BRONX ANFANG.............BRONX ENDE   75

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten

Von:    Mike Bradfort      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 9. September 2015
Bei Webstories eingestellt: 9. September 2015
Anzahl gesehen: 623
Seiten: 4

Es gab einmal eine Zeit, da konnte man sich als Geistlicher glücklich schätzen, wenn man eine Pfarre zugewiesen bekam, welche sich irgendwo möglichst weit südlich der A46 in unserem Land befand.





Leider war mir dieses Glück eine Zeit lang nicht hold und ich wurde einst kurzfristig in einen seltsamen Stadtteil versetzt, welcher sich nördlich der A42, westlich der A59 und östlich des Rheins befand.





Als Erklärung für meine damalige Kurzzeitversetzung hatte mein vorgesetzter Geistlicher mir nur geheimnisvoll angedeutet, dass man dort im Moment einen betriebswirtschaftlich vorgebildeten Pater brauche, der bereit sei in ungewöhnlichen Situationen schnelle Entscheidungen zu treffen. Mir wurde von diesem eine Spezialvollmacht in die Hand gedrückt, die mich auch dazu berechtigte verbindliche An-und Verkaufs-Vorverträge für 2 dortige Immobilien abzuschließen. Als Dauer meines Sondereinsatzes hatte man maximal 14 Tage kalkuliert.

Mehr wurde mir mal wieder nicht verraten.





Als ich damals mit meinem schwarzen Dienst-VW-Käfer, gesegnete Christophorus Plakette oberhalb der Gangschaltung inklusive, in den Stadtteil zum ersten Mal rein fuhr, um in der mir zugewiesenen Pfarre meine Kurzzeit Arbeitsstelle als Seelsorger und Prediger anzutreten, fiel mir als erstes das Ortseingangsschild auf.





„BRONX-ANFANG“ hatte ein Graffitisprüher auf das Ortseingangsschild des Stadtteils gesprüht und wenn man aus dem Stadtteil herausfuhr, stellte ich später fest, war auf dem Ausgangsschild „BRONX-ENDE“ geschmiert. Zudem wies das gelbe Orts-Eingangs-Schild unten rechts zwei deutliche Einschusslöcher auf.

Also der örtliche Schützenverein wird dafür sicherlich nicht verantwortlich gewesen sein.





Natürlich war ich nicht ganz unvorbereitet dorthin gefahren. Genauestens hatte ich zur psychischen Stärkung vorher Zeitungsartikel und Medienberichte, welche über diesen Stadtteil handelten, studiert.





Von „No-Go-Area“ war in diesen zahlreich die Rede und fast jeder siebte Einwohner sollte dort arbeitslos sein. Über 90 verschiedene Nationalitäten würden dort mehr oder weniger friedlich zusammenleben, bei außergewöhnlich hohem Straßenlärm und enormer Feinstaubbelastung durch Straßenverkehr und Stahlindustrie.
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Polizeihundertschaften müssten dort häufiger mal eingesetzt werden, um aufeinander eindreschende verfeindete Familienclans, häufig nach Hochzeitsfeiern, auseinander zu treiben.





Ich gebe zu, dass sich meine Begeisterung bezüglich meiner dortigen Tätigkeit schon im Vorfeld dadurch in starken Grenzen hielt.





Ich hatte gerade das gelbe BRONX-ANFANG Schild mit meinem Dienst-Käfer passiert, als ich an einer Kreuzung wegen eines roten Ampel halten musste.





Der Wagen war kaum zum Stillstand gekommen, da hatten sich schon 2 Gestalten, die aus dem Nichts zu kommen schienen, links und rechts von meinem Wagen aufgebaut. Der Typ rechts beugte sich seitlich über meine Kühlerhaube und ehe ich mich versah, hatte dieser die beiden Scheibenwischer von der Windschutzscheibe abgehoben. Mit einem Wischlappen fing dieser ungefragt an, meine Scheibe zu säubern.



Sein Kumpel links klopfte an mein Fenster und da ich ein freundlicher Mensch bin, öffnete ich dieses einen Spalt weit.



„Kostet ne Mark !!“, hörte ich diesen sagen.



Paulus:“ Ähh ? Was....?“



„Ja, Alten.... Scheibe klar machen, kostet ne Mark hier ! Dürfte doch wohl bekannt sein !“,zischte der Fensterputzer mir aggressiv zu und ich glaubte deutlich auch eine Alkoholfahne riechen zu können.



Paulus:“...Also, ich hab Sie nicht gerufen,..äh äh, warum soll ich.......“



Putzer: „Bisse neu hier wat ? Kaum hier und schon Ärger machen, dat haben wir schon........“.



Da in diesem Moment die Ampel auf Grün schaltete und der andere Typ rechterseits gerade mit seinem Körper nicht mehr den Fahrweg blockierte, gab ich Vollgas und fuhr den beiden, begleitet von lauten Flüchen, welche diese mir noch hinterher schrien, davon.



Das fing ja alles gut an !





Auf meinem weiteren Fahrweg zur neuen Arbeitsstelle, fuhr ich damals an auffallend vielen zerfallen wirkenden Häusern, mit hässlich verblichenen bzw.
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heruntergekommenen Fassaden, vorbei. Es waren meistens mehrstöckige Gebäude, welche im Erdgeschoss gewerblich genutzt wurden und ab der ersten darüber liegenden Etage wohl Wohnungen waren. Wohnungen, deren Fenster schon seit Monaten anscheinend niemand mehr gesäubert hatte. Man konnte kaum die Gardinen, hinter den durch Straßenstaub verdreckten Fensterscheiben, sehen. Und da, wo man etwas erkennen konnte, war es oft nur braune Pappe, welche anscheinend als Notverglasung für eine geborstene Glasscheibe diente.

Jeder dritte Laden in den Erdgeschossbereichen schien schon seit längerer Zeit geschlossen worden zu sein. In den dunklen Ecken zwischen den Häusern und in den Toreinfahrten lungerten im Halbschatten irgendwelche Gestalten herum. Einige Straßenhunde wühlten im Müll, welcher vielerorts achtlos auf dem Bürgersteig entsorgt worden war.





Es war zum gruseln !





An der Pfarrei , direkt neben der Kirche liegend, angekommen, stieg ich aus dem Käfer aus und klingelte an der Tür des Pfarrhauses, welches an seiner roten Backstein-Außenwand einige große meterlange Risse in der Außenfassade aufwies. Einige der Furchen waren so breit, dass man den Daumen reinstecken konnte.





Nach mehrmaligen klingeln hörte ich wie jemand von innen gemächlichen Schrittes zur Tür schlurfte und diese dann für mich öffnete.





Im Türrahmen der Tür erschien eine alte Frau, welche ca. 75 Jahre alt war.





„Ach ! Guck ! Der neue Herr Pfarrer. Ich bin Frau Kasulzke, die Haushälterin“, wurde ich von dieser begrüßt.





Paulus:“ Guten Tag Frau Kasulzke......äh....äh...ich., ja da bin ich nun..“





Kasulzke:„Ja, ich weis, Sie sind der Herr Paulus. Nun kommen Sie erst einmal rein, Sie hatten ja eine längere Reise, ich mache Ihnen gleich mal einen Kaffee. Sie haben Glück, aus den Steckdosen kommt gerade wieder Strom und aus dem Kran kommt seit heute morgen auch wieder Wasser“.





Ich begab mich ins Gebäudeinnere, welches innen durch einige schwere Eichenmöbel an sich einen gemütlichen Eindruck machte.
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Kasulzke (während diese zur Küche schlurfte):“Gewöhnen Sie sich besser erst gar nicht an dieses Haus Herr Paulus. Hier können Sie ohnehin nicht einziehen“.





Paulus (erstaunt):“Was... bitte ? Warum nicht ?“





Kasulzke:“Haben Sie die Risse in den Wänden draußen gesehen ?“





Paulus:“Ja, die sind ja riesig groß“.





Kasulzke:“Das sind alles Bergschäden ! Das Bauamt hat das Pfarrhaus vor einer Woche für unbewohnbar erklärt, da Einsturzgefahr besteht. Alle Nutzer des Hauses sollen laut Verfügung innerhalb der nächsten 2 Wochen ausziehen“................



+++++ ENDE DER LESEPROBE. WEITER UNTER ISBN-978-3-7396-1864-7 ++++++++++





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