Romane/Serien · Fantastisches

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 10. März 2012
Bei Webstories eingestellt: 10. März 2012
Anzahl gesehen: 1202
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Bei der Mühle hingegen neigte sich der Tag nun auch seinem Ende zu. Der Sturm gewann wieder an Heftigkeit und brachte noch mehr Schnee. Der Wind pfiff und heulte lautstark um die Gebäude und lies Fensterläden klappern und wirbelte die wenigen losen Gegenstände beinnahe spielerisch durch die Gegend. Karm stand wieder am selben Fenster in der Mühle und starrte noch finsterer in die beginnende Nacht. Bei diesem Sturm brauchten sie sich keine Gedanken machen, das die Dschan sie dieses Nacht heimsuchen würden. Also hatten sie beschlossen nicht wieder unten im Keller zu schlafen, sondern in der Herberge, genauer gesagt im Gemeinschaftsraum, dort wo es die große Feuerstelle gab und genügend Holz zudem. Letzteres hatten sie in einem der anderen Keller gefunden. Durch die Türen, die vom unterirdischen Gang aus in die Keller führten waren nämlich alle unverschlossen. So hatte sich einer davon als Holzkeller entpuppt. Der zweite enthielt nicht nur Gewürze und weitere Vorräte, sondern auch große Truhen voller Kleidung. Letzteres kam Karm zu gute, der sich so vollständig und vor allem warm einkleiden konnte. Aber auch Annabella zog Nutzen daraus, schließlich war sie nicht wirklich für Schneefall ausgerüstet. So jedoch fand sich auch für das Mädchen die passende Kleidung für dieses unwirtliche Wetter. Ein zwei Dinge mussten zwar gekürzt erden, aber das war nun wirklich nicht schlimm.

Karm hingegen bewegte sich unbehaglich. Das Gefühl von Kleidung war ihm doch noch etwas fremd, insbesondere von so viel Kleidung, wie er sie jetzt trug. Hoffentlich gewöhnte er sich bald daran.

Zum ersten mal seit langem war er über eine bestimmte Tradition seines Volkes froh. Denn die Wandelwölfe bestanden darauf, das jeder ihrer Art, sobald er der Wandlung sicher fähig war, mindestens zweimal im Jahr für mehrere Tage die zweibeinige Gestalt annahm und so auch lernte, was es mit Kleidung auf sich hatte und wie man sie anlegte.

Ein tiefes Seufzen fand den Weg über seine Lippen.

Aber wenigstens funktionierte der Plan mit dem Boot vermutlich. Zumindest ließ sich laut Annabella der Fluss noch bis zu einer kleine Verwerfung befahren. Dort fiel das Gewässer in einem kleine Wasserfall über eine kleine, nur etwa zehn Schritt hohe Bruchkante. Die kleine Siedlung dort hieß Kleinfall und lag von der Mühle etwa so weit entfernt , wie diese von Blaustein.
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Das hieß, dass die drei das Örtchen eigentlich innerhalb eines Tages erreichen könnten.



Annabella machte es sich gerade vor der großen Feuerstelle im Gemeinschaftsraum der Herberge gemütlich. Sie und Karm hatten hier einige der Strohsäcke, die hier als Matratzen dienten, aus den Betten geholt. Damit und mit einigen Decken hatten sie sich ein warmes Nest vor dem Kamin gebaut, so würden sie es diese Nacht wirklich warm und bequem haben. Zudem hatte sie sich einige der Gewürze, Salz und noch einen weiteren Tiegel mit Heilsalbe eingesteckt. Da Karm nun doch länger die zweibeinige Gestalt behalten wollte, würde er nun den Großteil ihres Gepäcks tragen. Sie hatten lange gesucht und dann tatsächlich einen Rucksack für diesen Zweck finden können. Außerdem konnten sie so ihre Vorräte aufstocken und hatten so viele haltbare Lebensmittel eingepackt, wie es ging. Aber es gab auch noch eher verderbliche Lebensmittel wie Eier, Gemüse und sogar einige Scheiben Fleisch, die noch gut waren. Mit Annabellas Hilfe hatte Karm aus Gemüse, Wurzelknollen und Fleisch eine Art Eintopf fabriziert, der nun in einem Kessel an einem Hacken über dem Feuer vor sich hin köchelte und einen guten Duft verbreitete. Einen Teil der Eier hatten sie hartgekocht, so würden sie noch etwas länger halten. Die restlichen Eier jedoch würden sie mit Kräutern zu Rührei verarbeiten. Die Pfanne dafür lag schon neben dem Feuer.

Annabella überraschte es, dass Karm offenbar einfache Gerichte kochen konnte. Als sie Karm deswegen fragte, lächelte der Wandelwolf nur und erzählte ihr von einigen Traditionen seines Volkes. Unter anderem auch, dass jeder Wolf, der die Wandlung sicher beherrschte mindesten zweimal im Jahr für einige Tage die zweibeinige Gestalt annahm. So lernten sie was es mit Kleidung auf sich hatte, warum sie notwenig war und wie man sie anlegte. Zudem lernten sie, wie man Feuer machte, mit Messern umging und einfache Mahlzeiten kochte. Außerdem lernten sie die Allgemeinsprache und wie man sich einigermaßen menschlich verhielt.

Nachdem sich das Kind dieses durch den Kopf gehen ließ, erkannte das schlaue Mädchen wie sinnvoll das war. Schließlich hatten die Wandelwölfe ja zwei Gestalten, auch wenn sie offenbar lieber auf vier Beinen durch ihr Leben wanderten.
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Aber es war sicher klug, wenn sie all die Dinge lernten um auch in ihrer zweibeinigen Gestalt zu bestehen.

Als hätten ihn ihre Gedanken herbeigerufen erschien Karm gerade in der Herberge und Annabella lächelte bei seinem Anblick unwillkürlich. Offenbar fühlte sich der Mann noch etwas unwohl in seiner Kleidung, aber er sah toll aus, fand das Kind. Fast wie ein Waldläufer, so einem hatte bestimmt auch die Kleidung einmal gehört. Er trug nun dicke, dunkelbraune Hosen, ein kurzärmliges Unterhemd und ein warmes, langärmliges Hemd in beige darüber. Dazu kam noch eine wollene Übertunika in dunkelgrün und eine Lammfellweste. Außerdem hatte er nun Kniestrümpfe und feste, dunkelbraune Stiefel an den Füßen. Sie hatten auch einen wollenen Kapuzenumhang gefunden, der lang genug für Karm war und den der Wandler unter dem Umhang, der einst Annabellas Vater gehörte, tragen konnte. Zudem hatten sie Handschuhe für den Mann gefunden. Hier im Bergland war das für den Winter eine ganz normale Aufmachung und auch Annabella hatte nun eine Wolltunika, die ihr allerdings ein wenig zu groß war und von daher dem Mädchen fast bis zu den Knien reichte. Außerdem hatten sie auch für das Kind eine Lammfellweste entdeckt, die ihr sogar passte und einen wollenen Unterumhang, den sie allerdings etwas kürzen mussten. Eine Wollmütze und dicke Handschuhe komplettierten ihre Aufmachung. Das Kind lächelte leicht. Die Truhe in dem einen Keller war ein wahrer Glückgriff gewesen. Offenbar hatten sich hier die Frauen etwas dazuverdient, indem sie Kleidung flickten oder ganz umnähten. Zumindest dachte das Annabella und die gefundenen Nähutensilien, die sie zudem bei der Truhe entdeckt hatte, sprachen auch dafür. Das Mädchen, praktisch veranlagt wie es war, hatte sogleich einige dieser Werkzeuge ihren eigenen hinzugefügt.

“Und du bist dir wirklich sicher, ” fragte das Kind Karm, “dass heute Nacht keine dieser Dschan hier herkommen?” Sie klang ängstlich.

Der Wandelwolf nickte und schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln.

“Ich bin mir ganz sicher. Bei so einem heftigen Wind können diese Kreaturen nicht fliegen. Sie zerfasern wie Nebel und haben echte Schwierigkeiten sich zusammenzuhalten.
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Zumindest wurde mir das so beigebracht. Und wenn man sich ihr Erscheinungsbild und ihre Körper so ansieht, ist das eigentlich nur logisch.”

Er lächelte leicht, als das Kind erleichtert aufseufzte und überwand die letzen Schritte zum Feuer, wo er mit einem Lappen den Deckel vom Eintopf hob, diesen umrührte und dann zufrieden brummend den Deckel wieder auflegte.

“Das sieht fertig aus. ”

Zwei Stunden später machten es sich die drei vor dem warmen Kamin gemütlich.. Karm gähnte herzhaft, während Schnurr, die ebenfalls Geschmack an dem eher mildem Eintopf gefunden hatte, glücklich und zufrieden schnurrte. Annabella kuschelte sich wieder an die Seite des Wandlers, der dies mit einem kleinen Lächeln quittierte. Die Kleine wuchs ihm immer mehr an Herz, stellte der Wandelwolf erstaunt fest. Er hoffte aus ganzem Herzen, dass er sie in Sicherheit bringen konnte, oder zumindest zu jemanden, der sie in Sicherheit bringen konnte. Schließlich musste Karm ja eigentlich immer noch seine Mission erfüllen. Ein lautloses Seufzen fand den Weg über seine Lippen.



Zur gleichen Zeit erreichten zwei dutzend Reiter Kliffsteins Tore. Allesamt waren sie in dicke, dunkelgraue Umhänge gewandet. Unter dem grauen Stoff blitzen dunkles Leder und Metall hervor. Jeder Reiter trug neben Schwert auch Pfeile und Bogen bei sich.

“He da,” rief der Torwächter von der Mauer herab, “wer da? Was ist das Begehr?”

Der Anführer der Reiter schlug die Kapuze zurück und blickte zu dem Wächter hinauf. Der Krieger hatte nicht nur rotbraunes, zu Zöpfen geflochtenes Haar enthüllt, sondern auch ein scharfkantiges Gesicht, schmale grüne Augen und lange spitze Ohren. Die Albaelihkrieger aus Rotkliff waren angekommen und das viel früher, als alle angenommen hatten.

Ein schmales Lächeln huschte über das Gesicht des Mannes, als ihm die Überraschung des Torwächters gewahr wurde.

“Edendar Ranadian ist mein Name, ich komme auf Geheiß der Gräfin Rosamunde von Rotkliff. Graf Gunther von Kliffstein hat sie um Hilfe gebeten. Außerdem trage ich eine wichtige Nachricht der Gräfin bei mir.”

Sofort setzen sich die großen Stadttore in Bewegung um die Reiter in die Stadt zu lassen. Gleichzeitig lief ein Bote los, um ihre Ankunft in der Burg zu melden.
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Nur wenig später ritten die Zwölf Ankömmlinge im Hof der Burg ein und wurden dort schon von Gunther und Alaniah erwartet. Elegant sprang Edendar von seinem Pferd und verbeugte sich schwungvoll vor dem Grafen, was dieser mit einem knappen Nicken zur Kenntnis nahm.

“Willkommen in Kliffstein, Edendar Ranadian, wir ich höre habt ihr Kunde von Rotkliff und eine Nachricht von Gräfin Rosamunde?”

“Die habe ich fürwahr, werter Graf und noch mehr. Aber erlaubt mir zuerst eine Unterkunft für meine Krieger zu finden. Dieser Sturm war nicht ohne und wir sind seit vielen Stunden im Sattel.”

Ein Lächeln zuckte um die Lippen des Grafen. Er konnte sich gut vorstellen, dass der Albaelihkrieger mit seinem fasthöfischen Benehmen der Gräfin von Rotkliff gut gefiel.

“Mein Hofmeister wird sich darum kümmern,” erwiderte er, “eure Krieger werden gut versorgt sein. Aber nun kommt herein, ich will wissen welche Kunde ihr bringt.”

Der Krieger verneigte sich noch ein mal , wandte sich mit leisen Worten an seine Leute und folgte dann dem Grafen in die Burg hinein, wo ihm sofort von Bediensteten der nasse Mantel abgenommen wurde. Erst jetzt schenkte Edendar Alaniah, die bisher kühl und wachsam neben ihrem Grafen gestanden hatte, ein Lächeln, welches die Frau auch erwiderte. Der Hofetikette zufolge musste ihre Begrüßung warten, bis der Krieger dem Grafen die Nachricht übergeben und ihm Bericht erstattet hatte. So also folgte der Albaelih dem Grafen schweigend in dessen Schreibstube.

Nur kurze Zeit später saß der Krieger endlich in einem der Sessel und eine Dienerin hatte ihm gewürzten, warmen Wein gebracht, von dem er nun dankbar kleine Schlucke zu sich nahm. Der Graf hingegen las in der Zwischenzeit den Brief, den ihm die Gräfin von Rotkliff mitgegeben hatte. Schließlich legte Gunther das Schriftstück beiseite, nickte langsam und musterte dann den erschöpften Krieger mit einem undeutbaren Blick.

“Also sind es wirklich die Nachttode,” stellte Gunther leise fest, “die uns da heimsuchen und offenbar sind sie wohl sehr hungrig.”

Obwohl es eine Feststellung war nickte Edendar bestätigend.

“Nun,” fuhr er fort, “die Gräfin Rosamunde schreibt zudem, dass ihr Magiermeister über einen Wahrstein Kontakt zum Königshaus hatte und von dort die Order kam, die Städte am kleine Kliff zu evakuieren, sollte die Bedrohung anhalten oder noch zunehmen.
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´Sie schreibt zudem, das der königliche Bote es gerade so eben vor dem Sturm nach Rotkliff geschafft hat. Bei uns hat es der bote wohl nicht mehr geschafft.”

Der Graf sah Edendar aufmerksam an und er Mann nickte erneut.

“Ja,” meinte der Söldner,” ich weiß von dem Boten und auch von der Order. Das ist ein weiterer Grund, weswegen wir noch im Sturm losgeritten sind, damit wir so schnell wie möglich hier ankommen. Die Gräfin von Rotkliff hatte die Sorge, dass womöglich die anderen Boten es nicht mehr in die Städte geschafft haben. Sie hat auch Reiter nach Hochstein geschickt.” Er hielt kurz inne. “Die Gräfin denkt, das Kliffstein wegen der großen Handelsstraße aus Blaustein und den anderen kleineren Ortschaften dort oben, vermutlich den größten Flüchtlingszustrom hat. Wir sollen mit all unseren Kräften helfen und es werden später noch mehr Helfer kommen.”

Aufmerksam betrachtete der Krieger den Grafen, der sehr nachdenklich nickte. Schließlich nickt Gunter erneut und seufzte leise. Wortlos erhob er sich dann, ging zu einer Art Barschrank und entnahm diesem Gläser sowie eine bauchige Flasche, die eine tiefgoldene Flüssigkeit enthielt. Er schenkte Alaniah, Edendar und sich selber ein, ließ sich schwer in seinen Sessel sinken und hob das glas in einem stummen Gruß. Der Söldner inhalierte den vollmundigen Duft des starken Getränks, nahm vorsichtig einen Schluck und schloss genießerisch die Augen. Soroma Galih, so hieß der Schnaps in der Sprache der Albaelih. Das hieß soviel wie Sonnengold und genauso schmeckte die Flüssigkeit. Wie ein flüssiger, goldener, heißer Sommertag und es roch auch ähnlich. Der Krieger nahm noch einen Schluck und seufzte dann leise, als sich die Wärme von seinem Bauch aus im ganzen Körper verbreitete und die Kälte aus seinen Gliedern vertrieb. Erst dnan öffnete er wieder die Augen und lächelte den Grafen freundlich an.

“Vielen Dank, Herr Graf.”

Gunther lächelte nun ebenfalls, dann erhob er sich wieder.

“Nun,” meinte er, “es gibt viel zu tun und viel zu planen. Aber vor morgen Früh werden wir sowieso nicht viel ausrichten.
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Ihr seit sicher erschöpft, Krieger Edendar. So ein ritt durch solch einen Sturm ist , wie ihr schon sagtet nicht ohne. Ihr solltet nach euren Leuten sehen und euch dann ausruhen. Morgen wird ein harter Tage.” Er schenkte dem sich erhebenden Söldner ein freundliches Nicken. Dann wies er auf Alaniah. “Ich denke Alaniah wird euch gerne den Weg zeigen und dafür sorgen, dass ihr noch etwas zu essen bekommt.”

Edendar verbeugte sich tief vor dem Grafen.

“Ihr habt Recht, Graf, in allem. Ich danke euch für eure Gastfreundschaft und werde nun eurem Rat folgen. Gute Nacht Herr Graf.”

“Gute Nacht, Edendar Ranadian, schlaft gut.” Gunther klang beinnahe etwas amüsiert. “Ach ja Alaniah,” er wartete bis er die Aufmerksamkeit der Frau hatte, “wenn du Walter irgendwo siehst, dann sag ihm bitte, dass ich ihn heute noch sprechen möchte.”

Die Albaelih verbeugte sich nun ebenfalls leicht.

“Wie ihr wünscht, Graf Gunther.”

Mit diesen Worten machten sich die beiden Krieger davon. Gunther jedoch blickte ihnen lächelnd hinterher. Sicher hatten sich die beiden einen Menge zu erzählen. Er schlenderte langsam zum Fenster und spähte in den mittlerweile dunklen Abend hinaus. Dann kehrte er wieder zu seinem Schreibtisch zurück, ließ sich in seinem Sessel nieder, nahm noch einen großen Schluck von seinem Getränk und nahm seufzend den Brief der Gräfin von Rotkliff wieder zur Hand. Ein schweres Seufzen fand den Weg über seine Lippen.



Alaniah freute sich Edendar zu sehen und zeigte das auch bedenkenlos. Die beiden waren schon seit langem befreundet. Kaum hatten die beiden das Zimmer verlassen, wandte sich der Söldner mit einem Lächeln der Frau zu und musterte sie eingehend.

“Du siehst gut aus, Alaniah,” bemerkte er, “es geht dir wohl sehr gut hier?”

Die Albaelihkriegerin lächelte zurück und nahm nun ihrerseits ihr gegenüber in Augenschein. Und da gab es einiges zu sehen, denn Edendar sah selbst für die Albaelih verflucht gut aus. Scharfe, fein geschnittene Gesichtzüge, ein eigenwilliges Kinn, grasgrüne Augen, sehr lange Ohren und dazu dieses rostrote, dichte und zu vielen Zöpfen geflochtene Haar. Er hatte die Eigenart in diese Zöpfe kleine Knochen hineinzuflechten, angeblich waren auch welche seiner Feinde darunter.
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Alaniah wusste, das dies kein Gerücht war. Zudem war der Mann nicht nur schlank , sonder auch groß. Er überragte Alaniah um mehr als einen halben Kopf. Der Mann hatte außerdem einen manchmal etwas schwarzen sinn für Humor, kämpfte gerne, feierte gerne und hatte im allgemeinen einfach gerne Spaß. Das alles zusammen ergab eine exotischgefährliche Mischung, der nicht nur Menschenfrauen erlagen. Alaniahs Lächeln wurde breiter.

“Mir geht es wirklich gut,” antwortete sie endlich, “ich fühl mich hier sehr wohl. Du siehst aber auch nicht schlecht aus, Edendar. Die Gräfin von Rotkliff scheint dich ja sehr zu mögen?”

Der Mann lachte laut.

“Nicht so wie du jetzt denkst,” kicherte er, “aber ja sie mag mich. Sie schätzt meine Fähigkeiten und meine Talente als Krieger und Anführer.”

Er schenkte ihr ein breites Lächeln.

“Na komm,” meinte Alaniah, “wir finden heraus, wo deine Männer abgeblieben sind und dann suchen wir dir erst mal was zu essen und dann eine Platz zum schlafen, in Ordnung?”

“Dem, meine liebe Alaniah, stimme ich voll zu.”

Grinsen folgte er der Kriegerin.

Nur wenig später hatte sich der Söldner davon überzeugt das seine Männer und deren Pferde gut untergebracht und versorgt waren. Nun Saß er im großen Speisesaal, wo auch einige wachhabende Soldaten, sowie seine Männer aßen und hatte einen dampfenden Teller vor sich. Er aß mit großen Appetit, auch wenn das Fleisch schon ein wenig zu weich war und das Gemüse und die Kartoffeln ein wenig verkocht waren. Aber schließlich war es spät in der Nacht und das essen wurde schon seit Stunden warmgehalten. Er hätte auch eine kalte Mahlzeit aus Brot, Schinken, Käse und hartgekochten Eiern haben können, aber der Krieger wollte nach diesem Höllenritt durch den diesen Schneesturm etwas warmes im Bauch haben.

Während er aß, lauschte er Alaniah, die ihm erzählte, wie es ihr hier ergangen war und welche kleineren und größeren Abenteuer sie mit Gunther erlebt hatte. Es kam ganz schön was zusammen, aber schließlich hatten sich die beiden Albaelih das letzte Mal vor sieben Jahren getroffen. Hin und wieder stellte er eine kleine Zwischenfrage, die ihm die Kriegerin gerne beantwortete.
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Oft musste er lächeln und einmal verschluckte er sich beinahe, als er lauthals losprustete.

Er genoss es sehr, mit Alaniah zusammen Zeit zu verbringen. Sie war älter als er, aber das sah und merkte man der Frau nicht an. Tatsächlich war die Kriegerin hochgeachtet in den Reihen der Albaelih, aber das wussten die wenigsten Menschen. Vermutlich wusste nicht einmal Gunther, das die Frau der er immer wieder sein Leben anvertraute, eine hohe Schwertmeisterin und eine Wissenshüterin war. Erneut lächelte der Krieger. Ihm war klar, dass sobald seine Malzeit beendet war, er erzählen musste, was ihm in den letzten Jahren so alles widerfahren war.
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Punktestand der Geschichte:   75
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Kommentare zur Story:

  Huhu Ingrid,
es freut mich, das es dir noch immer gefällt.Ja manch männlicher Mensch kriegt das wohl nicht so wirklich hin ;-), aber Karm ist eben vielseitig.
Oh ja Edendar, der hats in sich,is tso eine figut, die sich einfach reingedrängelt hat und die gehören oft zu den besten. Ich hab so einiges vor mit ihm.

Hallo Gerald,
wie schön, das du auch an dieser Fortsetzung gefallen findest.
Hmm....das annabella Karm als Zweibeiner lieber ist, ist wohl war, zumindest am Anfang. Schleißlich wurde sie ja als Mensch geboren. Aber ich hab noch so einges mit ihnen vor.
Mit deiner Vermutung, dass die drei Freunde bald auf die Albaelih treffen, liegst du richtig, vielelicht sogar schon im nächsten Teil....  
   Tis-Anariel  -  15.03.12 04:52

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  Der Wandelwolf und das Kind verstehen sich ganz ausgezeichnet. Die Kleine mag ihn als Mensch vielleicht doch ein bisschen mehr als als Wolf. Mindestens zweimal im Jahr musste Karm also das Menschsein für einige Tage trainieren. Vielleicht kriegt er ja doch Lust eines Tages für immer ein Mensch zu sein? Ich denke mal, dass die beiden bald Unterstützung in Form von der schönen Alaniah und dem Krieger Edendar bekommen werden. Freue mich auf den nächsten Teil.  
   Gerald W.  -  14.03.12 22:14

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  ich kann mir karm gut vorstellen, er ist bestimmt sehr attraktiv und dass er kochen kann, find ich toll, manche menschlichen brüder können das überhaupt nicht... ;-)
aber auch der krieger edendar hinterlässt einen bleibenden eindruck, sinn für schwarzen humor, na ja, die knochen im haar sind geschmacksache.
bin gespannt, wie’s weitergeht.  
   Ingrid Alias I  -  14.03.12 07:32

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  Hallo Petra,

freut mich sehr, das auch du Gefallen an der Fortsetzung findest.
Ja so wirklich wohl fühlt er sich eben nicht auf zwei Beinen und Annabella ist ja in dieser eher Lebensunfreundlichen Gegend großgeworden, außerdem ist sie ja was besonderes.Ich hoffe, ich lasse sie nicht stellenweise zu erwachsen wirken, ich habe nämlich wenig Erfahrung mit Kindlichen Helden.
Hmm.. "Alaniah" heißt die Dame übrigens, "Albaelih" ist die Rasse.  
   Tis-Anariel  -  12.03.12 23:42

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  Karm findet sich zwar in seiner Menschengestalt zurecht, aber ich glaube er lebt lieber als Wolf. Er ergänzt sich sehr mit Annabella, die sich aber auch gut in dieser lebensbedrohlichen Welt zurecht findet. Noch können ihnen die Dschan nichts anhaben. Die Kriegerin Albaelih gefällt mir. Graf Gunther wirkt klug und ruhig und Edendar Ranadian scheint ebenfalls ein toller Typ zu sein. Alles gute Kämpfer gegen die gefährlichen Dschan. Bin gespannt wie es weitergeht.  
   Petra  -  12.03.12 21:52

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  Hallo Doska,
freut mich,dass es dir immer noch gefällt.
Ja so langsam erfährt man immer mehr über meine Gestalten.
Stimmt Alaniah hat so einige Geheimnisse, die sich auch so langsam enthüllen werden.
Bald werden sich alle meien Helden zusammenfinden.
Nun ja und mit Edendar hab ich auch noch so einiges vor. Da dürft ihr mal wieder gespannt sein.  
   Tis-Anariel  -  11.03.12 16:12

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  Nun erfährt man immer mehr, auch von deinen anderen Helden. Albaelih scheint eine geheimnisvolle Kriegerin zu sein. In ihr hat Graf Gunther bestimmt jemanden gefunden auf den er sich voll und ganz verlassen kann. Aber auch Edendar Ranadian scheint genau zu wissen auf welcher Seite er zu stehen hat. Ich bin gespannt wie und wann der Graf und Albaelih auf Karm und seine kleine Freundin treffen werden.  
   doska  -  11.03.12 13:50

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