Blutmond - Karms Reise -23-   62

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 18. Juli 2012
Bei Webstories eingestellt: 18. Juli 2012
Anzahl gesehen: 1096
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Sie schwebte regungslos in der seichten, feuchten Brise und blickte angespannt zu diesem seltsamen, riesenhaften Gebilde hinüber. Im Vergleich zu dem Eisschloss, das die Königin konstruiert hatte, war dieses Ding … plump.

Unbeholfen sah es aus und grob, als hätte es jemand gebaut, der zwar wusste, was Dschan brachten, aber kein bisschen auf Ästhetik geachtet hatte. Es war ein großer, breiter Turm aus schwarzen Stein mit vielen Durchbrüchen in seinen Mauern. Sie hatte eine vage Vorstellung, wie er im Inneren aussehen würde. Das Gebäude war funktional und riesig, aber schön war es nicht und sie war sich nicht sicher, ob sie sich darin wirklich wohl fühlen würde. Aber sie musste da wohl oder übel jetzt rein, die Sonne würde gleich aufgehen und wollte sie ihre eigene Besonderheit nicht sofort offenbaren, dann sollte sie sich nun in diesen Turm begeben. Doch noch schwebte sie vor dem Gebäude und ließ den Anblick auf sich wirken.

Neben dem schwarzen Turm fielen ihr noch einige kleinere Gebäude in der Nähe auf. Eines davon war offenbar so etwas wie ein Lager, zumindest roch es für die junge Dschan so und das andere überraschte sie, denn das war tatsächlich ein Stall! Sie roch Stroh und warme, große Leiber und sie konnte die Huftiere darin wiehern und stampfen hören. Die Nähe so vieler Dschan machte die Tiere wohl etwas nervös. Sie fragte sich jedoch, wie diese Tiere überhaupt hier her gekommen waren. Gehörten sie womöglich den neuen Meistern?

Verwirrt näherte sie sich dem flachen, langgestreckten Gebäude und spähte durch ein halboffenes Tor hinein. Sie erblickte einen geraden Mittelgang und links und rechts daneben schmale Boxen, in denen tatsächlich Pferde standen. Sie kannte sich mit diesen Wesen nicht aus, aber für die junge Dschan sahen sie allesamt einerseits gleich, auf der anderen Seite aber auch ziemlich verschieden aus. Da gab es hochbeinige, schlanke Wesen, andere gedrungen und kleiner und dann gab es noch drei Pferde, die aus der Masse heraus stachen. Diese drei waren groß, also wirklich groß und massig obendrein und sie wirkten irgendwie klüger.

Sie zog sich vorsichtig zurück, denn die ohnehin nervösen Tiere reagierten auf sie mit unruhigen Bewegungen und gereiztem Wiehern. Nachdem sie sich von dem Gebäude ein wenig entfernt hatte, hielt sie nachdenklich inne.
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Insgesamt befanden sich Siebenunddreißig Tiere in dem Stall und sie fragte sich woher die alle gekommen waren.

Ein weiteres Gebäude erregte ihre Aufmerksamkeit. Es befand sich neben dem Bauwerk, dass offenbar ein Lagerraum war. Zumindest sprachen die Gerüche nach Nahrung und ähnlichem dafür. Aus dem Gebäude daneben kam kaum Geruch, dafür aber die Schwingung, wie sie Metall anhaftete und auch ein wenig Magie. Neugierig quetschte sie sich durch einen Spalt ins Innere und staunte, als sie sich umsah. Das Gebäude bestand aus einem einzigen Scheunenartigen Raum, der mit Rüstungsteilen, Schildern und Waffen gefüllt war. Überrascht sah sie sich um. Was war hier los? Wo kam all das Zeug her?

Sie sah sich neugierig um. Dann jedoch spähte sie durch den Spalt, durch den sie hereingekommen war, hinaus und erkannte, dass die Sonne bereits aufgegangen war. Helles Licht ergoss sich langsam über die Landschaft. Die meisten Dschan befiehl mit dem Licht eine bleierne Müdigkeit, sie konnten sich gar nicht mehr wach halten und verkrochen sich meist an irgendeinem schattigen Platz, hängten sich dort kopfüber hin und verschliefen die hellen Stunden. Tatsächlich war es sogar sehr schwierig einen Tagschlafenden Dschan aufzuwecken, zumindest einen normalen. Sie war nicht normal, sie war eine junge Königin und obwohl sie natürlich auch müde wurde, war sie dennoch nicht so empfindlich gegenüber Tageslicht, wie normale Dschan. Allerdings wollte sie wenn möglich die neuen Meister diesen Umstand nicht wissen lassen. Erneut sah sie sich in dem Lager um und beschloss, dass der Raum eigentlich ein ganz gutes Tagesversteck abgab. Sie würde hier den Tag verschlafen und sich erst am Abend in diesen seltsamen Turm begeben. Ja, so konnte sie sich Zeit lassen und verriet nicht zu viel über sich selber.

Sie sah sich um und suchte sich dann eine der hinteren, dunklen Ecken, die durch mehrere große Schilde, die dort aufgestapelt waren, vor zufälligen Blicken geschützt war. Sie nahm den Platz näher in Augenschein und erkannte, dass er geeignet war, wenn auch nicht perfekt. Aber zumindest gab es hier einen kleinen Dachbalken, an dem sie sich festhalten konnte.

Bald hing sie kopfüber wie eine übergroße Fledermaus in der Ecke von der Decke, dabei machte sie sich instinktiv so klein wie möglich.
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Doch so müde sie auch war, der Schlaf wollte nicht kommen. Und obwohl das in den Schuppen langsam hineinsickernde Tageslicht diese Müdigkeit verstärkte, fand sie nicht zur nötigen Entspannung. Irgendwie fand sie einfach nicht in den Ruhezustand, den man bei ihrer Art als Schlaf bezeichnen konnte.

Unwillig bewegte sie sich und veränderte ihre Position etwas. Ihre Gedanken kamen nicht zur Ruhe. Zum einen beunruhigte sie der Turm und zum anderen gaben ihr der Stall, sowie dieses Lager hier Rätsel auf. Wo kam das ganze Zeug nur her?

Sie öffnete die Augen vorsichtig zu Schlitzen und betrachtete erneut die Dinge, die sie umgaben. Waffen, Schilde, Rüstungsteile, aber auch etwas das wie verbogener Pflug aussah, Teile von Fuhrwerken und anderen Dingen. All dieses Zeug hatte nur eines gemeinsam, es war aus Metall. Sie fragte sich warum? Was wollten die Meister mit all dem Metall?

Sie dehnte ihren Körper sacht aus und sank dann wieder in sich zusammen. Diese Geste war gleichbedeutend mit dem menschlichen Seufzen und drückte bei den Dschan auch ähnliches aus. Noch einmal veränderte sie ihre Position und schloss die Augen. Am Abend würde sie hoffentlich mehr herausfinden, wenn sie sich in den Turm begeben hatte. Willkommen würde sie sicher sein, aber dennoch war ihr dabei etwas mulmig. Erneut öffneten sich ihre Augen zu schmalen Schlitzen.

Was wenn die Meister die Dschan irgendwie verzauberten damit die böse wurden?

Sie hoffte sehr, dass so was nur bei denen funktionierte, die auch irgendwie böse sein wollten.

Mit einem weiterem Seufzen schloss sie die Augen wieder und endlich kam sie auch zur Ruhe.



Alaniah blickte sich um, dann stieg sie in den Sattel. Schon vor dem Morgengrau hatten sie und sechs weitere der Söldner ihre Pferde gesattelt und sich bereit gemacht. Sobald es hell genug war brachen die Reiter auf, während die zurückgebliebenen Albaelih sich daran machten, die Bruchkante bei Kleinfall zu erklimmen um dort nach dem Rechten zu sehen.

Ihre scharfen Augen suchten erneut den Flusslauf ab, doch von Edendar gab es keine Spur. Sie richtete sich in den Steigbügeln auf, blickte zu den anderen zurück und gab das Signal für den Aufbruch.

“Haltet die Augen offen,” rief sie, “ wir wissen nicht ob es Edendar aus dem Fluss herausgeschafft hat, oder nicht.
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Die Söldner, darunter auch Liranah und Kerehnu nickten einstimmig. Auch die Krieger wollten ihren Kameraden und Anführer nicht einfach so hier zurücklassen. Alaniah nickte langsam, straffte den Rücken, wandte sich um und ritt langsam los. Sie hoffte wirklich, dass der Söldner es irgendwie geschafft hatte und dass er weder ertrunken, erfroren, noch gefressen worden war.



Drei Stunden später erwies sich der Morgen als sonnig mit blauen Himmel und realtiv angenehmen Temperaturen. Der Sturm war wirklich endgültig vorüber. Doch das schöne Wetter wollte so gar nicht zu der Gruppe Albaelih passen, die langsam am Sarath entlang ritten und zwar an beiden Ufern.

Die sieben Krieger und Kriegerinnen hatten allesamt besorgte Gesichter.

Alaniah hielt wie so oft an diesem Morgen an, stellte sich in den Steigbügeln auf und ließ den scharfen Blick am Ufer entlang schweifen. Doch wiederum fand sie nicht das kleinste Zeichen, das auf ihren vermissten Freund hindeutete. Mit einem Seufzen wollte sie sich schon wieder abwenden, da fiel ihr Blick auf einen umgestürzten Baum, der weit in den Fluss hineinragte. Offensichtlich war er schon länger umgestürzt, denn aus der Krone waren mehrer dicke Äste herausgebrochen. Plötzlich stutzte die Frau mit dem langen, weißblonden Zopf und den Narben im Gesicht. Sie drückte ihrem Schlachtross die Knie in die Seite und lenkte es auf den Baum zu. An einem der abgebrochen Ästen hatte sie ein grünes Stück Stoff entdeckt und Edendars Unterwams hatte die selbe dunkelgrüne Farbe, wie dieser Fetzen. Ihre Augen weiteten sich.

“Liranah,” sie klang aufgeregt, “sieh dort!”

Die angesprochene Albaelih folgte mit dem Blick der Geste der andren und entdeckte schnell den Stofffetzen, der dort an dem umgestürzten Baum hing. Sie folgte Alaniah, die mittlerweile an den Wurzeln angekommen, aus dem Sattel stieg und vorsichtig prüfte, wie viel der Baum aushalten würde. Schließlich nickte sie grimmig. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass der Stamm sie nicht tragen würde, aber sie nahm an, dass die schmale, zierliche Liranah mit der ihr eigenen Gabe über den Stamm gelangen und das Objekt erreichten konnte. Die Söldnerin hatte nämlich nicht nur ein kleines Talent für die Heilkunst, sie verfügte auch über leichte Levitationskräfte.
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Das bedeutete, dass sich die ohnehin zierliche und leichte Frau noch leichter,ja fast schwerelos machen konnte. Die Gabe war nicht stark ausgeprägt, denn sonst hätte Liranah sogar schweben können. Aber sie war nahe dran. Alaniah selbst hatte die Frau schon über dünnes Glas laufen sehen.

Die Kriegerin mit den Narben im Gesicht blickte zu Liranah auf, die soeben ihr Pferd neben dem ihren zum stehen gebracht hatte. Sie sah Alaniah fragen an und als diese den Kopf schüttelte, stieg sie selber ab und besah sich die Lage selber.

“Ich bin zu schwer,” meinte Alaniah, “aber du könnest es vielleicht schaffen?”

Liranah prüfte selbst das Holz und nickte schließlich.

“Ja,” antwortet sie, “ich denke du hast Recht. Aber ihr werdet mich sichern müssen.”

Alaniah nickte und bald darauf hatte Liranah ein Seil um die Hüfte geknotet und Umhang, Schwertgürtel und alles an Waffen was sie am Körper trug abgelegt. Sie zog sogar noch die Stiefel aus, damit sie so leicht wie nur möglich war. Mittlerweile waren alle Albaelih auf dieser Seite des Flusses zu ihnen gestoßen. Schließlich stieg Liranah vorsichtig auf den Baumstamm und dann aktivierte sie ihre Gabe. Als sie spürte, dass sie nicht mehr leichter werden würde, balancierte sie vorsichtig über das brüchige Holz, bis sich schließlich der grüne Stofffetzen in Reichweite befand. Der Baumstamm und die Äste knirschten unheilvoll, selbst unter ihrem kaum vorhandenen Gewicht. Der Baum lag sicher schon eine ganze Weile hier. Die Strömung zerrte heftig an den Spitzen der noch vorhandenen langen Äste. Und wenn man sich besah wo der Stofffetzen hing und das mit der Strömung abglich, dann konnte sie sich gut vorstellen, das Edendar hier von der Strömung ins Geäst gedrückt worden war und so brüchig, wie der ganze Baum schien, war das Gewicht des Kriegers in seiner nassen Kleidung sicher zuviel gewesen. Sie sah genauer hin und sog scharf die Luft ein. An dem Stoff und auch an dem Holz, an dem er hing, konnte sie Spuren von Blut ausmachen. Das Wasser hatte das meiste sicher weggewaschen, aber an den Stellen, die über dem Wasser lagen, war eindeutig Blut zu erkennen.
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Die Frau beugte sich vorsichtig nach vorne und befreite den Stofffetzen, anschließend kehrte sie ebenso leichtfüßig und geschickt zurück, wie sie dorthin gekommen war. Der Baum wankte und knarrte erneut einige Male bedenklich, aber schließlich hatte die Kriegerin wieder festen Boden unter den Füßen. Sie reichte Alaniah das Stoffstück und ließ sich etwas erschöpft nieder um ihre Stiefel wieder anzuziehen. Während sie das tat, berichtete sie Alaniah von ihrer Entdeckung bei den Ästen und ihrer Vermutung. Schließlich sah sie auf und begegnete dem ernsten Blick der Schwertmeisterin.

“Das gehört wirklich zu Edendars Gambeson,” meinte sie leise, “und ich denke du hast Recht, Liranah. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob unser Freund zu diesem Zeitpunkt noch bei Bewusstsein war.”

“Oder,” ergänzte Kerehnu leise, “ob er überhaupt noch am Leben war.”

Alaniah nickte langsam.

“Nun wie dem auch sein,” fuhr sie fort, “es hat ihn auf jeden Fall in diese Äste gedrückt, diese haben nachgegeben und weil Blut an ihnen sowie dem Stoffrest zu finden ist, hat er sich vermutlich verletzt. Und dann hat ihn der Fluss weiter mit sich gerissen.”

Sie nickte den Fluss hinunter.

“Egal ob lebendig oder tot, wir finden ihn vermutlich weiter den Fluss hinunter.”

Sie seufzte leise, dann jedoch stieg sie wieder auf ihr Pferd und Liranah, die nun ihre Habseligkeiten wieder an sich genommen hatte, tat es ihr nach. Nur wenige Augenblicke später waren sie wieder unterwegs und blickten sich nun noch genauer um. Immer in der Hoffnung oder der Furcht Edendar Ranadians Körper irgendwo zu entdecken. Zum einen Hoffnung, denn er könnte das alles ja überlebt haben, zum anderen aber auch Furcht, denn es war wahrscheinlicher dass der Mann es nicht überlebt hatte.

Alaniah fragte sich still was schlimmer für sie wäre. Den toten Körper ihres Freundes zu finden und Gewissheit zu haben, oder ihn gar nicht zu finden und die Hoffnung zu behalten, dass er überlebt hatte?

Erneut lies sie den Blick schweifen. Wo war er nur? Wie weit konnte ihn der Fluss denn getragen haben?



Zur selben Zeit hatte sich Edendar gerade auf recht wacklige Beine erhoben. Karm stützte den Krieger, der das mit einer Grimasse annahm.
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Ein sehr dringliches Bedürfnis hatte ihn aus seinem Lager getrieben. Doch kurz nach dem Tor zur hinteren Kammer kam er nicht mehr weiter. Seine Knie wurden weich und Schwindel erfasste ihn. Hilfesuchend klammerte er sich an dem Wandler fest, dessen starker Arm ihn sicher aufrecht hielt. Der Atem des Albaelih ging heftig und schwer. Seine Schwäche erschreckte den Krieger zutiefst! Diese Dschan hatten ihm wirklich sehr zugesetzt. Erneut wurde ihm bewusst, wie knapp er dem Tod oder sogar einer Gefangenschaft entgangen war. Jetzt da er wusste, dass Dschan unter dem Einfluss von Meistern auch Gefangene machten, war er sich fast sicher, dass auch die Nachttode, die ihn kurz vor der Höhle erwischt hatten, nicht wirklich vor hatten ihn zu töten. Viel eher waren sie wohl darauf erpicht ihm soviel Energie wie möglich zu entziehen und ihn dann zu verschleppen. Er vermutete, das ähnliches seinem Bruder widerfahren sein musste.

Edendar holte zittrig Atem und bemerkte wie seine Beine immer mehr nachgaben und ihn einfach nicht mehr tragen wollten. Schließlich schüttelte er mit geschlossenen Augen den Kopf.

“Ich komm nicht mehr weiter.”

Edendars Stimme war leise, doch Karm hörte ihn gut. Er nickte leicht und bevor sich der Albaelih versah, veränderte der Wandler seinen Griff und hob ihn auf seine Arme und das so leicht, als wöge der Mann nicht mehr als ein Kind. Der Krieger hielt sich erschrocken an Karms Schultern fest, protestierte jedoch nicht. Nach einigen Augenblicken, in denen sich Edendar erholte, öffnete er die grasgrünen Augen und sah den Wandler mit einem etwas ironischen Lächeln an.

“Also,” meinte er leicht grinsend, “irgendwie komm ich mir grad wie die Jungfer in Nöten vor. Zumindest, wen du mich so auf Händen trägst.”

Karm zog nur die Augenbrauen hoch.

“Möchtest du lieber laufen?”

Seine Stimme klang trocken, dann grinste er und Edendar verdrehte die Augen.

“Wenn du nichts dagegen hast, dann wäre ich dir sehr dankbar, wenn du mich das restliche Stück tragen würdest.”

Er lächelte etwas kläglich und Karm schenkte ihm ein gutmutiges Lachen.

“Nein,” meinte der Wandelwolf, “ich habe nichts dagegen.”

Etwas später stützte Karm den Albaelih bei seinem Rückweg und diesmal schaffte er es sogar bis zum Hauptfeuer der hinteren Kammer.
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Während die zwei Männer unterwegs waren, hatte Annabella einige der Decken aus den Nachtlagern auf den Steinblöcken dort ausgebreitet und war gerade dabei Tee aufzubrühen. Erleichtert ließ sich Edendar auf einen der so gepolsterten Steinblöcken nieder. Sobald Karm sicher war, dass der Krieger sicher saß, holte er eine weitere Decke von den Nachtlagern und reichte sie dem Albaelih. Edendar wickelte sich dankbar in den Stoff und sah dann Karm zu, wie der ein warmes Frühstück fabrizierte, wofür der Wandler die letzen drei Eier aus ihrem Vorrat zu Rührei verarbeitete.

Nur wenig später stellte der Albaelih fest, das der Wandler erstaunlich gut kochen konnte. Gut die Gerichte waren schlicht und einfach, aber sättigend und wohlschmeckend. Er fragte sich, wo Karm das gelernt hatte und als er die Frage dem Wandelwolf stellte, lachte dieser. Schließlich erklärte Karm dem Söldner, dass es zur Tradition der Wandelwölfe gehörte, dass jeder, der die Wandlung sicher beherrschte, zumindest zweimal im Jahr für einige Tage die zweibeinige Gestalt annahm, wobei ihnen dann alles wichtige beigebracht wurde. Vom kochen eines Eintopfes und einfacher Gerichte bis hin zum Gebrauch eines Dolches als Waffe. Der Söldner hörte fasziniert zu und begriff den tieferen Sinn hinter der Sache, denn so waren wirklich alle Wandelwölfe so gut wie es eben ging auf ein Dasein in der zweibeinigen Form vorbereitet. Wer immer diese Tradition begründet hatte, es war mit Sicherheit ein kluger und voraus schauender Geist. Auf eine entsprechende Bemerkung hin, grinste Karm nur und nickte dann.
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Punktestand der Geschichte:   62
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Kommentare zur Story:

  Also das dröge will ich mal überhören.
Aber was mal diese ganzen ungewöhnlichen fähigkeiten angeht, das ist Teil dieser Welt. Fast jeder soll da irgendwas besonderes können. Ich versuche hier eine Welt zu erschaffen, wo das "besondere" Normalität ist. Und die Schwächen, die kommen schon noch.
Hab ein wenig Geduld mit mir und dieser Geschichte.  
   Tis-Anariel  -  17.08.12 22:31

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  "...als sie sich umsah [...] Überrascht sah sie sich um. [...] Sie sah sich neugierig um." - in gerade einmal 5 aufeinanderfolgenden Sätzen sieht sie sich aber häufig um.

Was mich momentan ein bisschen an der Geschichte stört, ist das tatsächlich jeder Charakter besonders ist. Anna, Schnurr, Karm, Edendar, die Dschann-Prinzessin, Liranah,... jeder Charakter hat seltsame, ungewöhnliche Kräfte, so dass es eigentlich keinen einzigen normalen Charakter gibt. Alle haben nur Stärken, keiner hat besondere Schwächen oder auch nur Charakterschwächen das ist etwas... dröge für meinen Geschmack. Dennoch bleibt es eine gut geschriebene Geschichte, die mittlerweile einen langen Weg gegangen ist - und ich will wissen, was du sonst noch so parat hast.  
   Jingizu  -  17.08.12 20:55

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  Hallöchen Gerald,
wie schön, dass auch dir das Prinzesschen sympatisch ist. Tja, was wird sie wohl tun?
Es freut mich, dass Alaniah und ihre Truppe gut rüberkommen. Nein Aufgeben tut die so schnell nicht, das liegt ihr nicht.

Huhu Petra,
hihi..na das passiert mir auch oft, das sich ein Wort verdünnisiert. ;-)
Ja die Meister können nicht fliegen, zumindest nicht wie die Dschan und sind auch keine Dschan, doch was sie denn schlußendlich für welche sind, das wird erst später verraten.
Es freut mich, dass auch du Gefallen an der Dschanprinzessin findest. Ja leichtsinnig ist sie wohl schon ein wenig. Nun es wird sich demnächst erweisen, wie schlau sie wirklich ist.
Mit Karm hast du Recht, er ist wirklich klug und zudem hat er ja einiges an altem Wissen (Geschichten) mitbekommen.

Liebe Grüße euch
und danke für eure schönen Kommentare.  
   Tis-Anariel  -  22.07.12 17:48

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  Nein, ich wollte schreiben, sie können nicht fliegen wie die Dschan. Habe ich doch das Wörtchen ´nicht `ausgelassen.  
   Petra  -  22.07.12 14:54

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  Die Meister brauchen wohl Pferde. Sie können fliegen wie die Dschan. Wer mögen sie sein, Menschen etwa? Auch die Rüstungen sprechen dafür. Wie haben sie es nur geschafft die Dschan zu beherrschen? Ich habe nun doch etwas Angst um die Dschanprinzessin. Sie ist leichtsinnig. Es wäre nicht schön, wenn sie auch noch gefangen würde, wie Edendars Bruder. Auf der anderen Seite soll es ja auch noch ein paar gute Dschan geben. Alaniah will Edendar unbedingt wiederfinden. Ich glaube sie wird das mit ihren tollen Helfern schaffen. Edendar erholt sich allmählich bei seinen lieben Freunden. Der Wandelwolf scheint ein ausgesprochen kluges Wesen zu sein. Rundum wieder gelungen.  
   Petra  -  22.07.12 14:52

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  Die kleine Dschanprinzessin erringt auch meine Sympathien. Bin gespannt, was sie vorhat zu tun, falls man sie entdeckt. Aber es ist ja immer klug ersteinmal den Feind auszukundschaften, und als Feinde sieht sie wohl wirklich die Meister an, die die Dschan beherrschen.
Alaniah gibt auch nicht auf. Sie will ihren treuen Freund finden und hat gute Unterstützung. Edendar vertraut dem Wandelwolf immer mehr. So würde es mir auch gehen, denn die drei sind wirklich sehr sympathisch.  
   Gerald W.  -  21.07.12 21:24

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  Hallo Doska,

herzlichen Dank für deinen Kommentar, der mir wirklich weiterhilft, ist mir doch klar geworden, dass ich die Dschan noch ein wenig genauer beschreiben sollte.
Es sind schon wirklich seltsame Wesen.

Es freut mich, dass ich dir das Töchterchen sympatisch machen konnte, denn genau das war so von mir beabsichtig. Sie soll einem sympatisch werden. Ob sie wohl auch so bleiben wird?
Und das dir die FAST schwerelose Kriegerin so gut gefällt, freut mich ebenso.

Liebe Grüße dir...  
   Tis-Anariel  -  21.07.12 02:02

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  Die Tochter der Dschankönigin geht also auf Erkundungsflug. Sie findet den Turm und man bangt um sie. Obwohl sie ein fremdartiges Wesen ist, hast du es verstanden, sie mir direkt sympathisch zu machen. Bezaubernd wie sie mit dem Kopf nach unten schlafen geht. Das Volk der Dschan würde ich mir nach deinen Beschreibungen irgendwie quallenartig vorstellen aber auf der anderen Seite haben sie wohl auch typische Wesenszüge von Fledermäusen. Ein interessantes Völkchen. Nun hängt die Dschanprinzessin also kopfunter in einer Rüstungskammer. Da kann man nur die Daumen drücken das sie von den boshaften Meistern oder bösartigen Dschan nicht erwischt wird. Die FAST schwerelose Kriegerin Liranah hat mir ebenfalls gefallen. Alaniah ist auf bestem Wege ihren Freund wiederzufinden. Derweil erholt sich Edendar immer mehr. Wieder sehr schön geschrieben.  
   doska  -  20.07.12 22:04

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