Blutmond - Karms Reise - 35 -   64

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 28. November 2012
Bei Webstories eingestellt: 28. November 2012
Anzahl gesehen: 1467
Seiten: 11

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Weit im Südosten, genauer gesagt jenseits von der sagenhaften Hauptstadt der Albaelih, Weißklippe, befand sich in den uralten Wälder Teghestial die größte Stadt der Elbaeh. Baumheim, die Stadt in den Bäumen. Dort befand sie sich wirklich, also oben in den bäumen. Hoch oben in den gigantischen Baumriesen hatten die Nachkommen der wilden Elbenclans ihre Stadt gebaut. Baumhäuser, manche über mehr als drei Stockwerke hoch und allesamt durch Hängebrücken und Leitern und Seilen untereinander verbunden. Wenn man nicht unbedingt wollte, konnte man sich tagelang in dieser Stadt bewegen, ohne ein einziges Mal den Boden zu berühren.

Genau dort, in einem der ältesten Baumhäuser schreckte eine uralte, weißhaarige Elbaeh aus einem unruhigen Schlummer hoch.

“Daliah?”

Die alte Frau saß in einem bequemen, weich gepolsterten Schaukelstuhl und versuchte mit getrübten Blick die Düsternis im Wohnraum zu durchdringen. Im Nebenraum rührte sich etwas und dann wurde der Holzperlenvorhang, der die kleine, gemütliche Küche vom Wohnraum trennte zur Seite geschoben und eine junge Elbaeh trat mit einer kleinen Lichtsteinlampe bewaffnet in das Zimmer.

“Ich bin da, Tantchen Rauhne, ich bin da.”

Daliah stellte das Licht auf dem Tisch in der Mitte des Raumes ab, begab sich zu ihrer Urgroßtante und ging neben ihr in die Hocke.

“Ich bin da Tantchen,” wiederholte sie leise, “du warst ein wenige eingenickt.”

Die alte Frau blinzelte und schenkte ihrer Nichte dann ein faltiges Lächeln und nickte langsam.

“Ja,” meinte sie mit rauer Stimmer, “ja mein Liebes, das bin ich wohl.”

Ihr Blick verlor sich kurz in der Ferne, dann richtete sie ihre Augen wieder auf Daliah.

“Es hat begonnen, Kind, das spürst du auch, oder?” Di junge Frau nickte nur und die Greisin fuhr fort. “Du hast die Gabe, Daliah und die Verbindung zum Kristall der Winde. Es wird Zeit, dass ich ihn dir übergebe und du deine Aufgabe als seine Hüterin antrittst.”

Daliah schnappte erschrocken nach Luft, sprang halb auf und taumelte einige Schritte zurück, bis sie das niedrige Sofa erreichte und darauf zusammensackte. Ihr Augen hatten sich geweitet und sie schüttelte leicht den Kopf.

“Ich bin noch nicht bereit dafür, Tantchen!”

“Doch das bist du,” lächelte ihre Urgroßtante, “doch Daliah Sarune, Urtochter meiner Schwester, die Zeit ist gekommen und das weißt du auch, genauso wie ich.
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Aber bevor ich dir den heiligen Stein anvertraue, will ich dir noch einige dinge über ihn, ja über alle heiligen Steine erzählen.” Die Augen der uralten Elbaeh glitzerten listig. “Was ich dir nun erzähle, das darfst du nicht weitergeben, außer an jenen, der nach dir den Luftkristall tragen wird, denn es ist Hüterwissen.”

Doch die junge Frau schüttelte erneut den Kopf.

“Ich fühle mich aber nicht bereit dazu, Tante Rauhne.”

Die alte Frau lächelte sanft.

“Nein Kind, das stimmt nicht. Tief in dir weißt du das. Du hast nur ein wenig Angst und will dir etwas verraten meine Liebe, als meine Großmutter mir den Stein gab, da hatte ich auch Angst.” Rauhne lächelte erneut. “Das ist nur Natürlich Kind und du hast Recht dich zu fürchten, denn schließlich übernimmst du eine große Verantwortung damit und du begibst dich auch ein Stückweit in Gefahr, denn schon immer trachten die finsteren Mächte nach den heiligen Steinen.”

“Aber Tante,” Daliah klang unglücklich, “wäre es nicht gerade in diesen unruhigen Zeiten besser, wenn eine so erfahrene Hüterin wie du den Windkristall bewahrt? Ich meine, ich weiß doch gar nicht, wie und wann ich ihn benutzen soll und ich habe Angst, dass ich etwas falsch mache.”

Diesmal lachte ihre Tante leise und amüsiert. Sie zwinkerte der jungen Frau freundlich zu.

“Gerade in solch unruhigen Zeiten brauchen die Steine starke und junge Hüter, die auch bereit dazu sind ungewöhnliche Pfade einzuschlagen. Und mein Kind, solange du dem folgst, was dein Herz, dein Gefühl, deine innere Stimme dir rät, wirst du auch nichts falsch machen!”

Nun klang Rauhne Sarune, ältestes Seherin der Bruchlande, Trägerin und Hüterin des Windkristalls bestimmt. Sie beugte sich etwas vor und betrachtete ihre Urgroßnichte mit einem eindringlichen Blick.

“Daliah, du hast es im Blut und das weißt du auch! Die Gaben in dir sind stark und dein Wille ebenso, du bist die Richtige!” Die greise Elbaeh lehnte sich wieder zurück und seufzte tief.
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“Also hör auf so ängstlich zu tun und hör mir jetzt gut zu, Kind, denn es ist wichtig.”

Die junge Elbaeh seufzte, gab sich nun aber geschlagen. Rauhne nickte besänftigt.

“Gut,” fuhr die Alte fort, “und hör wirklich gut zu Kind, denn die heiligen Steine wurden nicht einfach nur zufällig an jene verteilt, die gerade eine Affinität zu einem der Steine hatte, sondern sie wurden ganz bewusst an ganz bestimmte Wesen gegeben. Ich weiß das, denn schließlich war ich dabei, als die neuen Hüter für die heiligen Steine erwählt wurden.”

Die greise Elbaeh hielt inne und gab ihrer Urgroßnichte die Gelegenheit das Gehörte ganz zu erfassen. Im ersten Moment gab die junge Frau keine Reaktion von sich, dann jedoch blinzelte sie überrascht.

“Wie, was,” fragte sie verwirrt, “du warst dabei? Ich wusste ja dass du alt bist, Tante, aber so alt?”

Über das verirrte, ja schockierte Gesicht der Jungen gestattete sich Rauhne ein breites, zahnlose Grinsen und nickte schließlich nachdrücklich.

“Ich bin Eintausendeinhundertdreizehn Jahre alt, meine Kleine und es ist jetzt genau Eintausendeinhundert her, dass die neuen Hüter erwählt wurden, direkt nachdem die Nachttode gebannt und ihre Meister den Tod gefunden hatten.”

Daliah sank verblüfft in sich zusammen und betrachtete ihre uralte Großtante mit ganz neuen Augen. Gut das die Seherin schon sehr, sehr alt war, das hatte sie gewusst. Tatsächlich war die Elbaeh schon alt gewesen, als Daliahs Mutter noch ganz jung gewesen war. Aber wie alt ihre liebe weißhaarige Tante wirklich war, das hatte die junge Frau nicht gewusst. Rauhne hingegen ließ ihrer Nichte alle Zeit, die sie brauchte. Sie hatte sowieso viel besser reagiert, als sich die Alte dies vorgestellt hatte. Schließlich sah die junge Elbaeh wieder auf.

“Erzähl,” forderte sie nun Rauhne auf, “bitte erzähl mir alles, Tante.”



Aridian stöhnte leise. Zäh klebte die Finsternis an ihm und hinderte den junge Mann hartnäckig daran gänzlich zu Bewusstsein zu kommen. Ein zweites leises Geräusch schafften den Weg über seine Lippen und Marelihs, die rotgewandete Heilerin der neun Meister merkte auf. Es wäre ganz gut, wenn der Junge nun endlich ganz zu Bewusstsein kam, dann konnte sie sich ein besseres Bild von seinem Zustand machen und außerdem wäre es sicher einfacher ihm den Kräutertrank einzuflössen, den sie für ihn gebraut hatte.
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Im Moment konnte sie ihm den Trank nämlich nur löffelweise verabreichen und das war zu wenig. Sie bedachte den Gefangen mit einem aufmerksamen Blick. Sein Gesicht verzog sich und offenbar kämpfte der junge Kerl wirklich darum zu erwachen. Die Meisterin konnte über diesen Lebenswillen nur den Kopf schütteln. Der Kleine war verdammt zäh. Sie verstand so langsam, warum es Kardric so sehr reizte diesen hier zu zerbrechen.

Sei beugte sich etwas über den jungen Albaelih und starrte ihm forschend ins Gesicht. Schließlich tätschelte sie ihm die Wange und schüttelte ihn etwas.

“Na komm schon,” meinte sie etwas ungeduldig, “aufwachen Kleiner!”

Der Mann gab erneut ein leises Geräusch von sich, versuchte unwillig den Kopf zur Seite zu drehen und öffnete tatsächlich endlich die Augen. Die Meisterin lächelte erfreut. Der Blick des jungen Mannes war verschleiert und er wirkte noch sehr benommen auf die Heilerin. Nur langsam klärten sich die Augen des Gefangen.

Aridian kämpfte verzweifelt darum aus der Dunkelheit, die sich klebrig und hartnäckig an ihn klammerte aufzutauchen. Es fühlte sich wie Stunden für ihn an, bis er endlich die Augen öffnen konnte und selbst dann blieb sein Blickfeld erst einmal ziemlich verschwommen und an den Ränder wirbelte noch immer Schwärze herum, die ihn jederzeit wieder verschlingen konnte. Endlich klärte sich sein Blick und einen langen Moment lang loderte Hoffnung ihn ihm auf. Er befand sich definitiv nicht mehr in seiner Zelle, er lag auf einer weichen Unterlage und ausnahmsweise war ihm tatsächlich einmal warm. Einen Augenblick später schwand ihm die Hoffnung auch schon wieder, denn er erblickte die Gestalt die abwartenden neben seinem Lager stand und ihn aufmerksam musterte und erkannte in ihr einen Meister. Im selbem Moment spürte der junge Albaelih auch die breiten, leicht gepolsterten Lederfesseln, mit denen er auf dem Bett festgebunden worden war. Er schloss kurz die Augen und schluckte trocken. Seine Kehle war wie ausgedörrt und irgendwie fühlte er sich auch noch etwas benebelt. Die Eindrücke kamen nur gedämpft zu ihm durch.
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Als Aridian die Augen wieder öffnete stand sein Beobachter plötzlich um einiges näher bei ihm und erschreckte den Krieger ein wenig. Die Rotgewandete Gestalt lachte leise.

“Na,” meinte sie, “da bist du ja wieder. Wir dachten schon, wir hätten dich verloren.”

Jetzt erst erkannte der Albaelih, dass es sich bei dem Meister um diese Meisterin handelte, die schon dabei war, als man ihm diesen schrecklichen Blutwein eingeflösst hatte. Er schluckte ein weiteres Mal.

“Wo,” brachte er schließlich heiser heraus, “bin ich?”

Die Frau lächelte und weil sie wieder ihre Halbmaske trug, konnte Aridian es auch sehen.

“In der Krankenstube natürlich,” antwortete sie, ”du wurdest mit bedrohlich hohem Fieber aufgefunden. Du wärst beinahe gestorben, aber da unser oberster Meister noch einiges mit die vor hat, konnten wir das nicht zulassen.”

Ihr Lächeln wurde breiter und verwandelte sich in ein böses Grinsen. Der Albaelih schluckte erneut schwer. Er hatte Angst vor dem, was da noch auf ihm zukommen mochte und in diesem Moment gelang es ihm einfach nicht diese vor der Meisterin zu verbergen. Die Frau lachte kurz auf, wurde dann aber wieder ernst. Bevor sich Aridain versah, hantierte sie an seinem Bett herum und plötzlich bewegte sich das Kopfteil seines Lagers, was ihm zu einer halbsitzenden Position verhalf. Über das erstaunte Gesicht des Gefangenen musste die Meisterin grinsen, dann jedoch wandte sich ab, entfernte sich einige Schritte und mixte offenbar etwas an einem nahem Tisch zusammen. Kurz darauf kehrte sie zu dem jungen Mann zurück. In der Hand hielt sie ein Glas, das zu einem drittel mit einerdunkelroten, klaren Flüssigkeit gefüllt war. Als sie ihm das Gefäß an die Lippen hielt, presste der Albaelih die Lippen zusammen und drehte abwehrend den Kopf zur Seite. Die Meisterin hatte für dieses Verhalten nur ein genervtes Kopfschütteln über.

“Tztztztz…,” sie klang tadelnd, “das ist Medizin, du Dummerchen. Sie wird deinem Körper helfen gegen die Infektionen, die sich bei dir eingeschlichen haben, zu kämpfen.”

Sie schüttelte erneut missbilligend den Kopf.

“Du wirst es nehmen,” meinte sie drohend, “ich kann auch einen Dschan hereinbitten, der dich festhält und dir das Heilmittel mit Gewalt einflössen.
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Willst du das?”

Die Augen des Gefangen richteten sich auf sie. Sein Blick flackerte. Sie schenkte dem jungen Mann ein sanftes, resignierendes Lächeln.

“Er, der oberste Meister,” meinte sie leise, “will, dass du lebst und darum wirst du weiterleben! Und wenn du dich nicht freiwillig fügst, dann zwingen wir dich eben.! Also? Wirst du das Heilmittel freiwillig schlucken, oder muss ich mir Hilfe besorgen?”

Erneut hielt sie ihm das Glas an die Lippen. Aridian schluckte trocken und schenkte ihr einen verzagten Blick, in dem sich nicht nur seine Verunsicherung widerspiegelte, sondern der auch sein Misstrauen kaum verbarg. Schließlich jedoch öffnete er leicht die Lippen und erntete dafür ein Lächeln von der Frau, das fast freundlich wirkte.

“Na also,” meinte die Meisterin, “es geht doch. Ich wusste, dass du nicht dumm bist. Es ist fast schade, dass er dich dennoch zerbrechen wird.”

Sie seufzte etwas gekünstelt und kippte das Glas so, dass die Flüssigkeit darin in Aridians Mund lief. Der Albaelih wirkte unglücklich, aber er wehrte sich nicht dagegen und schluckte den Trank. Was blieb ihm denn auch anderes über? Er glaubte den Worten der Meisterin. Tatsächlich schmeckte das Zeug nicht einmal schlecht. Ein wenig herb, aber nicht unangenehm. Der junge Mann vermutete, dass diese Meisterin, die wohl auch Heilerin war ihre Tränke absichtlich wohlschmeckend machte. Schließlich schluckte man etwas das gut schmeckte lieber, als irgendein bitteres Gebräu. Als er den Trank ganz ausgetrunken hatte, nahm die Frau das Glas fort, schenkte ihm ein weiteres Lächeln und strich ihm sanft einen seiner Zöpfe aus der Stirn.

Aridian schloss unglücklich die Augen. Zu einem anderen Zeitpunkt und unter anderen Umständen wäre die seltsam sanfte Geste sicherlich angenehm und tröstend für ihn gewesen. Nun aber wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte. Als sie ihre Hand wieder fort nahm, öffnete er die Augen und begegnete ihrem beunruhigend wissenden Blick. Kurz darauf wandte sie sich ab, schlug die Decken des jungen Kriegers zurück und begann ihn zu untersuchen. Sie musterte ihn zuerst aufmerksam, dann tastete sie erst seinen Hals, dann seinen Körper sorgfältig ab. Als sie ihn auf eine bestimmte Stelle des Bauches drückte und er daraufhin zusammenzuckte, nickte sie nachdenklich.
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“Das hab ich mir gedacht.”

Ihr leises Murmeln konnte er kaum verstehen. Endlich ließ sie wieder von ihm ab und Ariadian war ehrlich dankbar, als er seine Decke zurückbekam, war ihm doch eben bewusst geworden, dass er keinen Fetzen Kleidung am Leib hatte. Sie drehte seinen Kopf so, dass sie ihm in die Augen sehen konnte und bevor er überhaupt reagieren konnte, hatte sie seinen Kiefer auseinander gezwungen und warf einen Blick in seinen Rachen. Endlich ließ sie von ihm ab und schüttelte den Kopf.

“Hmm….” sie klang unzufrieden, “ich werde nicht wirklich schlau aus deinen Symptomen. Wüsste ich es nicht besser, würde ich vermuten, jemand hat versucht dich zu vergiften.” Ihr Lippen verzogen sich und wurden dabei ganz schmal. “Nun, das werden die anderen schon herausfinden. Du jedoch,” sie zeigte auf Aridian, “wirst nun bald eine leichte, angenehme Müdigkeit empfinden, ich habe dem Trank nämlich ein leichtes Beruhigungsmittel beigemischt. Du sollst viel schlafen, aber ich wage es nicht, dir bei deinem derzeitigen Zustand etwas stärkeres zu verabreichen.” Die Stimme der Meisterin wurde nun kalt und streng. “Wenn du das jedoch versuchst auszunutzen und irgendwelchen Blödsinn anstellst, dann werde ich das Risiko eingehen und dir etwas viel stärkeres verabreichen. Verstanden?”

Aridian nickte nur. Er verstand nur zu gut. Wenn er einen Fluchtversuch unternahm und man ihn wieder einfing, würde er anschließend so unter Drogen gesetzt werden, dass er wahrscheinlich nicht einmal mehr seinen Namen kannte.

“Gut,” ließ sich die Meisterin vernehmen, “danach kommt eine meiner Dienerin und wird dich mit einer leichten Suppe füttern und dir etwas zum trinken bringen. Sei bitte freundlich und du kannst dir den Versuch sie zu beeinflussen ersparen. Die Mädchen sind mir treu ergeben und fürchten sich sehr vor dem obersten Meister”

Mit diesen Worten rauschte die Frau aus dem kleinen Raum, in dem Aridian lag, hinaus und schloss bestimmt die Tür hinter sich. Ein Klicken im Schloss verriet dem jungen Mann, dass er nun wieder eingesperrt war. Ein tiefes Seufzen fand den Weg über seine Lippen. Sein Blick irrte in dem dunkler werdenden Zimmer herum um blieb schließlich an dem winzigen, vergitterten Fenster hängen, durch das sanftes Abendlich in den Raum floss.
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Aridian schluckte trocken. Er hatte noch immer den seltsamen Nachgeschmacks des Heiltranks im Mund, der wenn auch nicht unangenehm, dennoch sehr intensiv war. Er fragte sich, was genau man ihm da gegeben hatte. Aber was auch immer es war, es schien zu helfen. Der Krieger schloss die Augen und horchte in sich hinein. Er hatte auf jeden Fall noch Fieber und irgendetwas stimmte wirklich nicht mit seinem Magen, der zwar nicht schmerzte, aber sich auch nicht normal anfühlte. Dennoch fühlte er sich im Moment wohler, als all die Tage zuvor. Wenigstens war ihm mal warm. Seine Füße fühlten sich heiß an und ein dumpfer Schmerz pochte in den Sohlen. Als er sie versuchweise etwas bewegte, bemerkte er, dass die Glieder bandagiert waren. Außerdem fehlte das stechen der Nägel, die ihm sonst jede Bewegung verübelten. Aridian hielt überrascht die Luft an, dann erinnerte er sich trübe daran, wie der oberste Meister ihm diese schrecklichen Dinger aus den Sohlen entfernte.

Plötzliche Hoffnung flammte in seiner Brust auf. Er hatte das nicht geträumt!

Sie hatten ihn tatsächlich von diesen furchtbaren Geräten befreit!

Unvermittelt wurde ihm klar, das er wohl nur noch diese eine Chance haben würde um von diesem schrecklichen Ort zu fliehen. Nun stellte sich ihm nur noch die Frage, wie er das anstellen sollte?

Zum einen konnte er zwar nun wieder gefahrlos seine Beine benutzen, aber bestimmt tat das sehr weh und weit würde er nicht laufen können. Zum anderen musste er erst einmal seine Fesseln loswerden, die ihn nach wie vor im Bett festhielten und er brauchte auf jeden Fall Kleidung.

Aridian schloss verzweifelt die Augen. Wie sollte er das bewerkstelligen? Mal ganz davon abgesehen, dass er auch noch krank war. Selbst wenn es ihm gelang die Fesseln loszuwerden, Kleidung zu finden und dieses Gebäude zu verlassen, was kam dann? Wie weit würde er kommen? Und was würde mit ihm passieren, wenn man ihn wieder einfing?

Unglücklich öffnete er die Augen und sah zu, wie das Abendlicht langsam verblasste und schließlich Dunkelheit den Raum erfüllte. Erst dann ließ ihn das Geräusche des Schlosses den Kopf zur Tür drehen, die sich eben sacht öffnete. Weiches Licht fiel durch den Spalt und offenbarte eine junge Frau, die ihrer Kleidung nach wohl eine Dienerin war.
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Das Mädchen betrat vorsichtig den Raum und schenkte dem Gefangenen ein zaghaftes Lächeln, als sie bemerkte, dass der junge Mann wach war. Sie stellte die kleine Leuchsteinlampe auf dem Tisch ab, verschwand noch einmal durch die Tür und kehrte mit einem Tablett beladen zurück. Vorsichtig näherte sie sich dem Mann.

“Hallo,” sie klang schüchtern, “ ich soll dich mit Suppe füttern und dir zu trinken geben.”

Sie stellte ihr Tablett ab, holte einen Stuhl und stellte ihn neben dem Bett ab. Aridian folgte aufmerksam jeder ihrer Bewegungen, sagte aber noch nichts. Das Mädchen selbst war eher unscheinbar, offenbarte aber eine sanfte Unschuld, die ihn irgendwie anrührte. Sie war etwas rundlich und klein. Das eher runde Gesicht wurde von zu großen, blaßblauen Augen dominiert. Unter der schlichten Haube quollen hellblonde, feine Strähnen hervor und bildeten einen niedlichen Rahmen für das Gesicht. Insgesamt war die junge Frau schlicht und praktisch gekleidet und ihre etwas derben Händen offenbarte, dass sie wohl aus einer Arbeiter- oder Bauernfamilie stammte.

Der Albaelih versuchte sich an einem kleinem Lächeln.

“Mein Name ist Aridian,” meinte er leise und etwas heiser, “verrätst du mir auch deinen Namen?”

Die Dienerin musterte ihn mit hochgezogener Augenbraue, gab dann aber doch nach und lächelte erneut.

“Marie,” antwortete sie leise, “meine Name ist Marie.”

Sie betrachtete kurz ihr Tablett, dann wandte sie sich wieder dem jungen Krieger zu.

“Willst du erst etwas trinken,” fragte sie unvermittelt, “oder erst die Suppe essen?”

Aridian blinzelte irritiert.

“Ich habe ziemlichen Durst,” meinte er leise, “aber eigentlich würde ich gerne selber essen, du müsstest nur meine rechte Hand befreien.”

Er klang hoffnungsvoll, doch die Dienerin schüttelte sanft den Kopf. Sie näherte sich ihm mit einem tönernem Gefäß, in dem sich hoffentlich Wasser befand. Ihre Augen blickten so wissend und verständnisvoll, dass sich der Albaelih fragte, der wievielte Gefangen er wohl war, den dieses Mädchen versorgte.

“Das kann ich nicht,” meinte sie sanft, “und werde ich auch nicht tun.
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Die Meisterin Marelihs hat mich vor dir gewarnt.” Sie zwinkerte dem Gefangen zu, wurde dann aber sogleich wieder ernst. “Ich weiß genau, was du versucht und ich verstehe, dass dir das klar sein muss und auch warum du es trotzdem versuchst. Aber ich kann dir nicht helfen, Aridian, auch wenn ich es gerne täte.” Sie lächelte traurig. “Wenn es nur um mich ginge, dann vielleicht. Aber es geht nicht nur um mich, verstehst du? Es geht auch um meine Eltern und um sechs jüngere Geschwister. Wenn ich dich befreien würde, dann würde ich den Preis dafür nicht nur alleine tragen, sondern meine Familie würde mit mir leiden.”

Bevor der Mann antworten konnte, drückte Marie ihm den Tonkrug an die Lippen und nötigte ihn zu trinken. Gierig schluckte der junge Mann das klare, gekühlte Wasser und schien sich danach ein wenig besser zu fühlen. Er tat ihr etwas leid, aber das taten ihr alle, die sie hier bisher versorgen musste. Am Ende wurden sie entweder zu kaltblütigen, gehorsamen Killern, oder sie starben unter den Torturen, die ihnen zugemutet wurden. Im Stillen hoffte die junge Frau für diesen hier, dass er sterben würden. Sie fand nämlich, dass er zu schade für diesen Ort hier war. Er gehörte hier nicht hin. Sie schenkte ihm ein weiteres Lächeln, räumte den Krug fort und kehrte mit der Suppe zu ihm zurück.

“Marelihs,” fragte er immer noch leise, “ist das diese Heilerin hier, diejenige die mich versorgt hat?”

Marie nickte zustimmend.

“Ja,” antwortete sie, “Meisterin Marelihs ist die Meisterheilerin hier. Sie ist noch eine der freundlicheren Meister hier,” fügte sie dann aus einem Impuls heraus dazu, “ sie quält nicht gerne. Aber die anderen, besonders der oberste Meister, vor dem musst du dich hüten, die sind schlimm. Die tun dir weh, einfach weil es ihnen Spaß macht.”

Maries Augen weiteten sich und sie hielt abrupt und erschrocken inne. Sie hatte sich doch wirklich mitreißen lassen. Doch der junge Gefangene lächelte nur schmal.

“Na danke,” meinte er ironisch, “grade der hat es doch auf mich abgesehen.” Er musterte das Mädchen und registrierte ihren Schrecken. “Keine Angst,” setzte er hinzu, “ich verrate schon nicht, was du gesagt hast, Marie.”

Die Dienerin schenkte ihm ein weiteres, etwas zaghaftes Lächeln und begann ihn nun mit der Suppe zu füttern.
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Aridian nahm den ersten Löffel nur zaghaft und etwas misstrauisch an, ließ sich dann aber willig mit der wohlschmeckenden Brühe füttern. Erst jetzt erkannte er, dass er doch großen Hunger hatte und die leichte Kost schonte seinen offenbar angegriffenen Magen.

“Aber,” meinte er irgendwann dazwischen, “du verstehst doch, dass ich es zumindest versuchen musste, oder?”

Marie lächelte ihn an.

“Ja, das versteh ich. Ich werde es auch nicht verraten.”

“Danke.”

Aridians Stimme klang selbst in seinen Ohren seltsam, doch die junge Frau ging nicht auf diesen Ton ein. Stattdessen begann sie einfach wieder ihn weiter zu füttern.

“Später,” meinte sie, als die Schüssel endlich leer war, “wird die Meisterin Marelihs noch einmal vorbei kommen und dir deine Medizin geben.”

Vorsichtig strich sie ihm einen seiner Zöpfe aus der Stirn und diesmal war die Geste wirklich so tröstlich gemeint, wie sie sich anfühlte. Aridian schloss die Augen und schluckte hart.

“Ich würde,” meinte Marie leise, “dir wirklich gerne helfe, wenn ich könnte. Aber es geht halt nicht nur um mich, das verstehst du sicher, oder?”

Der junge Krieger nickte nur sacht. Natürlich verstand er das. Aber das änderte nichts an der Enttäuschung, die nun in ihm brannte.

Nur wenige Minuten später war die kleine Dienerin wieder verschwunden und Aridian vermisste ihre ruhige und tröstliche Gegenwart fast sofort. Schließlich drehte er den Kopf wieder dem winzigen Fenster zu und verfolgte, wie der Mond einen Streifen silbrigen Lichts in seine Kammer malte. So viel Hoffnung ihm die Tatsache gemacht hatte, dass man ihm diese schrecklichen Spieße aus den Fußsohlen entfernt hatte, so sehr waren diese Hoffnungen nun an der Wirklichkeit zu Bruch gegangen und hinterließen ein seltsam leeres Gefühl in ihm.

Vielleicht, so dachte der junge Krieger und erschrak selbst vor diesem Gedanken, vielleicht wäre es tatsächlich besser für ihn gewesen, wenn er in dieser Zelle gestorben wäre. Und diesmal fehlte dem Albaelih schlicht die Kraft um die heftigen Gefühlsregungen in ihm zu unterdrücken und eine einzelne Träne fand schimmernd ihren Weg über seine schmale Wange.
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Von Seelenqual überwältigt schloss er die Augen und ließ den nachdrängenden Tränen freie Bahn.

Eine leise, flüsternde Bewegung veranlasste ihn dazu seine Augen wieder zu öffnen. Jene weiteten sich erschocken, als er registrierte, was da in seine Kammer gekommen war. Jedoch, bevor er einen Ton von sich geben konnte, legte sich eine schmale, aber starke schwarzhäutige Hand über seinen Mund und erstickte jeden Laut.

“Still,” zischte ihm die Dschan leise an, “sei still. Gib keinen Ton von dir, sonst sind wir beide verloren!”
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Kommentare zur Story:

  Hallo Erik,

also zuerst einmal freue ich mich sehr, dass dir die Geschichte so gefällt und sie dich so faszinieren konnte, dass du sie bis hier her gelesen hast.
Zum zweiten möchte ich dich beruhigen, Blutmond liegt mir selber viel zu sehr am Herzen, als das ich sie einfach so im Sand verlaufen lassen möchte. Auch wenn hier zwischendrin mal längere Pausen entstehen, werde ich sie fertigschreiben.
Derzeit macht mir der Alltag und einige private Dinge immer wieder nen Strich durch die Rechnung, aber (lustigerweise) bin ich die letzten Tage wieder vermehrt an der Fortsetzung dran, die wirklich nicht so einfach zu schreiben ist.
Ich will mal soviel veraten, im nächsten, vielleicht auch übernächsten Teil (ich kann das von der Länge noch nicht so ganz abschätzen) werden sich einige Schlüsselszenen ereignen, in dennen sich dann auch offenbart, wie es mit Aridian weitergeht, welchen Weg nun die kleine Dschankönigin einschlagen wird und zudem finden sich Karm, Annabella und Schnurr nicht nur auf einem fliegendem Schiff wieder, sondern sie treffen auch auf Gunther von Kliffstein und die Gräfin Rosamunde von Rotkliff...also alles in allem nicht so einfach zu schreibe.

Und eines sag ich dir, mit diesen Dschan habe ich mir doch recht komplizierte Wesen eingefangen.... ;-)


Liebe Grüße dir
Anariel  
   Tis-Anariel  -  20.01.13 06:48

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  Ich hab mir die letzten Tage die ganze Blutmond-Serie durchgelesen und bin jetzt wirklich gespannt, was draus wird.

Anfangs waren die Dschan nur dämonische Monster, jetzt gibt es auch einen Hintergrund und die junge Dschankönigin, bei der man noch nicht weiß, ob sie gut bleibt oder durch das "Blutlecken" doch immer weiter auf die böse Seite rüber gezogen wird.

Nur hab ich die Befürchtung, dass die Serie irgendwann einfach aufhören könnte. Hoffentlich nicht!

Es ist einfach zu viel, was noch passieren muss, das reinste Licht, dass die Meister evtl. besiegt werden, ob die Dschan vielleicht doch in ihre Welt zurück kehren oder sich anders als von Lebewesen ernähren können.  
   Erik Hart  -  20.01.13 01:31

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  Hallo Petra,

wie schön, dass es auch dir gefällt.
Ja so ein uraltes Tantchen kann schlecht reisen. Aber du hast Recht, ich wär auch nicht begeistert, wenn man mich für so eine gefährliche Sache aussuchen müsste. Arme Daliah!

tja, wer will Aridian da helfen und will derjenige wirklich helfen?
Ich bin schon fleißig am schreiben.

Liebe Grüße dir  
   Tis-Anariel  -  04.12.12 11:28

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  Ich wäre auch in Sorge, wenn man mich für so einen gefährlichen Auftrag aussuchen würde, aber das alte Tantchen kann ja nicht reisen. Da muss schon die arme Daliah das Licht übernehmen.
Habe mich sehr gefreut, dass es Aridian wenigstens ein kleines bisschen besser geht und er hat sogar eine Chance zu entkommen. Ich bin wirklich sehr neugierig wer ihm da helfen will.  
   Petra  -  03.12.12 21:08

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  Hallo Doska,

es freut mich sehr, dass dir auch dieser Teil gefällt.
Schön, dass ich Baumheim für dich plastisch darstellen konnte. Die Idee zu dieser Baumhausstadt ist schon etwas älter. Eine ähnliche Stadt habe ich bereits für eine andere, ältere Geschichte, die ich hier jedoch nicht eingestellt habe, erdacht.
Ich persönlich würde selber auch sehr gerne an so einem Ort wohnen und leben :-)
Ja Aridian darf jetzt mal hoffen. Mal sehen, wer da kam und was das wird?
Das nächste Kapitel wird das zeigen.

Liebe Grüße dir  
   Tis-Anariel  -  03.12.12 12:02

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  Das Volk in den Bäumen wird von dir so schön plastisch dargestellt, dass man dort am liebsten auch wohnen möchte. So geht also der Luftkristall auch auf Reisen. Bin gespannt ob die junge Hüterin ihn genügend schützen wird können, denn die boshaften Meister wollen ja mit Hilfe der Dschan am besten gleich alle Steine in ihre Gewalt bringen. Aridian darf zum erstem Male hoffen, gerettet zu werden, aber ob das auch gelingen wird?  
   doska  -  02.12.12 16:03

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  Hallo Gerhald,

wie schön dass dir auch dieser Teil gefällt. Freut mich, wenn ich ihn spannend hinbekommen habe.
Nun, wer wird das wohl sein?
Das wird sich schon im nächsten Kapitel offenbaren.

Liebe Grüße an dich  
   Tis-Anariel  -  29.11.12 21:59

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  Ob das wohl die junge Dschankönigin ist, die Aridian retten will? Spannend und wunderbar fantastisch geschrieben.  
   Gerald W.  -  29.11.12 21:31

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