist ein Sender und darum weg damit!“

„Trotzdem, lasst die Finger davon, sage ich euch!“, meldete sich Hubert schon wieder und seine Lippen wurden zu einem schmalen, harten Strich, da er bemerkte, dass der Pass beängstigend schmal wurde. Was war, wenn ein kleiner Steinwall ihnen plötzlich den Weg versperrte? Dann mussten sie alle aussteigen und das Geröll forträumen.

Er sah die Hajeps im Rückspiegel ihnen immer noch hinterher segeln. Was ging in den kranken Gehirnen dieser Biester vor? Schweiß brach ihm aus allen Poren.

Bärbel und Waldtraud pressten indes ihre Nasen aufgeregt gegen die Scheibe. „Aber es hängt nicht sehr fest Hubert!“, wandte Bärbel wieder ein.

Armin schob die Frauen jetzt einfach zur Seite und nur Wilhelm war damit beschäftigt, seine Frau, die noch immer auf ihrer Bank herum zappelte, zu beruhigend. „Es fällt ja fast ab“, knurrte Armin. „Ich glaube, es müsste ganz leicht herauszuziehen sein.“

„Warte“, rief nun auch Wilhelm, das schmalgesichtige Kerlchen, von hinten. „Ich hole uns eine Zange!“

„Nein, bleib du mal bei deiner Ortrud, Willi!“

„Ich verstehe euch nicht!“, brüllte Hubert schon wieder aufgebracht. „Lasst doch das Scheißdings da hängen! Was schert uns das? Wir sind ohnehin der einzige Wagen, der hier die Serpentine hinaufkackt.
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“ Er kniff die Augen zusammen und starrte blinzelnd nach oben. Bis jetzt rollten ihnen keine Steine entgegen.

Hatte Hubert Recht? Nein, so würden sie nie den Hajeps entkommen können! Die zähen Verfolger trieben Armin und Wilhelm dazu, trotzdem nach Handwerkszeug zu suchen und auch Margrit half ihnen dabei.

Gerde als Margrit den beiden Männern eine Kramkiste vom Schrank herunter reichte, hatte ihr Waltraut die Einhandküche aus dem Bund des Zigeunerrocks gezogen.

„Gib mir die Waffe sofort wieder her“, kreischte Margrit, „du kannst damit doch gar nicht umgehen!“

In diesem Moment hatte Bärbel trotz aller Warnungen das Fenster geöffnet und sich aus diesem hinausgelehnt. Alles schaute ihr verdutzt zu, wie sie sich noch ein kleines Stückchen reckte, und dann hatte sie das Ding endlich beim Kopf gepackt. Sie schauderte nun doch ein bisschen, als sie das sonderbare glatte und doch irgendwie weiche Material zwischen ihren Fingern fühlte. Doch dann zog sie entschlossen daran.

In diesem Augenblick hörte die kleine Schar Bärbel entsetzlich aufschreien. Gleichzeitig sahen sie, wie sie sich heftig zusammen krümmte, jedoch dabei noch immer mit dem Oberkörper aus dem Fenster hing.

Was geschehen war, wusste zwar niemand, doch das Entsetzen ließ allen das Blut in den Adern gefrieren. Käseweiß im Gesicht taumelte Bärbel zurück, aus ihrem rechten Arm schoss stoßweise Blut!

Hubert hatte sich dabei noch am couragiertesten gezeigt. Er hatte trotzdem nicht angehalten und jagte, obwohl er gewiss in eben solcher Sorge um Bärbel war, wie alle anderen, einfach den Berg weiter hinauf. Doch bebte sein breiter Rücken und die Hände, die das Steuer hielten, zitterten.

Bärbels Unterarm war von dem merkwürdigen Instrument einfach abgetrennt worden.

Er war weg! Der ganze Tag war schon für Margrit wie ein Horrorfilm gewesen, aber das hier war wirklich der Höhepunkt. Armin begann laut und hilflos wie ein Kind zu schluchzen, während Willi und Waldtraud versuchten, der inzwischen ohnmächtigen Bärbel den Arm so abzubinden, dass sie nicht verblutete.

Plötzlich fühlte Margrit, wie sich Armins Finger von hinten um ihren Hals schlossen. „Wenn meine Freundin drauf geht, du Hexe“, fauchte er, „dann bist du dran!“

„Aber ich habe es doch nicht getan!“, keuchte Margrit leise, da sie kaum Luft bekam.
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„Das ist egal, Zigeunermiststück“, brüllte er. „Du und dein Volk habt euch doch mit den Hajeps angelegt. Das sieht man ja an dieser Waffe!“

Er wies dabei mit seinem markanten Kinn Richtung Margrits Einhandküche, die Waldtraud nun ziemlich verstört an Wilhelm weiter reichte, der dieses Ding auch nicht gerade begeistert und ausgesprochen vorsichtig in den Händen hielt.

„Habt diese verrückte Wumme den Hajeps geklaut, richtig?“ Armin drückte ein bisschen zu und lockerte danach wieder den Griff.

Margrit holte tief Atem, zögerte, wusste nicht, ob sie zu dieser Frage ehrlicherweise nicken oder lieber den Kopf schütteln sollte.

„He, ich fragte dich gerade etwas!“ Er packte sie nun bei den Schultern und riss sie zu sich herum. „Na, ist ja auch egal“, sagte er jetzt selber, „jedenfalls erscheint es mir jetzt völlig klar, weshalb wir verfolgt werden.“ Er wandte sich jetzt nach den anderen um. „Los Willi, das scheint ein ziemlich kostbares Ding für die Hajeps zu sein, schmeiß das einfach aus dem Fenster! Dann haben sie es wieder und lassen uns vielleicht endlich in Ruhe!“

„Aber, womöglich können wir diese Waffe für uns nutzen?“, zögerte der nun doch. „Zur Verteidigung gegen unseren Feind, meine ich!“

„Es ... es ist ja gar keine Waffe!“, krächzte Margrit, recht heiser geworden. „N ... nur ein Nahrungszubereiter!“

„Waaas?“, keuchte Armin ungläubig. „Ach, Quatsch!“

„Doch, gebt mir das Ding, dann kann ich euch zeigen, wie es geht!“

„Das könnte dir so passen, Zigeunerziege! Erzählst uns hier Märchen, damit du uns damit wieder bedrohen kannst, was? Nee, nee, da wird nichts mehr draus!“

„Du willst uns doch wohl nicht weiß machen“, rief nun auch Willi aufgeregt, „dass all die Hajeps und diese ... hm ... wie heißen die doch gleich?“

„Loteken!“, half ihm Margrit.

„Richtig! Also, dass die diesen ganzen Aufwand gemacht haben, nur um einen albernen Nahrungsbehälter wieder zu bekommen?“

„Das ist mir scheißegal!“, hörten sie mit einem Mal wieder Hubert von seinem Fahrersitz aus schnauzen. „Das Ding verschwindet aus dem Wohnwagen. Ich hab die Schnauze voll, sooo die Schnauze voll von diesem außerirdischen Schnickschnack, das könnt ihr mir glauben!“

So gehorchte Wilhelm doch und kaum war das Ding hinaus, wisperte er diesem hinterher: „Hier ihr außerirdischen Dreckstücke! Da habt ihr euer Zeugs wieder!“

Aber die beiden Trestine und auch die sechs Lais schienen sich nicht sonderlich um ihren Kocher zu kümmern, flogen einfach weiter dem Wohnwagen hinterdrein.
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Da packte Armin Margrit schon wieder beim Kragen. „Was wollen sie von uns, du Zigeunerhexe?“, schrie er sie fassungslos an. „Deine Augen funkeln so seltsam, also weißt du es!“

Sie schüttelte den Kopf und schloss ergeben die Augen.

„Durchsucht sie!“, brüllte Armin nun. „Sie muss irgendetwas bei sich haben, was die Hajeps magisch anzieht.“

Waldtraut griff Margrit in die Bluse und holte zur Verblüffung aller die beiden Stücken von Danox hervor.

„Scheiße, Scheiße!“, brüllte Hubert wieder von seinem Steuer aus den Freunden zu. „Ich wollte ja gleich dieses Arschgesicht nicht mitnehmen! Stopft es der Hexe wieder zurück in die Bluse und dann werfen wir sie einfach hinaus.“

„Gute Idee!“ Nicht nur Armins Augen funkelten. „Steck ihr die Dinger wieder rein, Waldtraut, und dann ab mit ihr!“

Margrit konnte nichts mehr sagen. Sie fühlte Danox sonderbare Körperteile wieder an ihrer Brust und dann packte man sie von hinten beim Genick und zerrte sie durch den Wagen. Schon war die Tür aufgerissen, Margrit starrte stumm und mit großen, flackernden Augen nach draußen.

„Verdammt, worauf wartet ihr! Schmeißt diesen Kackhaufen endlich raus!“, brüllte Hubert von seinem Fahrersitz.

„Was denn? Mitten in der Fahrt?“, flehte Margrit ziemlich hoffnungslos und ihre Augen verdrehten sich vor Entsetzen. Sie warf sich zu Boden, machte sich so schwer wie möglich. Ihr Kopf ragte dabei aus der Türöffnung und der Fahrtwind peitschte schließlich das Tuch von der Glatze.

„Iiiiih!“, brüllte Waldtraud voller Ekel. „Gebt ihr doch endlich einen Tritt!“

Kräftige Hände hoben Margrits dürren Körper empor und dann warfen sie Margrit hinaus wie einen alten Lappen. Zum Glück fuhr das Wohnmobil langsam, da an dieser Stelle die Steigung der Strasse steil war. Der Wind fuhr knatternd in den weiten Zigeunerrock während Margrit einem riesigen schwarzen Felsloch umgeben von spitzen Zacken, entgegen sauste. Fast gleichzeitig hörte sie, dass sich beide Trestine dem Berg genähert hatten, über dessen schmalen Pass der Wohnwagen fuhr, dann das kurze Zischeln mehrerer Laserkanonen aus dem lotekischen Schiff und einen ohrenbetäubenden Knall! Mächtige Gesteinsbrocken spritzten, das gesamte Felsmassiv erschütterte mit krachendem Getöse.
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Margrit schaute staunend empor, denn sie hing plötzlich irgendwo fest. Ihre Finger umklammerten einen Zweig eines Busches, der über ihr in einer schmalen Felsspalte wuchs. Gesteinsbrocken rollten von oben hinab, Staub wallte auf, auch kleinere Brocken hüpften nun an Margrit vorbei dem Abgrund entgegen.

Was war passiert? Verwirrt blinzelte sie nach oben durch den Dunst. Dort wo Margrit den Wohnwagen noch vor wenigen Sekunden unfreiwillig verlassen hatte, schien jetzt der Berg gekappt!

„Gekappt“, wiederholten Margrits schrundige Lippen diese Feststellung und Blut lief ihr von der Stirn in den Mund, da sie von einem Stein getroffen worden war. „Loteken haben Berg ... ganze Spitze ... einfach abgesäbelt ... ging leicht! Einfach so weg!“ Ihr verstaubtes Gesicht zuckte merkwürdig. „Arm auch ab .. weg! Feuer! Wohnwagen weg ... alle tot?“ Sie sah sich um, es staubte immer noch entsetzlich, aber sie entdeckte, dass eine ihr vertraute Wohnwagentür tief unten aus all dem Geröll herausragte. Und was war denn das hier nebenan am Abhang zwischen den Steinen? Konnte das etwa Armins Schädel sein?



Ende

des vierten Bandes
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Punktestand der Geschichte:   155
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Kommentare zur Story:

  Auch von meiner Seite her, kann ich nur sagen, gelungen und man hat den Eindruck die ganze Story wird immer aufregender.  
   Marco Polo  -  09.02.19 22:28

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Ein gruseliger Schluss, wahnsinnig spannend. Da kann ich nur sagen, ich will meeeeehr!  
   Evi Apfel  -  08.02.19 12:03

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Sabine Müller" zu "finn"

Schön, echt wunderschön. Wundert mich, dass noch Niemand einen Kommentar abgegeben hat.

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