Blutmond - Karms Reise -22-   63

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 13. Juli 2012
Bei Webstories eingestellt: 13. Juli 2012
Anzahl gesehen: 1067
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Ein schmerzerfülltes Stöhnen drang ihm über die Lippen. Gleich darauf biss er die Zähne wieder fest zusammen und sein Körper spannte sich an, doch gegen das Weiße Feuer, das über seine Nervenbahnen lohte, half das alles nicht. Er bäumte sich gegen die Ketten auf, die ihn auf diese Steinbank fesselten und warf den Kopf zurück. Als die Zuckungen begannen, verlor er die Gewalt über sich und begann zu schreien. Doch kurz bevor er das Bewusstsein verlieren konnte hört es auf. Die Schmerzen verebbten und der Nachttod, der sich eben an ihm gütlich getan hatte, hörte auf zu saugen. Beinnahe vorsichtig zog die Kreatur ihre Tentakel aus seinem Körper. Schwach, zittrig und leider immer noch bei Bewusstsein blieb er auf dem Stein zurück. Sein Atem ging noch immer heftig und schmerzhaft, denn seine Kehle war bereits rau von all dem Schreien. Um ihm herum flüsterten die Dschan und ein kaltes Lachen drang an seine Ohren. Mühsam drehte er den Kopf und sah zu dem Mann in dem roten Kapuzenumhang und der schwarzen, nichtssagenden Maske vor dem Gesicht. Nur die Augen und die Hände des Fremden waren zu sehen. Beides offenbarte, das dieses Wesen kein Dschan war, sondern ein Mensch, oder auch ein Albaelih, vielleicht auch ein Sorkah oder sogar ein Dreganer. Genau jedoch konnte man das nicht sagen, was wohl auch der Grund für die Maske war. Dieser Mann war nicht die einzige rot gewandete Gestalt hier, aber wie viele genau es waren, dass wusste der Gefangene nicht. Aber sie waren allesamt mächtige Zauberer, das konnte er spüren und ganz Augenscheinlich beherrschte diese Leute die Dschan!

“Nun,” die Stimme des Rotgewandeten war kalt, “wirst du mir endlich sagen, was ich von dir wissen will? Oder soll ich dir noch ein wenig mehr weh tun?”

Der Gefangene schwieg hartnäckig und der oberste Meister lachte nur böse.

“Ach Junge,” meinte er leise, “ich weiß, dass du eine Botschaft vom König in dir herumträgst. Und ich weiß auch, dass der König zu klug ist um in Zeiten der Bedrohung Botschaften schriftlich zu übermitteln. Ich weiß, dass er euch die Botschaften auswendig lernen lässt.” Der Meister lachte wieder leise. “Als sei so gut, erzähl mir, was so wichtig ist, dass er sogar einen seiner jungen Albaelihkrieger als Boten sendet?”

Der junge Mann biss die Zähne zusammen und presste die Lippen fest aufeinander.
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Er würde nichts verraten, ganz gleich was dieser verdammte Zauberer noch mit ihm anstellte. Dachte er zumindest. Die Augen des rot gewandeten Mannes verengten sich böse.

“Junger Krieger,” flüsterte er ,”du weiß noch gar nicht, wie viele verschiedene Foltertechniken ich kenne und ich schwöre dir, ich werde jede einzelne davon an dir ausprobieren. Was die Dschan dir antun können ist nicht das schlimmste, das kannst du mir glauben.”

Er lachte wieder und legte den Kopf schräg.

“Apropos, “ fuhr er fort, “die Dschan haben mir erzählt, dass es dir tatsächlich gelungen ist, dich aus deinen Ketten zu winden und du sogar beinahe aus dem Turm gekommen bist, bevor sie dich wiedereingefangen hatten.” Der Meister kicherte wieder. “Dir ist schon klar, dass ich so etwas nicht mehr zulassen kann, nicht war?”

Der Albaelih brachte ein trockenes, humorloses und leises Lachen zustande, das jedoch schon wenige Momente später in einen heiserem Husten unterging. Natürlich war ihm das klar, darum hing er auch nicht mehr mit dicken Handschellen gefesselt an einer Kette von der Decke, sondern lag jetzt auf dieser Steinbank. Die Arme und Beine weit von sich gestreckt und in dieser unbequemen Position fest gekettet. Zudem trug er nun einen schweren Metallreif um den Hals, der ebenfalls mithilfe von Ketten an dem Steinblock befestigt war und über die Hüfte wand sich eine weitere, schwere Kette. Aus all diesem Eisen konnte er sich sicher nicht mehr herauswinden und wenn er noch so gelenkig war. Zudem hatten man ihm, bis auf einen dürftigen Lendenschurz aller Kleidung beraubt.

Das leise, grausame Lachen des Rotgewandeten ließ ihn jedoch schlimmes ahnen und als eine weitere Gestalt in einem ähnlichen Kapuzenumhang zu ihnen kam und dem Anführer ein zusammengerolltes Etui aus weichem, festen Leder aushändigte, schluckte der Gefangene. Was hatten sie denn jetzt wieder mit ihm vor? Was würden sie ihm nun wieder antun?

Er versuchte ruhig zu bleiben, scheiterte aber kläglich an der heißen Panik, die sich durch seine Adern ergoss und sein Herz zum rasen brachte. Er war noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden hier gefangen, aber er hatte bereits gelernt dieses Lachen und diese Etuis zu fürchten, denn es bedeutete immer noch mehr Schmerz, noch mehr Leid und nein, sie ließen einfach nicht zu, dass er dabei bewusstlos wurde und so dem Schmerz entkam.
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Der Anführer wickelte, gut sichtbar für den gefesselten Krieger, auf einer Art Tablett das Leder auseinander und enthüllte etwas, das große Ähnlichkeit mit Nägeln hatten. Nur hatten diese Metallstifte hier böse zweifach gezackte Widerhacken an den Spitzen, zudem waren sie so lang wie ein Finger und hatten einen ziemlich breiten, flachen Kopf. Sie waren blitzsauber und sahen aus wie neu. Verwirrt blinzelte der Mann, konnte er sich doch im ersten Moment nicht wirklich vorstellen zu was diese Geräte nun wieder gut sein sollten.

Einige Momente später ahnte er es, als ihn der zweite Rotgewandete fest am linken Fußknöchel packte und ihn so zwang, den Fuß stillzuhalten, während der Anführer mit dem Tablett sich ebenfalls zum Fußende hinbegab. Der junge Albaelih gab einen leisen Laut von sich und versuchte natürlich erfolglos seinen Fuß aus dem harten Griff zu befreien. Was ihm aber sowieso nicht viel genutzt hätte, denn er war ja nach wie vor angekettet.



Ohne weitere Kommentare griff der Anführer nun ebenfalls zu und versenkte den ersten Nagel bis zur Hälfte in der bloßen Fußsohle des Gefangenen. Dem Mann entfuhr ein lauter Schmerzlaut und seine Muskeln spannten sich in dem verzweifelten Versuch den Fuß zurückzuziehen. Der oberste Meister lachte leise und böse. Seine Augen funkelten vor stiller Freude am Schmerz des anderen. Er griff nach einem weitern Nagel. Insgesamt waren es sechsundzwanzig Stück, für jeden Fuß dreizehn und er genoss jeden einzelnen davon, wählte sie ganz bedächtig aus und drückte sie langsam in das weiche Fleisch. So erreichte er zwei Dinge. Zum einen erholte sich der Gefangene nach jedem Nagel ein wenig, wodurch er nicht so schnell bewusstlos werden würde und zum anderen holte er so den höchstmöglichen Schmerz aus der Prozedur, denn der Gefangen erlebte jeden einzelnen der Nägel ganz deutlich und klar. Mit jedem Nagel wurden die Schmerzlaute des Mannes lauter und sein Bewegungen heftiger. Es war nur gut, dass er so fest angekettet war, sonst wäre es zum Ende der Prozedur kaum mehr möglich gewesen den Fuß ruhig zu halten. Nachdem endlich der letzte Spieß an seinem Platz war, bebte und zitterte der Albaelih am ganzen Körper und der Meister grinste lüstern hinter seinen Maske.
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Schmerz zuzufügen bereitete ihm nicht nur Vergnügen, sondern weckte auch körperliche Lust in dem Mann. Er beschloss, dass er sich später an einer der Sklavinnen, die er sich hielt, verlustieren würde. Aber zuerst musste seinem Opfer noch genau erklären, was es mit den Spießen eigentlich auf sich hatte.



Langsam begab er sich zum Kopfende der Steinbank und beugte sich sogar etwas hinab, damit ihn der Gefangene auch wirklich gut verstehen konnte. Er ließ dem Mann Zeit sich ein wenig zu erholen und wartete bis er einen klaren Eindruck machte.

“Diese Nägel,” flüsterte der Meister hämisch, “stecken nur etwa zur Hälfte in deinen Sohlen.”

Langsam drehte ihm der Albaelih das Gesicht zu. In seinen Augen konnte er sehen, dass der Mann begriffen hatte um was es ging, aber der Meister ließ es sich nicht nehmen, es ihm doch noch zu erklären.

“Wenn du versucht,” fuhr er kichernd fort, “aufzustehen und zu laufen, dann treibst du sie dir selber bis zum Anschlag in und teilweise auch durch den Fuß. Du solltest zudem wissen, das sie so platziert sind, dass sie dabei den größtmöglichen Schaden anrichten.” Der Meister kicherte fröhlich. “Du wirst dir dabei Knochen und Knorpel, Muskeln und Blutgefäße, Sehnen und Nerven zerfetzen und deine Füße für immer schädigen, wenn nicht sogar zerstören. Die Widerhacken, die du gesehen hast, sind dafür da, dass die Stifte nicht herausfallen und auch nicht einfach so herausgezogen werden können. Dabei würde es dir die Fußsohlen zerfetzten.”

Nun lachte der Mann leise, kam noch näher an das Gesicht des Gefangene heran und flüsterte hämisch.

“Du wirst den Rest deines erbärmlichen Lebens auf deinen Knien kriechend verbringen.”

Laut lachend wandte sich der Meister ab.

“Der hier hat für heute genug,” rief er, “bringt ihn zurück in seinen Käfig!”



Der junge Albaelih bemerkte kaum, dass seine Ketten gelöst wurden. Erst als ihn die Tentakel eines Dschan umschlangen und er damit einfach so hochgehoben wurde, schreckte er zusammen und ein leises, ängstliches Geräusch kam ihm über die Lippen.
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Als sie ihn wiedereingefangen und so zurückgeschleppt hatten, da hatte er es gehasst. Nun jedoch war er beinnahe froh, dass seine Füße den Boden nicht berührten und er auch nicht auf Knien hinterher geschleift wurde. Er wehrte sich nicht einmal gegen den festen, unangenehmen Griff, sondern hing nur noch müde und etwas apathisch in den Fortsätzen des Dschan. Nicht einmal die kalte Haut der Kreatur machte ihm in diesem Augenblick etwas aus. Nur wenig später wurde er von dem Dschan in einer kleinen, kahlen Steinzelle abgeladen, wo schon ein kahlköpfiger, kräftiger Mann wartete. Der Mensch diente offenbar den Meistern der Dschan und wurde darum auch von den Kreaturen in Ruhe gelassen. Er wahr wohl so etwas wie der Kerkermeister, wobei sich dieser Kerker ganz untypisch nicht tief unter der Erde befand, sondern sogar recht hoch darüber. Sobald ihn der Dschan abgeladen hatte, befestigte dieser Mann die Ketten des Albaelih an der Wand und schloss dann die vergitterte Tür. Nach einem letztem, schadenfrohem Grinsen in Richtung des Gefangen, verschwand der Kerkermeister den gang hinunter. Endlich alleine krümmte sich der junge Mann zusammen als hätte er Schmerzen und gab ein seltsames halbersticktes Schluchzen von sich. Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung schlugen wie eine Woge über Aridian Ranadian zusammen und drohten ihn unter sich zu begraben. Ein weiteres Schluchzen quälte sich durch seine wunde Kehle und er krümmte sich noch stärker zusammen.

Aus und vorbei dachte er, gefangen an einem Ort von dem es kein Entkommen mehr gab und an dem ihn nichts anderes mehr als Leid, Schmerz und Qual und irgendwann sicher der Tod erwartete. Er verschluckte das dritte Schluchzen, das ihm über die Lippen drängte und hob müde den Kopf. Helles Licht drang durch ein schmales Gitterfenster in die Zelle.

Der Sonnenaufgang!

Müde wickelte er sich in die zerschlissene Decke, die man ihm hier gegeben hatte und kroch vorsichtig auf Knien zu der schmalen, hohen Öffnung mit dem dicken Gitterstäben davor. Dort angekommen zog er die Knie seitlich an den Körper, umfasste die rauen Stäbe mit den Händen und legte schließlich die Wange an den kalten Stein. Mit feuchten Augen blickte der junge Albaelih in den Sonnenaufgang und fragte sich, ob sein Bruder Edendar schon wusste, was passiert war.
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Bestimmt war das so, sicher hatte Eden einen entsprechenden Traum gehabt. Er beneidete seinen Bruder nicht um diese Gaben.

Während er den wunderschönen Anblick der aufgehenden Sonne in sich aufsog, rannen ihm nun doch einige Tränen über die Wangen. Er fragte sich, wie viele Sonnenaufgänge ihm noch blieben.



Edendar schreckte erneut hoch. Er versuchte zu schreien. Letzteres jedoch ging nicht und er riss panisch die Augen auf. Jemand drückte ihn auf sein Lager und hatte eine Hand fest über seinen Mund gelegt, so dass er keinen Ton von sich geben konnte. Lange Momente des Schreckens verging, dann erkannte er Karms seltsame Raubtieraugen und begriff, dass die Hand auf seinem Gesicht dem Wandler gehörte, der ihm den Mund zuhielt. Er entspannte sich und als Karm sah, dass der Krieger ganz wach war, nahm er vorsichtig seine Hand fort. Karm bedeutete ihm still zu sein. Edendar nickte, setze sich auf und folgte dem blick des Wandlers, der besorgt Annabella betrachtete, die ein wenig unruhig schlief. Er bemerkte, dass das Feuer heruntergebrannt war. Er hatte also mehrer Stunden geschlafen. Karm kam nahe zu ihm.

“Ich will nicht, dass sie schon wieder aufwacht,” flüsterte er ,”sie hat heute schon genug mitgemacht und ich mache mir Sorgen, dass ihr das alles ein wenig zu viel wird.”

Edendar nickte verständig.

“Ich habe dich gehört und bin aufgewacht,” fuhr Karm fort, “und sah dass du dich herumwirfst und offenbar sehr schlecht träumst. Du hast ausgesehen, als würdest du gleich laut schreien.”

Edendar nickte erneut und schenkte dem Wandler ein leichtes Lächeln. Als darum hatte der Wolf ihm den Mund zugehalten. Der Albaelih seufzte, fuhr sich müde durchs Gesicht und musste ganz unvermittelt die Tränen zurückdrängen, die ihm in die Augen zu steigen drohten. Jetzt wusste er mit Sicherheit, dass Aridian ein Gefangener der Dschan und deren Meister war. Er schluckte schwer und verfluchte einmal mehr seine Gaben, die doch so wenig Nutzen zu haben schienen. Karms Hand auf seiner Schulter ließ ihn wieder aufblicken, direkt in die ungewöhnlichen Augen des Wandlers. Verständnis spiegelte sich darin wieder.

“Hast du wieder von deinem Bruder geträumt?”

Karm klang behutsam und Edendar nickte nur schweigend.
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“Ein Wahrtraum?”

Der Wandler klang noch immer sanft und Eden nickte noch einmal.

“Ja Karm,” wisperte der Albaelih, “ich bin mir ganz sicher. Mein Bruder ist in der Gewalt der Dschan und ihrer Meister. Sie foltern ihn!”

Edendars Stimme drohte zu brechen, aber der Druck von Karms Hand auf seiner Schulter verstärkte sich und gab dem Krieger den nötigen Halt.

“Ich habe sie im Traum gesehen,” fuhr er fort, “schon früher in einer Vision, diese Meister und ich glaube, ich habe auch euch drei gesehen, Karm. Dich und Annabella und Schnurr.”

Er sah den Wolf mit einem undeutbaren Blick an und schluckte.

“Ich habe gesehen, wie dieser Meister, vermutlich ihr Anführer, meinem kleinen Bruder Nägel in die Fußsohlen getrieben hat.” Seine Stimme zitterte nun doch.

“Ich hasse diese Gaben!” Er stieß die Worte leidenschaftlich aber immer noch leise hervor.

“Ich hasse sie wirklich. Ich hasse es, dass sie mir Dinge und Bilder zeigen, die ich nicht oder erst viel zu spät begreife. Ich hasse es, das sie mir Bilder zeigen von schrecklichen Dingen, die viel zu weit weg sind um etwas dagegen zu tun. Ich hasse es immer als erster zu wissen, wenn einem aus unserer Familie etwas schlimmes zustößt und dann meistens viel zu weit weg zu sein, um irgendwie helfen zu können. Ich wollte das nicht, wollte es nie haben und ich will auch nicht jedes Mal wenn ich die Augen schließe zusehen müssen, wie dieser *Sathik meinen Bruder foltert und dabei zu wissen, dass ich nichts dagegen tun kann!”

Mühsam hielt der Albaelih seine Stimme gesenkt, war aber dennoch etwas lauter geworden. Nun presste er die Lippen fest zusammen und versuchte irgendwie die tiefe Verzweiflung, die sich in ihm auszubreiten drohte, zurückzudrängen. Karm hatte seine Hand nicht fortgenommen und drücke nun nur noch fester. Überrascht, aber auch dankbar hob Edendar den Blick. In Karms Augen funkelte es, als hätte jemand Kristallsplitter hineingelegt, außerdem glühten sie ganz leicht. Ein wenig erschrocken und verblüfft stockte dem Krieger der Atem. Als Karm sprach klang seine Stimme rauer als sonst.

“Wir finden diesen Ort,” knurrte der Wandler leise, “wenn Annabella und der Rest in Sicherheit sind, dann suchen wir beide diesen Ort und werden ihn auch finden und dann, dann lassen wir sie für alles büßen!”

Edendar musterte den Wandler überrascht, denn er hatte sich verändert, ohne sich wirklich verändert zu haben.
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Aber die ruhige Ausstrahlung, die sonst von dem Wandelwolf ausging hatte sich verändert und war zu etwas ebenso Ruhigen, aber wesentlich Gefährlicheren, nahezu Lauerndem geworden. Seine zwar markanten, aber meist freundlichen Züge hatten einen Ausdruck angenommen, der so dermaßen wölfisch war, dass es Eden kalt den Rücken hinunterlief. Und dann dazu noch die raue, knurrige Stimme und diese glühenden, wilden Augen, in denen nichts menschliches mehr zu finden war. Dieser Karm, dachte der Sölnder, war wirklich gefährlich!

Edendar staunte, doch dann erkannte er plötzlich was passiert war und was diese seltsame Verwandlung ausgelöst hatte. Karm war wütend! Der Wandler kochte vor Wut und das nicht einmal wegen etwas, dass ihm selber geschehen war, sondern wegen dem was gerade mit Edendars Bruder geschah. Aber vielleicht, so dachte der Albaelih, hatte Karm ja doch jemanden an die Dschan verloren, jemanden den er gern gehabt hatte. Zumindest würde das die heftige Reaktion des Wandelwolfes erklären.

Edendar erwiderte Karms wilden Blick, nickte bestimmt, streckte dem Wandler die rechte Hand entgegen und ergriff diese im uralten Kriegergruß, indem er nicht die Hand umfasste sondern den Unterarm des anderen. Karm, der den Gruß offenbar kannte erwiderte die Geste mit festem Druck und nickte nun auch.

Fasziniert konnte der Söldner zusehen, wie sich das wilde Tier, das in Karm stecke und dass sich eben so deutlich auf seinen Zügen gezeigt hatte wieder hinter die menschenähnliche Maske zurückzog und erneut dem freundlichen, dem ruhigen Karm Platz machte. Nur die Augen des Wandlers glühten noch immer ein wenig. Eden erwiderte fest den ernsten und bestimmten Blick. Es kam ihm vor, als hätten sie beide gerade eine Art Pakt geschlossen und womöglich hatten sie auch genau das getan.

Er blinzelte erneut verblüfft, denn ganz plötzlich fühlte er sich tatsächlich ein klein wenig besser.











*Sathik - Albaelih für Mistkerl, böser Mann, Sadist
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Punktestand der Geschichte:   63
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Kommentare zur Story:

  Na herzlichen Dank auch ;-)

Beinnahe vorsichtig erklärt sich doch selber. Eben nur beinahe vorsichtig. ;-)

Der Fiesling ist absichtlich etwas überzeichnet irre und böse.
Schön dass dir die Folterszene gefällt, an der bin ich recht lang gesessen. Und danke für den hinweis mit dem nicht gerade angenehmen Griff...das wollt ich noch ändern und habs dann übersehen. Das ist ein fester, unangenehmer Griff....

So mal zu Karm....erstens, hat der in seiner Menschenähnlichen Form Hände und zweitens fiel mir auch nix besseres ein ;-). Ich fand die Idee interssant.
Außerdem ist Karm alles andre als ein Flüchtling. Der wurde losgeschickt etwas zu suchen und ist den Dschan nur ausgewichen um nicht verletzt zu werden.
Außerdem erklärt sich diese überraschende Reaktion im laufe der nächsten Kapitel.

Das Edendar in dem Gespräch recht oft Karms Namen benutzt, warso nicht geplant. Aber da die Gesichte voran will, will ich jetzt hier hinten nicht noch rumbasteln, sonst verhederen sich nämlich meine Gedanken und dann geht nix mehr.  
   Tis-Anariel  -  17.08.12 22:43

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  Du weißt, dass ich deine Story mag, die Welt stimmig finde und das nicht in jedem Kommentar wiederholen möchte und auch darauf verzichten will, nur den Inhalt das Kapitel in meinem Kommentar zusammenzufassen und deshalb springe ich gleich zu den Anmerkungen :)

"Ein tiefes, schmerzerfülltes Stöhnen..." das klingt irgendwie komisch, da eine tiefe Stimme eher Ruhe, Entspannung, Befriedigung ausdrückt - unter Schmerzen wird die Stimmlage eher schrill und hoch.

"Beinnahe vorsichtig zog..." - was genau ist "beinahe vorsichtig"?

Alles in Allem ist das jedoch eine gute, sehr bildhafte Folterszene (auch wenn das jetzt irgendwie krank klingt). Der Rotgewandete ist mir für meinen Geschmack zwar ein bisschen zu überzeichnet böse/irre, aber das tut der Sache nicht wirklich einen Abbruch.

"Er wehrte sich nicht einmal gegen den festen, nicht gerade angenehmen Griff..." - ich glaube nicht das das Wort "angenehm" in irgendeinem Kontext irgendeiner Folter zutreffend sein könnte, daher ist dieser Zusatz hier eher redundant.

Die Szene mit dem zugehaltenen Mund und die Erklärung, warum der Wandler seine Hand/Pfote bereite auf Edendars Mund hatte, noch bevor der ruckartig aufwacht, kommt etwas aufgesetzt und gekünstelt daher (also für meinen Geschmack :)

Im darauffolgenden Gespräch erwähnt Edendar in fast jedem seiner Sätze Karms Namen, obwohl niemand anderes wach ist, den er meinen könnte. Doska hat das ebenfalls mal verwendet, um es dem Leser klarer zu machen, wer hier gerade spricht, ich persönlich empfinde das als eher störend beim Lesen, da niemand so reden würde.

Außerdem kann ich gerade die charakterliche Wandlung von Karm nicht nachvollziehen, der eigentlich als überzeugter Flüchtling begann und die Prämisse vertrat, den Dschann bei jeder Gelegenheit auszuweichen und sie zu meiden und der jetzt auf einmal von einem Augenblick zum nächsten Rache für den Wahrtraum eines völlig Fremden sucht... vielleicht hab ich aber auch ein paar Ereignisse aus den vorherigen Kapiteln vergessen, die das erklären.  
   Jingizu  -  17.08.12 20:32

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  Huhu Gerald,

jetzt erstmal danke für deine Kommentare. Ich freu mich sehr darüber. Hatte mich schon gefragt, wo du abgeblieben bist.
Es freut mich sehr, dass auch dir die Geschichte noch immer gefällt.
Ja der arme Aridian, dem gehts echt schlecht im Moment. Das wird noch ganz dramatisch werden.
Lach...also deine Reaktion auf den Meister sagt mir, dass er wunschgemäß grausam und richtig fies rüberkommt. Das freut mich auch sehr.  
   Tis-Anariel  -  16.07.12 20:18

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  Es ist ja wirklich fürchterlich, was Edendars Bruder so alles angetan wird. Da möchte man diesem brutalen Meister am liebsten auch mal so einen Nagel in die Füße klopfen. Ich denke aber, dass sich Edendar mit Unterstützung seiner drei Freunde bald in Bewegung setzen wird, um seinen Bruder zu finden. Wiedermal ist alles spannend und bildreich beschrieben.  
   Gerald W.  -  16.07.12 15:48

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  Hallo Petra,

wie schön, dass auch du mitfiebern kannst und es dir ebenso gefällt.
Ja, so etwas in der Art haben die beiden wirklich getan und es hat natürlich auch einen Grund, weswegen Karm so erzürnt ist.
Was den jüngeren Bruder und seine Rettung angeht, ich glaube da werde ich euch wieder überraschen können. Und das freut mich auch.  
   Tis-Anariel  -  15.07.12 17:09

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  Das ist ja so schrecklich mit Edendars Bruder. Und Edendar hat auch noch die Gabe das alles mitfühlen zu können. Andrerseits hat Edendar dadurch die Möglichkeit vielleicht auch herauszufinden wo genau sein jüngerer Bruder steckt. Süß fand ich, wie das alles Karm erzürnt hat. Man hat den Eindruck dass Karm mit Edendar so eine Art Bruderschaft eingegeangen ist. Bin echt neugierig wie das jetzt nun weitergehen wird.  
   Petra  -  15.07.12 14:53

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  Huhu doska,

es freut mich, dass es dir gefällt und dass ich es offensichtlich schön spannend hinbekomme. Nun so klein ist der "Kleine" garnicht, schließlich ist der auch schon ein Krieger. Aber er ist auf jeden Fall jung und deutlich jünger als Edendar.

Oh ja, die Sache mit den Nägeln. Ich musste ihn ja irgendwas schlimmes antun, etwas das die Grausamkeit der Meister hervorhebt und so richtig fies weh tut, zudem sollte es ihn am weglaufen hindern.  
   Tis-Anariel  -  15.07.12 03:44

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  Wieder ganz toll geschrieben. Wahnsinnig spannend und bei der Sache mit den Nägeln konnte ich kaum weiterlesen. Der arme Kleine. Hoffentlich können Karm und Edendar ihn noch rechtzeitig befreien. Bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg. Außerdem sind die boshaften Wesen im Augenblick noch klar in der Überzahl. Aber ich glaube Edendar kann ganz sicher mit Karms Unterstützung rechnen.  
   doska  -  14.07.12 22:05

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Aya" zu "Der kleine Vogel"

finde ich auch echt gut.

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