Das Licht der Hajeps Band 4 / Entscheidungen Runa    191

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Palifin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 22. September 2018
Bei Webstories eingestellt: 22. September 2018
Anzahl gesehen: 501
Seiten: 4

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit: Die Verfügbarkeit ist eine Angabe die nur im Prologteil der Reihe zur Verfügung steht.

Diese Story wurde zwar als Teil einer Reihe definiert, eine entsprechende Prologangabe fehlt allerdings noch.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Das Licht der Hajeps Band 4 Entscheidungen



Die Romanreihe beginnt ungewöhnlicherweise mit deren Ende. Das ist notwendig, um die gesamte Handlung besser zu begreifen. RUNA erscheint als fortlaufende Rahmenhandlung immer am Anfang eines jeden Bandes. Im letzten Buch fließen beide Enden zusammen.



RUNA IV. TEIL



Tränenblind schaute sich Gabamon um. Er lag am Ende einer schmalen, jedoch sehr hohen Steintreppe, die wohl in ein Tunnelgewölbe führte. Mondlicht leuchtete von oben herein. Wurzelwerk, Farn und Gestrüpp am Rande des Loches hielten sich gemeinschaftlich fest, lugten gleich abstrakter Scherenschnitte zu Gabamon herunter.

Offensichtlich war alles an Gabamon heil. Er konnte die Arme und Beine bewegen und ihm tat nichts wirklich weh. ‚Oh, wunderbare, rabenschwarze Nacht!’, dachte er und ‚Danke dir, gütig hinwegsehender Vollmond!’

Die Xuntos hatten wohl sein Verschwinden bemerkt, suchten ratlos nach ihm und wurden dementsprechend lauter! Wütende Schreie ertönten von oben. Hehe, sollten sie ruhig toben, ihn störte das nicht!

Gabamon richtete sich taumelnd auf, klopfte Staub, Erdklümpchen und Gras von der Kleidung, musterte kopfschüttelnd die vielen Stufen, welche er hinabgerollt war. Welch ein Wunder, dass er diesen Sturz gut überstanden hatte.

Dann schlug er wieder den großen Kragen seiner Jacke hoch und schleppte sich tastend vorwärts, denn hier war es finster, kämpfte sich diesen Tunnel entlang, fühlte dabei Einiges spitz und schmerzhaft unter dem nackten Fuß, und spürte, dass es hier immer geräumiger wurde.

Auch das schrille, ungeduldige Gebrüll der Xuntos wurde gedämpfter, je weiter er kam, bis die Stille der Tiefe es schließlich ganz und gar verschluckte und nur noch er selbst zu hören war, sein aufgeregtes Keuchen, das Rascheln seiner Kleidung, das Patschen seiner bloßen Füße auf dem muffigen Steinboden.

Es dauerte ein wenig, bis Gabamon die nächste Treppe vor sich hatte, deren Stufen abermals hinabzuführen schienen, das ertastete er jetzt mit seinem großen Zeh. Er merkte außerdem, wie es hier und da tropfte.

Ihm war noch immer nicht klar, wo er sich befand und wie ihm das alles passieren konnte. Klar war nur, dass er so schnell wie möglich tief im Inneren der Erde verschwinden musste.
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Kaum hatten seine Zehen endlich festen Boden ertastet, wollte er aufatmen, doch da ging von irgendwoher Licht an.

Obschon er stark geblendet war, erkannte er einen weiteren Tunnel. Wo führte der hin? Er rieb sich die Augen, um besser zu sehen. Wer hatte das Licht angeschaltet? Selbst beim besten Willen konnte er niemanden ausfindig machen, außer der Ratte dort hinten, die sich schnellstens davon machte. Niemand war also für das Licht verantwortlich. Offensichtlich gab es hierfür eine besondere Automatik und so lief er einfach weiter.

Er konnte nicht umhin, trotz aller Eile diesen wunderbar buntbemalten Tunnel zu bestaunen, zumal er ahnte, dass diese üppige Dekoration schon einige Jahrzehnte überdauert haben musste, und es bekümmerte ihn, sobald er größere oder kleinere Gesteinsbrocken und manchmal auch ganze, immer noch schön gemustert Putzfladen auf dem Boden entdeckte, weil die sich im Laufe der Zeit von irgendwo her gelöst hatten.

In regelmäßigen Abständen zeigten sich Türen in den Wänden. Manche standen sogar noch offen. Dahinter war es dunkel. Die meisten schienen allerdings verschlossen zu sein.

Schon seit einer ganzen Weile führten die Gewölbe nicht mehr hinab. Ab und an hatte er nach oben gelauscht und keine Xuntos mehr gehört, aber den Wind in den Tunneln und auch andere ferne Geräusche, die er sich nicht erklären konnte. Sie machten ihm ein wenig Angst, aber was sollte er tun? Er musste sich zumindest für heute hier verkriechen.

Merkwürdig, dass der uralte Mechanismus für die Beleuchtung der Flure noch funktionierte, dass er, sobald man in den nächsten Gang einbog, auch dort Lichter aufblitzten ließ und alles, was man hinter sich ließ, gleich wieder in rabenschwarze Nacht verwandelte!

Gabamon war darüber so nachdenklich geworden, dass er gar nicht mehr darauf achtete, wohin er seine Füße lenkte, denn nicht selten gab es Verzweigungen, aber die störten ihn nicht, er wählte einfach irgendeine Richtung.

Es war hier so still, dass Gabamon den eigenen, aufgeregten Herzschlag deutlich vernahm, und der wurde noch schneller, kaum dass er die Hand auf die Klinke einer bunt bemalten Türen legte, weil er dahinter Licht entdeckt hatte.
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Hielt sich etwa außer ihm hier noch ein Mensch versteckt? Wer oder was konnte es sein, was hinter der Tür für Beleuchtung gesorgt hatte? Kaum hatte er die Klinke hinunter gedrückt, schnappte er überrascht nach Luft. Donnerwetter, die klemmte ja! Oder wurde sie von der anderen Seite zugehalten?

Eigentlich hätte er jetzt weitergehen können, doch der Zorn packte ihn. Er rüttelte, zog und zerrte, stieß schließlich mit dem Knie gegen den unteren Teil der Tür, warf sich sogar mit dem ganzen Körper dagegen.

Natürlich war das nicht leise gewesen. Wenn das nun die Xuntos gehört hatten! Oder wenn durch die Erschütterung nun vielleicht alles einstürzte! Welch ein Unverstand, zumal diese Tür ja auch abgeschlossen sein konnte.

Doch es war dort Licht. Er sah es durch die Türritzen. Gabamon konnte nicht anders, er musste sich nur noch ein einziges Mal dagegen werfen, und da flog er auch schon in den kleinen Raum hinein, kam erst nach zwei, drei gestolperten Schritten zum Halten.

Es staubte mächtig von der Decke, er hustete, musste niesen! Putz rieselte ihm übers Gesicht, verteilte sich in seinen dunkelblonden, kinnlangen Haaren, lag wie Schnee auf seinen Schultern.

Er schüttelte sich, klopfte sich die Schultern frei, holte aus dem Kragen einige kleine Gesteinsbröckchen, wuschelte sich durch die Strähnen. Staub brannte in den Augen, dennoch konnte er recht gut erkennen, wo er sich befand, weil hier ein arg verstaubter Leuchtkörper an einem langen Kabel von der Decke hing, der alles mit einem schwachen Licht erhellte.

Merkwürdig, das Bett vorne links in der Ecke, nein, es war eher eine armselige Pritsche, wo der kleine, rot gekachelte Kamin war, sah nicht so aus, als ob darin eben noch einer geschlafen hätte, oder? Die Bettwäsche war zerwurstelt, aber grau und brüchig. Daneben stand ein ziemlich primitiv zusammen gezimmertes Nachttischchen und auf diesem befand sich ein kleines, uraltes Radio.

Irgendwie war Gabamon mulmig, denn er fühlte sich beobachtet, wenngleich er niemanden sah.

Lebte hier etwa noch jemand? Jemand, der dieses Licht regelmäßig reparierte, jemand, der vielleicht nur dann und wann über irgendwelche Nebeneingänge in diesen stickigen Gewölben Zuflucht suchte? Jemand, der womöglich hier etwas verbarg, was dem diktatorischen Staat entgehen sollte oder gar verfolgten Leuten Schutz bot? Das konnte doch gar nicht sein, oder?

Spinnweben hingen von der Decke herab, wiesen den Weg zum nächsten Bett mit einer hübschen, rot karierten Bettwäsche.
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„He, hallo?“, fragte er obschon er sich völlig lächerlich fand, aber es war ihm irgendwie danach. „Ist hier jemand?”







Fortsetzung von RUNA folgt mit Band 5
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Punktestand der Geschichte:   191
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Kommentare zur Story:

  Oh, oh, der arme Gabamon, hoffentlich ist das keine Falle?  
   Evi Apfel  -  30.09.18 18:47

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