Falaysia - Fremde Welt - Band1: Allgrizia; Kapitel 16   126

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Ina Linger      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 18. Juli 2012
Bei Webstories eingestellt: 18. Juli 2012
Anzahl gesehen: 806
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


*Hallo, ihr Lieben. Hier kommt das nächste Kapitel zusammen mit einer ganz großen Bitte an euch: Ich nehme ab heute (bis Ende September) mit diesem Buch an einem Wettbewerb bei epubli teil und brauche ganz dringend die Stimmen meiner Leser. Man kann nur abstimmen, wenn man einen Facebook-Account hat und auch nur einmal (bei Betrugsversuch mit gefaktem Accounts wird man ausgeschlossen). Hier ist der Link dafür http://www.epubli.de/shop/buch/Falaysia---Fremde-Welt-Ina-Linger-9783844225600/16592.



Ihr müsst auf ‚Abstimmen‘ drücken, dann öffnet sich ein neues Fenster und dann dort bitte auf ‚Zur Anwendung‘ drücken. Das war’s dann auch schon. Ihr würdet mir einen Riesengefallen tun! Danke euch schon mal im Voraus, eure Ina*



***************************************************************



Das Spiel







„Ich weiß nicht, wie alles begonnen hat und auch nicht wann. Und ich weiß auch nicht, ob das, was ich bis zum heutigen Tag darüber erfahren habe, wirklich der Wahrheit entspricht, denn vieles davon habe ich mir selbst erarbeitet, aus alten Legenden hergeleitet und mit dem zusammengebracht, was mir vor langer Zeit von deiner Tante erzählt wurde.“



Leon machte eine bedächtige Pause. Sein Blick war abwesend, nach innen gekehrt und das Licht des Feuers spielte mit den Konturen seines Gesichts, flackerte in seinen starren Augen, ließ ihn für einen Moment wie einen alten Märchenerzähler aussehen, während Jenna ihn mit großen Augen ansah, aufgeregt seiner Stimme lauschte wie ein kleines Kind.



„Es heißt, dass alles an einem Ort angefangen hat, den die Menschen Locvantos nennen – Tor der verlorenen Seelen; ein Tor zwischen Himmel und Hölle, das der Unterweltgott Erexo und der Sonnengott Ano erschaffen hatten, um einen Wettkampf ihrer Kreaturen zu ermöglichen. Erexo hatte behauptet, er könne seine Schöpfungen, die wohl so etwas wie Dämonen waren, dazu bringen, die Schöpfungen Anos auf ihre Seite zu ziehen und ebenfalls zu seinen Untertanen zu machen und somit die von Ano erschaffene Welt übernehmen. Ano wollte ihm beweisen, dass dies nicht möglich sei und erlaubte so den Dämonen durch das Tor in diese Welt einzudringen. Der Legende nach siegten die Schöpfungen Erexos beim ersten Mal, aber nur weil dieser falsch spielte und einigen seiner Kreaturen magische Kräfte gab.
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Daraufhin verlangte Ano eine Revanche und gab auch einigen seiner Kreaturen die Gabe der Magie – leider ein wenig mehr als vereinbart und auch dieser Betrug flog auf. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie die ganze Geschichte weiterging und zwar endlos.“



Er stieß ein trauriges Lachen aus. „Irgendwann waren die beiden Götter dieses Spieles leid, schlossen das Tor wieder und zogen sich zurück. Leider hinterließen sie ein paar machthungrige, verrückte Magier, die eines Tages das Tor wieder öffneten, um das Spiel weiterzuspielen. Die Dämonen, die über die Jahre, die dabei ins Land strichen, immer mal wieder in diese Welt eindrangen, brachten so viel Unheil über die Bevölkerung, dass sich diese irgendwann dagegen erhob und ein Krieg ausbrach, in dessen Verlauf viele Magier – auch unschuldige – getötet wurden.

In Falaysia herrschte für eine lange Zeit Chaos, Tod und Verderben, bis Ano sich höchstpersönlich wieder einschaltete und die Kämpfe zum Erliegen brachte. Er versiegelte das Tor mit einem magischen Schlüssel und zerbrach ihn in vier Teile. Diese vier Teile gab er in die Hände der vier weisesten Menschen unter den ehemaligen Kämpfern und ernannte sie zu den Wächtern des Tores. Er gab ihnen magische Kräfte und bestimmte sie dazu, ihre Leben der Bewachung des Tores und der Teilstücke des Schlüssels zu widmen. Die Zauberer wiederum bildeten Lehrlinge aus, die ihr Amt übernehmen sollten, wenn sie verschieden. So wurde das über Jahrhunderte praktiziert und das Tor blieb verschlossen.“



Ein leichter Windhauch brachte das Feuer vor ihnen zum Prasseln und ließ gelblich glühende Funken zum Himmel aufsteigen. Jenna erschauerte und zog sich die Decke, in die sie gehüllt war, enger um die Schultern.

„Doch wie es so oft im Leben kommt“, fuhr Leon fort, „war irgendwann unter den Lehrlingen der Wächter einer, dem es nach Macht gelüstete und der in dem Schlüssel zum Tor eine Chance darin sah, diese endlich zu erlangen. Er stahl seinem Meister ein Teilstück des Schlüssels und brachte ein weiteres durch die Ermordung eines anderen Zauberers in seinen Besitz. Die anderen Zauberer begannen Jagd auf ihn zu machen und trieben ihn irgendwann in die Enge.
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Darauf versuchte er in seiner Angst vor der Wut dieser mächtigen Männer das Tor mit seinen beiden Hälften des Schlüssels zu öffnen. Dies gelang ihm natürlich nicht ganz, doch es heißt, das Tor habe ihn einfach verschluckt und er habe damit seine gerechte Strafe erhalten. Doch seitdem öffnet sich das Tor alle Jubel Jahre immer mal wieder für einen kurzen Moment und lässt ein paar Dämonen in diese Welt eindringen, so als wolle es daran erinnern, dass zwei Teile des Schlüssels unwiederbringlich mit in die Hölle gegangen sind.“



Leon schien nun seine Geschichte beendet zu haben, denn er ergriff einen Stock, der neben ihm lag, und stocherte damit ein wenig im Feuer herum, um es weiter am Leben zu erhalten.



Jenna zog nachdenklich ihre Brauen zusammen und räusperte sich dann. „Heißt das, wir sind durch dieses Tor in diese Welt gekommen?“



Leon nickte stumm, sagte aber nichts weiter dazu. Das brauchte er auch nicht, denn Jennas Gedanken hatten sich längst selbstständig gemacht. „Wenn das Tor nur zwei Welten miteinander verbindet… heißt das dann unsere Welt ist in den Augen der Menschen hier die Hölle und wir sind die Dämonen?“



Leon nickte betrübt. „Ich denke schon. Heutzutage gibt es jedoch ein anderes Wort dafür.“



„Verirrte“, setze Jenna hinzu. Gideon hatte sie so genannt.



„Ganz genau“, stimmte er ihr zu. „Aber auch dieses Wort ist nicht minder gefährlich für uns, Jenna. Es gibt durch diese Legende um den abtrünnigen Lehrling, in der wohl ein Körnchen Wahrheit verborgen liegt, immer noch die inoffizielle Order an die Machthaber eines jeden Staates, Verirrte sofort gefangen zu nehmen oder gar zu exekutieren, sollten diese irgendwo auftauchen. Die Menschen hier haben Angst vor uns, weil der Begriff ‚Dämon‘ weiterhin in ihren Köpfen herumschwirrt.“



„Wer hat den Begriff geändert?“



Leon zuckte die Schultern. „Irgendein Machthaber in Falaysia hat irgendwann behauptet, dass hinter dem Tor nicht die Hölle läge, sondern nur eine andere gefährliche Welt und die Wesen, die in diese Welt kämen, nur normale Menschen seien.
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Er wollte der Bevölkerung wohl die Angst vor den alten Mythen nehmen und ihnen ihren Aberglauben austreiben. Dass ihm das damit gelungen ist, wage ich aber zu bezweifeln.“



Jenna schloss kurz die Augen in dem Versuch etwas mehr Ordnung in ihre quer durcheinander rasenden Gedanken zu bringen – und das war gar nicht so einfach bei dieser Flut an Informationen, die sie zu verarbeiten hatte.



„Wenn dieser Freund meiner Tante, dieser Demeon, mich durch das Tor hierher gebracht hat, dann bedeutet das wohl, dass er es irgendwie öffnen konnte, also einen dieser Teilstücke des Schlüssels hat…“, fing sie an, sich selbst die ganze verzwickte Geschichte zu erklären.



„Wenn es diesen Schlüssel wirklich je gegeben hat“, wandte Leon rasch ein. „Mein Wissen fußt nur auf Legenden, Jenna.“



Sie nickte. „Und ich versuche das Körnchen Wahrheit daran zu finden, weil ich denke, dass es das ist, was uns hier rausbringen wird.“



Er schwieg für einige Sekunden, sah sie nur nachdenklich an. Doch dann nickte er. „Du hast Recht. Vielleicht sollten wir wirklich da anfangen, wo alles begann, und versuchen die Wahrheit zu rekonstruieren.“



„Dieses Tor…“ Jenna strich sich nachdenklich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Meinst du, das könnte so etwas wie ein… Wurmloch sein, eine Art Verbindung zwischen zwei Universen? Kann man so etwas wirklich öffnen und wieder schließen?“



Ihr Freund zuckte hilflos die Schultern. „Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht.“



Dieses Mal war es an Jenna, ihr Gegenüber für eine Weile nur schweigend anzusehen. Ihr brannten so viele Fragen auf der Zunge, doch sie wusste, dass einige von ihnen Leon ziemlich nahegehen würden, ein Thema betrafen, über das er bislang nicht hatte sprechen wollen. Aber vielleicht, ganz vielleicht fühlte er sich ja jetzt eher dazu in der Lage. Sie räusperte sich nervös und holte tief Luft.



„Wie… wie genau bist du hierhergekommen? Du sagtest, du hättest es meiner Tante zu verdanken, aber… wie hat sie das gemacht? Konnte auch sie das Tor öffnen?“



Natürlich antwortete Leon nicht sofort, sah sie noch nicht einmal mehr an, sondern stocherte nur erneut im Feuer herum.
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Sie bemerkte, wie sich sein Körper anspannte, und auch seine Kiefermuskulatur zuckte verräterisch.

„Ich denke nicht, dass sie das kann“, sagte er leise. „Jedenfalls nicht allein. Sie waren damals zu zweit – sie und dieser Demeon…“



Leon fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht, so als könne er die Erinnerung damit aus seinen Gedanken wischen, als könne er sie damit weniger schmerzhaft machen. Doch die Trauer und Verbitterung in seinen schönen Augen bezeugte, wie leer diese Geste war.



„Was genau haben sie getan?“ fragte Jenna sanft und voller Mitgefühl.



„Ich weiß es nicht genau.“ Sein Blick streifte sie nur, kehrte rasch zum prasselnden Feuer zurück. „Ich… ich hatte eine Nachricht erhalten, dass sie sich dort treffen würden, in dem Wald nahe bei Amesbury Und dass ich erfahren würde, was mit… was mit Sara passiert ist.“



Jenna hob überrascht die Brauen. „Sara?“



„Das Nachbarsmädchen“, erwiderte Leon und schluckte schwer. „Ich war neu hinzugezogen und sie… sie war einfach das tollste Mädchen, das mir bis dahin je begegnet war. Sie war so nett und hübsch und klug…“



„Du warst in sie verliebt“, stellte Jenna fest und schenkte ihm ein warmes Lächeln.



„Verliebt ist gar kein Ausdruck!“ Er lachte traurig. „Ich hätte alles für sie getan.“ Seine Brauen zogen sich ein wenig zusammen und er schüttelte den Kopf. „Nein – ich habe alles für sie getan.“



„Heißt das, du bist ihretwegen hier? Seid ihr zusammen hierhergekommen?“



Er schüttelte den Kopf. „Nicht zusammen. Sie verschwand, zwei Monate bevor ich durch das Tor ging. Ich wollte sie zurückholen… Ich war so dumm…“



Leons Stimme brach bei seinen letzten Worten und er barg sein Gesicht in den Händen. Jenna streckte eine Hand nach ihm aus, ließ sie jedoch wieder sinken, noch bevor sie seine Schulter berührt hatte. Sie wollte ihn so gern trösten, ihm Mut zusprechen, irgendetwas tun, damit es ihm besser ging. Doch sie wusste nicht was. Sie wusste einfach noch zu wenig über diese ganze Geschichte, hatte nur das schreckliche Gefühl, dass Sara etwas Furchtbares zugestoßen war.
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Leons Brustkorb dehnte sich sichtbar unter dem nächsten tiefen Atemzug, den er nahm. Er ließ die Hände wieder sinken, betrachtete sie für eine Weile schweigend. Tränen glitzerten in seinen Augen und sein Mund zuckte unter der Anstrengung, mit der er versuchte seine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen.



„Eigentlich… eigentlich ist es nicht fair, deine Tante allein für mein Unglück verantwortlich zu machen“, kam es ihm schließlich nur sehr leise über die Lippen. „Sie wollte nicht, dass ich durch das Tor gehe. Sie wollte mich sogar davon abhalten.“



„Dann ist die Nachricht nicht von ihr gewesen?“ fragte Jenna vorsichtig.



„Wahrscheinlich nicht.“ Leon warf den Stock, den er zum Anfachen des Feuers benutzt hatte, einfach resigniert in die Flammen. „Sie hat am Anfang wirklich versucht, mir und Sara zu helfen. Ich kann ihr nur nicht verzeihen, dass sie mich im Stich gelassen hat, nachdem Sara…“



Er brach ab, schüttelte ein weiteres Mal traurig den Kopf. Er brauchte auch nicht weiterzusprechen. Jenna wusste auch so, wie der Satz weitergegangen wäre und alles in ihr zog sich zusammen. Gideon hatte gesagt, dass Falaysia eine gefährliche Welt war. Sie konnte einen das Leben kosten.

Für eine Weile fiel kein Wort mehr zwischen ihnen. Alles, was zu hören war, was das Knistern und Knacken des Feuers und die fernen Schreie eines Nachtkauzes. Jenna tat es leid, dass sie Leon mit ihren Fragen so gequält hatte und dennoch – sie musste diese Dinge einfach wissen, musste die Zusammenhänge verstehen, um selbst einen Plan zu entwerfen, wie sie diese schreckliche Welt wieder verlassen konnten. Und gerade jetzt, nach all diesen Informationen war sie sich so sicher, dass es einen Weg gab, geben musste. Sie sah auf, weil sie das Gefühl hatte, dass sie beobachtet wurde, doch Leon hatte sich nicht bewegt, starrte blicklos ins Feuer. Oder er tat nur so, weil er vermeiden wollte, dass sie weitere unangenehme Fragen stellte. Doch sie konnte ihn noch nicht in Ruhe lassen.



Sie räusperte sich vorsichtig und brachte ihren Freund so dazu, sich ihr wieder zuzuwenden.
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„Also… Melina und Demeon haben damals das Tor für dich geöffnet, richtig?“



Er nickte und wappnete sich mit einem weiteren tiefen Atemzug für ihre nächsten Fragen.



„Es bedarf also mindestens zweier Magier, um das Tor zu öffnen“, schloss sie rasch.



„Ja, auf unserer Seite des Tores – hier soll es weitaus schwieriger sein“, gab Leon etwas ungeduldig zurück. „Und dazu muss man das Tor erst einmal lokalisieren. Der Eingang ist nämlich nicht dort, wo der Ausgang ist. Und soweit ich es bisher herausfinden konnte, ändert sich das auch immer wieder.“



Jenna stutzte. „Was genau meinst du damit? Dass es keinen festen Standort gibt?“



„Ganz genau.“



Sie blinzelte ihren Freund perplex an.



„Sara und ich sind damals an völlig verschiedenen Orten hier in Falaysia aufgetaucht“, erklärte Leon nun genauer. „Sogar in verschiedenen Ländern. Das lässt darauf schließen, dass auch das Tor hier – also der Eingang für uns – nicht immer am selben Ort zu finden ist. Und das macht die ganze Sache so verdammt kompliziert. Melina und Demeon haben schon versucht, das Tor auf ihrer Seite wieder für uns zu öffnen, aber sie konnten es nie zu uns bringen, ganz gleich wie stark der Kontakt war, den wir zu ihnen hatten.“



„Demeon hat ihr geholfen?“ Jenna konnte das kaum glauben, schließlich war er es gewesen, der sie hierher gebracht hatte. Er war doch der Böse in dieser ganzen Geschichte.



Doch Leon beantwortete ihre Frage tatsächlich mit einem Kopfnicken. „Er soll auch jemanden hier haben.“



„Aber wieso? Wieso bringt er Personen hierher, an denen ihm etwas liegt? Wieso hat er Sara hierher gebracht? Wieso mich?“



„Es… es war wohl ein Experiment. Ein dummes Experiment, über dessen Konsequenzen sich keiner von beiden im Klaren war. Melina und Demeon hatten von dem Spiel der Magier gehört und dachten wohl, es wäre kein Problem, die Versuchspersonen wieder zurückzuholen. Außerdem hieß es, dass der Sieger des Spiels mit einem Gewinn unermesslichen Wertes belohnt werden würde. Sie waren neugierig, was das sein könnte und wie die Welt hier aussieht.
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So hat es mir jedenfalls deine Tante erklärt.“



Jenna stieß ein entrüstetes Lachen aus. „Warum sind sie dann nicht selbst gegangen?“



„Das geht wohl nicht“, erwiderte Leon. „Die Magier, die das Tor aufhalten, können nicht selbst hineingehen. Wenn es sich schließt, während sie hindurchgehen, würden sie sterben.“



Jenna schloss kurz die Augen, versuchte tief und ruhig zu atmen, um ihre Wut und Enttäuschung wieder in den Griff zu bekommen. Wie hatte Melina so etwas nur tun können? Ein Experiment? Und was waren sie dann? Die Versuchstiere in einem Labyrinth, das keinen wirklichen Ausgang hatte? Und wer hatte Demeon dieses Mal dabei geholfen, sie nach Falaysia zu bringen? Schließlich konnte man das Tor doch nicht allein öffnen.

Leon schien zu bemerken, wie aufgewühlt sie war, denn er legte ihr in einer beruhigenden Geste eine Hand auf den Unterarm und brachte sie so dazu, sich wieder auf ihn zu konzentrieren.



„Ich war eine Zeit lang ziemlich verzweifelt“, sagte er sanft. „Aber jetzt…“ Seine Mundwinkel hoben sich ein wenig und sein Blick wurde ganz warm. „Irgendwie habe ich auf einmal das Gefühl, dass wir es schaffen können. Nach Hause zu finden, meine ich.“



„Und wie?“ gab Jenna zweifelnd zurück.



„Indem wir einfach das tun, was laut Aussage deiner Tante schon immer Ziel des Spiels war: Wir finden das Tor und siegen somit. Vielleicht passiert dann tatsächlich irgendetwas – vielleicht gibt es wirklich eine seltsame Macht, die dieses Spiel kontrolliert und uns zur Belohnung wieder zurück nach Hause lässt. Und wenn nicht, wissen wir dann wenigstens, wie man das Tor findet. Ich denke, auch das ist schon ein Erfolg. Alles, was wir dann noch brauchen, ist der richtige Schlüssel um es zu öffnen – oder eine Art magische Brechstange.“



Auch wenn Jenna nicht wirklich danach war – sie musste über diese Formulierung lachen. Und wenn sie ehrlich war, glomm da auch wieder ein kleines Fünkchen Hoffnung tief in ihrem Inneren auf.



„Immerhin klingt das nach einem groben Plan“, gab sie zu und nahm einen tiefen Atemzug. „Denkst du, zu dieser Königin zu reisen, wird uns diesbezüglich weiterbringen?“



Er nickte und sah sich kurz um, so als hätte er Angst belauscht zu werden.
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Dann beugte er sich noch weiter zu ihr vor.



„Die Steine sind nicht der einzige Grund, warum ich zu Alentara reisen will“, erklärte er leise. „Die Königin besitzt ein ungeheuer großes Wissen über Magie und eine noch größere Sammlung an alten Schriften über die Geschichte Falaysias. Vielleicht kann sie uns helfen, das Tor aufzuspüren und vielleicht weiß sie auch, ob es tatsächlich einen Schlüssel gibt, mit dem man es hier öffnen kann. Und wenn das so ist, dann holen wir ihn uns – koste es, was es wolle!“



Jenna sah ihren Freund lange an, doch dann nickte sie und schenkte ihm ein bemüht optimistisches Lächeln. „Das tun wir“, erwiderte sie mit fester Stimme, legte ihre Hand auf die seine und drückte sie sanft. Ihr Herz schlug bei diesem Gedanken gleich ein wenig schneller, denn irgendwie wusste sie, dass das alles andere als ein leichtes Unterfangen werden würde.
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Kommentare zur Story:

  . . . und ganz nebenbei hast du auch noch eine tolle neue Sprache entwickelt. Das erinnert mich ein wenig an doskas Hajeps. Aber du hast nicht abgekupfert, oder?
lg  
   holdriander  -  13.10.12 09:21

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  Hat sich wieder sehr schön herunter gelesen. Jenna und Leon benehmen sich ganz lebensecht und man kann ihre Verzweiflung total nachvollziehen, dass sie in Sorge sind, nie mehr aus dieser fremdartigen Welt hinaus zu finden. Da würde ich auch alles mögliche und unmögliche versuchen und darum kämpfen die Teile des geheimnisvollen Schlüssels zum Tor des Wurmlochs zu finden.  
   doska  -  18.07.12 17:38

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