Blutmond - Karms Reise -19-   75

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 4. Juli 2012
Bei Webstories eingestellt: 4. Juli 2012
Anzahl gesehen: 1123
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Etwa eine Stunde später hatte sich der Krieger in seinem Lager aufgesetzt, wobei er Karms Hilfe benötigte. Das und die Tatsache, dass seine Hände immer noch leicht zitterten, erschreckten den Albaelih am meisten, denn zeigte es ihm doch auf, wie knapp er dieses Mal davongekommen war. Diese Dschan hatten ihm doch viel mehr zugesetzt, als er selber gedacht hatte. Vorsichtig betastete der Mann eine der Stellen, an dem sie ihre Tentakel in seinen Körper getrieben hatten. Die Haut fühlte sich merkwürdig an, dachte er und außerdem war sie an der betreffenden Stelle taub. Er hoffte, dass sich dies wieder geben würde.

Der große Verband am linken Arm machte Eden auch etwas Sorgen, denn schließlich wusste er noch nicht, wie viel Schaden der Baum dort angerichtet hatte. Karm bemerkte den Blick des Söldners, lächelte und beruhigte ihn sogleich.

“Mach dir keine Sorgen,” meinte er leise, “Muskeln, Sehnen und große Blutgefäße blieben unverletzt. Du hattest Glück, denn nur die Haut wurde zerrissen. Es wird aber eine große Narbe bleiben.”

Edendar nickte verstehend und verzog gleich darauf das Gesicht. Dank Annabella hatte er eigentlich kaum mehr Schmerzen, außer er bewegte sich zu sehr. Dann schoss ihm stechender Schmerz durch Kopf und Nacken. Das Mädchen hatte ihm einen ziemlich bitteren Tee aus Weidenrinde und anderem vorgesetzt und der Söldner hatte das Zeug tapfer getrunken. Da der Mann nicht zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal verwundet worden war, erkannte er den Geschmack einiger Heilmittel recht gut und wusste, dass sie ihm helfen würden, auch wenn sie oft genug scheußlich schmeckten. Aber um ehrlich zu sein, das Kind hatte das wirklich gut hinbekommen. Edendar hatte schon viel Schlimmeres schlucken müssen. Was auch immer das Mädchen noch in den Tee mischte, es half auf jeden Fall. Nicht nur seine Schmerzen wurden gedämpft, auch das beständige leichte Schwindelgefühl war verschwunden und sein Magen hatte sich auch noch beruhigt. Und das alles mit nur einem einzigen, bitteren Tee, das war schon eine Leistung. So hatte er tatsächlich eine kleine Portion des überraschend wohlschmeckenden Eintopfs verspeisen können. Überhaupt erstaunte ihn die Kleine über alle Maße. Es war verblüffend, wie viel sie über Kräuter, deren Wirkungen und über das Handwerk der Heiler insgesamt wusste.
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Er kannte sogenannte Wundärzte, die kaum mehr wussten.

Aber nicht nur das Wissen fand er erstaunlich, sondern auch die Tatsache, dass das Kind mit der Katze sprach, als würde das Tier sie völlig verstehen. Sie ging sogar so weit, dass sich manchmal gurrende, schnurrende und maunzende Laute in ihre Sprache mischten, wenn sie mit der Katze sprach. Offensichtlich bemerkte das Mädchen das nicht einmal. Verrückterweise schien das Tier wirklich zu verstehen und zu antworten! Edendar fragte sich, ob dieser Eindruck der Wirklichkeit entsprach, oder nur seiner Fantasie zuzuschreiben war. Womöglich hatte die Begegnung seines Kopfes mit den Felsen doch weiterreichende Folgen. Natürlich konnte es auch einfach so sein, dass Kind und Katze wirklich miteinander sprachen. Dann jedoch stellte sich ihm die Frage, wer von beiden das besondere Wesen war, oder ob nicht vielleicht sogar beide äußerst ungewöhnlich waren?

Im Moment tendierte er zu letzterem, da Annabella gerade dabei war, ihn fachgerecht nach bester, neugieriger Kindermanier über seine jüngsten Erlebnisse auszuquetschen, wobei sie natürlich alles ganz genau wissen wollte. Der Söldner hatte nichts dagegen und erzählte dem Mädchen gerne, was es wissen wollte, dabei informierte er auch gleich seine Retter darüber, dass seine Freunde am nächsten Tag sicher nach ihm suchen würden. Während er also erzählte, hatte er nicht nur Annabellas Aufmerksamkeit, sondern auch die Katze musterte ihn mit einem aufmerksamen, intelligenten Blick, der ihm schon beinahe unheimlich war. Es hatte ganz den Anschein, dass das Tier ganz genau verstand, was er da von sich gab.

Noch mehr aber als Annabella und ihre vierbeinige Freundin war der Albaelih von Karm verblüfft. Der große, schwarzhaarige Mann war dem Krieger ein Rätsel. Der Mann, mit dem markanten, attraktiven Gesichtzügen, der ruhigen Ausstrahlung und der angenehmen Stimme, hätte durchaus vertrauenerweckend wirken können, trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner Größe. Allerdings besaß er neben den spitz zulaufenden Ohren, auch kleine, scharfe Eckzähne und dazu diese bernsteingelben, seltsamen Augen, in denen sich etwas Urtümliches und Wildes widerspiegelte. Außerdem offenbarte jede seiner Bewegungen eine eigenartige, natürliche, ja fast raubtierhafte Eleganz, der er sich selber wohl gar nicht bewusst war.
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Edendar erkannte, dass Karm durchaus gefährlich werden konnte, wenn man es darauf anlegte.

Gerade war der schwarzhaarige Mann dabei, Edendars Stiefel zu fetten. Zuvor hatte er schon den Gürtel und die leeren Waffenscheiden auf die selbe Weise gepflegt. Das war noch etwas, das Edendar überraschte. Nicht jeder hätte so selbstverständlich so eine Arbeit übernommen. Karm bemerkte den Blick des Albaelih, sah auf und schenkte ihm ein kurzes, breites Grinsen, wobei er erneut kurz seine Eckzähne entblößte. Im Schein des Feuers schienen seine Augen kurz aufzuleuchten, wie es bei Katzenaugen der Fall war. Nicht zum ersten Mal an diesem Abend fragte sich der Söldner, welcher Rasse sein Retter eigentlich angehörte. Er lächelte leicht zurück, seufzte und überwand sich dann endlich.

“Karm,” fragte der Albaelih, “ich weiß, es ist nicht unbedingt höfflich, aber es lässt mich auch nicht in Ruhe. Darf ich dich fragen, welchem Volk du angehörst?”

Karm schwieg einen langen Moment und musterte den Krieger aufmerksam. Dann tauschte er einen kurzen Blick mit Annabella, die nur die Schultern zuckte. Schließlich wandte er sich wieder dem Albaelih zu und schenkte diesem ein breites, derart wölfisches Grinsen, dass es dem Söldner nun doch etwas unheimlich zumute wurde.

“Ich, Edendar Ranadian, bin ein Wandelwolf!”

Edendar blinzelte erstaunt. Das erklärte natürlich so einiges. Aber dennoch, ein Wandelwolf? Ein wirklich, echter und wahrhaftiger Wandelwolf? Seit Jahrhunderten war keiner mehr über die Heralberge gekommen!

Der Söldner wandte seinen staunenden Blick dem Mädchen zu, das aber nur lachte.

“Ich bin kein Wolf,” meinte sie kichernd, “sondern nur ein Mensch, wenn auch kein normaler, glaube ich.” Sie sah Karm fragend an und der hob in einer kleinen Geste die offenen Hände und sagte so Annabella ohne Worte, dass es ihre Entscheidung sei, wie viel sie offenbaren wolle. Irritiert verfolgte Edendar diese stumme Zwiesprache, wurde dann aber von einem seltsamen Gefühl abgelenkt. Es war als würde etwas Kühles, ja geradezu Prickelndes, Fröhliches am Rande seines Geistes vorüber streichen und ihn ganz genau in Augenschein zu nehmen.
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Wenige Momente darauf war es auch schon wieder vorbei und ließ den Söldner etwas verwirrt zurück. Annabella hingegen lächelte jetzt breit und glücklich. Sie wandte sich erneut an Karm.

“Er hat,” lachte sie, “fast so ein schönes Wesen wie du, Karm!”

Nun endgültig verwirrt starrte der Söldner erst das Mädchen, dann den Wandelwolf und dann wieder das Mädchen an. Ein leises Geräusch machte ihn auf die Katze aufmerksam, die ganz in der Nähe saß und nun eindeutig grinste, das erkannten sogar seine ungeschulten Augen.

“Ja klar,” murmelte er, “lach mich nur aus Katze.”

Prompt maunzte das Tier ihn an und Annbella kicherte schon wieder. Schließlich fing sich die Kleine aber wieder und musterte den Söldner mit aufmerksamen Blick.

“Du versteht sie nicht, oder?”

Ihre Frage klang eher nach einer Feststellung, aber Edendar schüttelte dennoch den Kopf.

“Siehst du,” fuhr das Kind fort, “ich schon und Karm auch.” Sie schenkte dem Albaelih ein süßes Lächeln. “Und das gerade eben, dieses Gefühl, das du da eben hattest. Das war ich auch. Ich kann mir nämlich das Wesen von jemanden anschauen. Also nicht das, was derjenige aller Welt zeigt, sondern das dahinter, das wahre, das wirkliche Wesen. Verstehst du?”

Langsam nickte Edendar.

“Ich glaube, ich verstehe.”

Da er jedoch noch immer etwas verwirrt klang, mischte sich nun Karm doch ein.

“Annabella hat den tiefen Blick,” ergänzte er mit sanfter Stimme, “ und sie beherrscht die Herzsprache und weil ich ein Wandelwesen bin, ist letztere auch mir zu eigen.”

Edendar war schlicht sprachlos von dieser Enthüllung und nickte nur langsam.

Du lieber Himmel, auf was war er denn da nur getroffen? Nicht nur ein Wandelwolf, sondern auch ein Kind, wohlgemerkt ein KIND, mit solchen Fähigkeiten, das konnte doch unmöglich noch ein Zufall sein. Er betrachtete die Katze noch einmal von der Seite her und war sich fast sicher, dass diese auch kein gewöhnliches Tier war.





Etwas später hatte sich Annabella bereits in eine der anderen Schlafstätten hineingekuschelt und war schnell und tief eingeschlafen. Es war ein ganz schön langer, anstrengender und aufregender Tag für das Mädchen gewesen.
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Schnurr hatte sich an sie gekuschelt und musterte den Albaelih, der sich nun auch wieder hingelegt hatte, aus halboffenen Augen. Der Mann hatte sich überraschend schnell von seiner Verblüffung erholt und nahm das Gesagte hin, ohne es groß zu hinterfragen. Jetzt da Annabella schlief, kam er aber noch einmal darauf zurück.

“Karm?” Edendars Stimme war leise, damit er Annabella nicht weckte.

Der Wandler, der gerade seine eigene Schlafstatt hergerichtet hatte, blickte fragend auf. Er gewahrte den ernsten Blick des Söldners und setzte sich daher auf den Rand seiner eigenen Schlafstatt.

“Was ist?”

Eden wirkte etwas zaghaft und verlegen, aber Karm drängte den Mann nicht.

“Nun,” begann er endlich, “du weißt ja, dass meine Freunde nach mir suchen werden.” Karm nickte. “Gut,” fuhr der Krieger fort, “meine Freunde sind alle wie ich, Söldner und Albaelih, deswegen wird deine Herkunft und Annabellas Besonderheit kein Problem darstellen. Zudem ist es fast unmöglich, Alaniah zu belügen. Sie weiß, wenn man das tut, das ist eine ihrer Gaben. Aber ihr könnt ihr sowieso trauen.” Der Söldner hielt kurz inne, sammelte sich und begegnete Karms Augen mit einem offenen Blick. “Es ist nur so, dass nicht mal mehr alle Albaelih so wirklich an Wandelwesen glauben, geschweige denn die Menschen im Tiefland, jenseits des großen Bruches. Verstehst du? Für viele sind Wandelwesen nur noch Geschichten.” Karm nickte erneut und der Albaelih fuhr leise fort. “Das wäre nicht so schlimm, aber seit kurzem tauchen neben den alten, wahren Geschichten auch andere, neuere auf und in denen kommen Wandelwesen gar nicht mehr so gut weg. Seit einigen Jahren tauchen diese Geschichten vermehrt auf und besonders Wandelwölfe werden dabei als bösartige, hinterhältige und gefährliche Bestien dargestellt. Mir ist klar, dass das nicht wahr sein kann und jedem, der die alten Geschichten kennt, ist das genauso klar. Das Problem ist nur, dass viele die alten Geschichten nicht mehr oder nur noch Bruchstücke davon kennen.”

Edendar schwieg, unsicher, wie er nun sein Anliegen vorbringen sollte, ohne dabei Karm zu beleidigen, doch der Wandler nickte bereits verstehend.

“Ich verstehe,” meinte er, “jemand legt es darauf an, mit diesen Geschichten den guten Ruf meiner Art zu zerstören.
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Vermutlich um es uns schwer zu machen unsere Mission zu erfüllen.”

Edendars Blick wurde neugierig, aber Karm winkte erst einmal ab, also verbiss er sich die Frage.

“Du denkst also,” fuhr Karm fort, “dass es sicherer für mich und für Annabella wäre, wenn wir nicht nur ihre Begabungen, sondern auch meine Herkunft verheimlichen, oder?”

Edendar nickte und Karm runzelte die Stirn.

“Und wie willst du meine Ohren, meine Augen und meine Zähne erklären?”

Neugierig legte der Wandler nun den Kopf schräg und der Albaelih lächelte verlegen.

“Naja,” meinte er, “wir könnten versuchen, dich als Mischblut auszugeben. Die Zähne und Augen könnte man mit einen Teil Zauberwesenblut erklären. Keiner weiß schließlich wie viele und wie viele verschiedene Wesen sich alle unter dem Begriff versammeln. Außerdem könnte man dann auch eine weitentfernte Verwandtschaft mit Annabella vortäuschen. Dann gibt es da auch keinen Ärger.”

Während Edendar wieder in bedrücktes Schweigen verfiel, wirkte Karm nachdenklich. Ihm widerstrebte es sichtlich, seine Herkunft nicht nur zu verheimlichen, sondern sogar zu verschleiern. Der Söldner machte sich schon Sorgen, dass der Wandler den Vorschlag beleidigt ablehnen würde, da mischte sich ganz unvermutet Schnurr ein. Eden verstand zwar nicht, was die Katze von sich gab, aber er hoffte dass sie Karm überzeugen würde.



Schnurr hatte den beiden Männern interessiert zugehört und fand den Vorschlag des Albaelih als durchaus angebracht und klug. Karm hingegen schien nicht so wirklich davon begeistert zu sein, was sie auch sehr gut verstehen konnte. Es widerstrebte ihm sichtlich seine Herkunft zu verbergen, aber als er so lange zögerte, mischte sie sich doch ein.

“Karm,” ihre Stimme war ruhig, aber bestimmt, “du weißt, dass das eine sehr gute Idee ist.” Der Wandelwolf sah Schnurr zweifelnd an. “Denk doch nach,” meinte sie, “wenn das stimmt und ich glaube ihm da, dann wäre es doch dumm, sich als Wandelwolf zu erkennen zu geben. Außerdem weiß ich, das Menschen manchmal komisch sind, was die Freundschaft von Kindern und Erwachsenen angeht. Sie würden es sicher seltsam finden, wenn ein Mädchen wie Annabella mit einem fremden Mann durch die Gegend zieht.
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Womöglich würden sie annehmen, du hättest sie entführt oder tätest ihr etwas an und entsprechend handeln. Wenn du aber mit ihr verwandt wärst, dann wäre das für die meisten Menschen nicht mehr so abwegig, noch dazu in diesen Zeiten. Verstehst du?”

Sie sah Karm forschend an und der Wandler seufzte tief.

Schließlich nickte er und wandte sich wieder Edendar zu.

“Du und das Kätzchen habt Recht. Wenn es so sicherer ist, dann werden wir es so machen.”

Edendar atmete erleichtert auf. Dann schlich sich ein schräges Lächeln in sein Gesicht.

“Darf ich dir eine Frage stellen, Karm?”

Der Wandler bedachte ihn mit einem sonderbaren Blick, gab ihm dann aber mit einer Geste und einem Nicken zu verstehen, das er fortfahren sollte.

“In den alten Geschichten wird immer wieder erwähnt," meinte der Albaelih, "dass ihr Wandelwölfe euch lieber in eurer vierbeinigen Gestalt bewegt und die Wandlung sowieso nicht ohne ist. Also warum nutzt du dann im Moment deine zweibeinige Gestalt?”

Jetzt lachte Karm amüsiert auf und zeigte mit dem Kinn auf Annabellas Schlafstatt.

“Da liegt der Grund,” lachte der Wandler, “und schläft selig. Sie kommt auch mit dem Wolf klar, aber ich denke die zweibeinige Gestalt ist ihr dann doch ein klein wenig lieber. Außerdem war sie notwendig, diese Gestalt, da wir ein Stück des Weges auf einem Boot zurückgelegt haben und das war zu schwer, als dass es Annabella hätte steuern können. Zudem nahm ich an, dass wir die nächste noch bewohnte Siedlung zusammen erreichen werden und da ist es sicher besser, wenn sie nicht mit einem großen, schwarzen Wolf auftaucht.”

Der Wandler grinste amüsiert. Der Söldner nickte verstehend und erwiderte das Grinsen. Was tat man nicht alles für die, die einem am Herzen lagen. Zumindest darin fanden die zwei Männer auf Anhieb eine Übereinstimmung. Schließlich schürte Karm noch einmal das Feuer nach und legte sich dann auch endlich nieder. Es war ein wirklich langer Tag gewesen und selbst er war nun ein wenig müde. Während er so dalag, ließ er sich das Geschehen des Tages und die Gespräche durch den Kopf gehen.
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Überrascht stellte er fest, dass ihm das zweibeinige Dasein weniger auszumachen schien. Vermutlich gewöhnte er sich einfach daran.

Er lauschte noch eine ganze Zeit auf die Atemzüge des Albaelih, bis diese tiefer und ruhiger wurden. Bald schlief der Mann genauso tief wie Annabella. Karm fragte sich, was das Mädchen wohl genau in Edendar Ranadian gesehen hatte und was sie wohl damals, im Keller in ihm selber gesehen hatte.

“Karm?” Schnurrs sprang zu ihm auf sein Lager. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.

“Ja, Kätzchen?” Karm flüsterte ebenfalls.

“Sie hat gesagt, sie könne das Wesen der anderen sehen,” meinte die Katze leise, “Karm, nicht nur fühlen, oder erahnen, sondern wirklich sehen. Das ist viel mehr als nur der tiefe Blick. Das ist das GESICHT! Karm, Annabella hat das dritte Auge!”

Karm öffnete bei diesen Worten die Augen und starrte die Katze verwundert an.

“Woher weißt du das?”

Karm wirkte alarmiert und die Katze konnte es ihm nicht verdenken. Das dritte Auge, auch Gesicht genannt, stellte eigentlich nur eine Art Erweiterung des tiefen Blickes dar, war aber aufgrund dessen noch seltener zu finden, als der Blick. Und das ausgerechnet so ein junger Mensch wie Annabella diese Gabe hatte, das war eine ausgesprochene Seltenheit. Soweit die Katze wusste, hatte es so etwas bisher noch niemals gegeben.

“Ich bin eine Wissenshüterin,” wisperte die Katze, “ich muss solche Dinge wissen. Und was Edendar da über seine Freundin, diese Alaniah erzählt hat, lässt vermuten, dass diese Frau auch eine Wissenshüterin ist.”

Sie klang besorgt und Karm runzelte die Stirn.

"Und wie sollen wir jetzt handeln?”

“Wenn sie wirklich eine Wissenshüterin ist,” antwortet die Katze, “dann kann man ihr wohl trauen. Und ansonsten müssen wir vorsichtiger sein, Karm und nicht mehr so offen über uns sprechen.”

Karm nickte langsam.

“Da hast du wohl recht.” Er seufzte. “Sprich du morgen mit Annabella darüber, so bleibt es erst mal unter uns.”

Die Katze stimmte dem zu, verließ den Wandler, kuschelte sich erneut an Annabella und war bald darauf eingeschlafen. Karm jedoch starrte noch geraume Zeit ins Feuer. Er ließ sich das nicht so anmerken, aber er machte sich große Sorgen um seine kleine Freundin.
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er er machte sich große Sorgen um seine kleine Freundin.
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Punktestand der Geschichte:   75
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Kommentare zur Story:

  Hallo Petra,

wie schön, dass dir dieser Teil so gut gefällt.
Ja so langsam enthüllen sich einige Dinge, dafür werfen sich dann bald an anderer Stelle neue Fragen auf.  
   Tis-Anariel  -  10.07.12 22:08

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  Nun erkennt man erst richtig , was mit Annabella und Karm wirklich los ist. Auch Schnurr scheint eine sehr ungewöhnliche Katze zu sein. Gut , dass es Edendar endlich besser geht und das hat er Annabella zu verdanken. Klar, dass er seinen Rettern dankbar ist und sie seinerseits so gut wie irgend möglich unterstützen will. Wiedermal ein sehr schönes Kapitel.  
   Petra  -  10.07.12 17:37

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  Hallo Jingizu,

danke für die Anmerkungen.
Na, so viele Verschreiber sind nicht drin, es waren einige drin,aber die hab ich schon längst eliminiert. Kann es sein, dass du das Kapitel schon vor einiger Zeit gelesen hast?

Hmm...ich kann ja nicht alles voller Ecken und Kanten packen, da tut man sich ja sonst weh ;-).
Das "seicht" überhöre ich mal, denn auch in diesem Teil gibt es einiges an Unterströmungen, aber vielleicht hab ich die ja zu gut versteckt.

Es freut mich übrigens, dass du noch nicht genau ersehen kannst, wo ich eigentlich hin will. Das ist nämlich pure Absicht und es macht mir riesen Freude, das mir das offenbar gelungen ist.

Liebe Grüße
du Kritiker, du ;-)  
   Tis-Anariel  -  07.07.12 00:49

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  Hallo Anariel,

das ist wohl wieder ein auf die Schnelle gepostetes Kapitel, denn es besitzt noch eine Menge Schreib- und Grammatikfehler. Hier noch ein paar Anmerkungen zum Ausdruck an manchen Stellen.

"fast am allermeisten" - grausiger Ausdruck :) weg damit
"Die Haut fühlte sich merkwürdig an, fand er [...]" - natürlich fand er das, er befühlt sich ja, das "fand er" ist damit unnötig.
"Darf ich dich fragen, welcher Rasse du angehörst?" - der Ausdruck ist wirklich unhöflich, wenn du das beabsichtigt hast, ist ja gut, ansonsten klingt die Frage danach, welchem Volk er angehört, weniger abwertend.

Der erste Absatz ist sehr kindlich gehalten, sowohl in den Beschreibungen, wie auch den Gesprächen auch die darauffolgenden sind eher seicht und versöhnlich - ohne die mir so lieben Ecken und Kanten.
Doch geb ich auch dem Gerald Recht, denn Karms Gestalt wird wieder schön hervorgehoben und plastisch vor Augen geführt. Ich kann noch nicht erkennen, wohin du eigentlich mit der Geschichte willst, denn mir scheint, dass der wahre Kern sich erst noch zeigen wird - na mal abwarten :)  
   Jingizu  -  06.07.12 23:58

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  Hallo Gerald,

auch dir ein Danke für den Kommentar.
Wie schön, dass es auch dir noch gefällt.
Es freut mich, dass du dir Karm jetzt noch besser vorstellen kannst und dass ich das alles offenbar schön plastisch hingekriegt habe, so dass man es sich gut vorstellen kann.  
   Tis-Anariel  -  06.07.12 22:54

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  Der Albaelih scheint immer mehr zu erkennen welche neuen Freunde er da gefunden hat. Sehr schön plastisch ist alles beschrieben. Auch Karms Aussehen kann man sich immer besser vorstellen und auch mit Edendar mitempfinden, dass er sich zunächst inmitten dieser ungewöhnlichen Wesen ein wenig merkwürdig vorkommt.  
   Gerald W.  -  06.07.12 16:44

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  Hallo doska,

es freut mich, dass dir auch dieser Teil gefällt. Vielen Dank für deinen schönen Kommentar.
Edendar versucht natürlich seine neuen Freunde beschützen, gerad weil sie sie so ungewöhnlich sind.
Stimmt, sie verstehen sich gut, schön, dass es mir gelungen ist, dies rüberzubringen. Vor allem mit Schnurr und dem Söldner wird es noch witzige Situationen geben, da er ja die Katze nicht versteht.
Oh ja.....so viele Feinde und die bleiben auch nicht untätig.
Es wird wieder spannender.  
   Tis-Anariel  -  06.07.12 00:27

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  Wunderschön beschrieben wie sich Edendar im Kreise seiner neu gewonnenen und recht ungewöhnlichen Freunde langsam zurecht findet. Die ungewöhnlichen Gaben , die die drei haben, will Edendar wohl nicht so schnell bekannt werden lassen. Karm erkennt außerdem, dass seine kleine Freundin außerdem eine viel größere Gabe hat, als er je gedacht hätte. Ich glaube die vier verstehen sich recht gut, doch es gibt leider auch viele Feinde in reichlicher Zahl. Mal sehen, was noch passieren wird.  
   doska  -  05.07.12 18:13

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Aya" zu "Der kleine Vogel"

finde ich auch echt gut.

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