Romane/Serien · Fantastisches · Herbst/Halloween

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2011
Bei Webstories eingestellt: 26. Oktober 2011
Anzahl gesehen: 1229
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Die Straße nach Kliffstein



Kurz nach Mittag rasteten Karm, Annabella und die Katze Schnurr das erste mal. Blaustein hatten sie schon vor einigen Stunden hinter sich gelassen. Sie folgten einfach der Hauptstraße und verließen die Stadt durch das große Haupttor und folgten nun der Straße nach Kliffstein, der nächsten Stadt am Sarath. Während sie der breiten Schotterstraße folgten, wurde immer klarer, dass es wohl tatsächlich Menschen aus Blaustein heraus geschafft hatten. Überall am Wegrand fanden sich menschliche Hinterlassenschaften, zum Großteil waren das Gegenstände und Kleidungstücke, die wohl entweder zu schwer oder zu hinderlich gewesen waren.

Nahe der Stadt jedoch fanden sich auch einige mumifizierte Leichen und machten klar, dass die Dschan die Menschen nicht so einfach hatten gehen lassen. Karm und Schnurr hatten zwar die meisten dieser Leichen, die sie fanden, vor Annabella verheimlicht, aber vor denen direkt am Straßenrand konnte sie das Mädchen nicht bewahren. Das Kind jedoch stellte sich als sehr zäh heraus. Klar war Annabella von den ersten Mumien sehr geschockt, doch irgendwann taten sie ihr einfach nur noch leid. Tapfer marschierte sie hinter dem Wolf und der Katze her und verdrängte die Toten aus ihren Gedanken.

Kurz nach Blaustein begann die Straße dem Lauf des Sarath zu folgen und schlängelte sich bald schon am linken Ufer des Flusses durch die Landschaft.

Als wolle das Wetter die dunkle Bedrohung durch die Dschan Lügen strafen, hatte es sich dazu entschlossen aus diesem Tag einen so herrlichen, warmen Herbsttag zu machen, dass man meinen könnte, es wäre noch immer Sommer. Die Sonne schien richtig warm von einem strahlendblauen Himmel herunter und nur das fehlen der Schwalben und das sich färbende Laub machten klar, das es eben doch schon Herbst war.

Annabella, der so langsam richtig warm wurde, hatte mittlerweile ihr warmes Hemd ausgezogen und trug nun das kurzärmlige, leichtere Hemd , das sie im Rucksack hatte. Karm hingegen überlegte, ob er nicht kurz in den Sarath springen sollte um sich so Abkühlung zu verschaffen. Einzig der Katze Schnurr schien die Mittagshitze wenig auszumachen. Mit gerade aufgestellten Schwanz trippelte sie vor dem Wolf und dem Mädchen her.

Kurz nach Mittag erreichten dann die drei endlich den ersten Rastpunkt.
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Es gab entlang der Straße mehrere solcher Lagerstellen für Reisende und Soldaten. Sie waren schlicht und meist sehr ähnlich aufgebaut. Es gab da eine große und eine kleine Feuerstelle, sowie eine freie Fläche für Zelte. Normalerweise war immer eine Quelle oder ein Brunnen in der Nähe und bei manchen dieser Plätze gab es sogar eine einfache Hütte oder Scheune zum unterstellen bei Regen oder andrem unerfreulichen Witterungsverhältnissen. An allen größeren Handelsstraßen gab es diese Lagerstellen und so eben auch an der Straße, die von Blaustein nach Kliffstein führte.

Während Annabella ein wenig von ihrem Proviant verzehrte und Schnurr daran teilhaben lies, schaute sich Karm aufmerksam um. Das Mädchen musterte ihn aufmerksam.

“Hast du keinen Hunger, Karm?” Sie klang neugierig.

“Ich bin ein Wolf,” erklärte er dem Mädchen, “und wie ein solcher komme ich einige Zeit auch ohne Nahrung aus. Vor allem wenn ich soviel wie letzte Nacht gefressen habe.”

Er lachte leise und zwinkerte Anabella zu, die ihm prompt ein Lächeln schenkte. Tatsächlich hatte der Wolf den Schinken, außer die Teile die Annabella abgeschnitten hatte, bis auf den Knochen aufgefressen. Das hieß, er hatte einen vollen Magen und die langsamere Gangart im Moment kam ihm von daher gelegen. Das hieß aber auch, dass es wirklich einige Zeit dauern würde, bevor er wieder wirklich Hunger bekam.

Nur wenig später brachen die drei wieder auf, da sich nicht nur Karm, sonder auch Schnurr um einen passenden Unterschlupf für die Nacht sorgte. Annabella, die Karms Sorge zu spüren schien fragte schließlich den Wolf, warum er so seltsam sei.

“Nun ich mache mir Sorgen,” antwortete Karm, “wir brauchen einen Unterschlupf für die Nacht, der möglichst unterirdisch gelegen sein sollte.”

Er blickte das Mädchen besorgt an, beschloss dann aber, dass er ehrlich zu der Kleinen sein sollte.

“Ich glaube,” fuhr er schließlich fort, “das die Dschan gestern unseren Geruch aufgenommen haben und um ganz ehrlich zu sein, macht mir das gehörig Angst.”

Ziu seinem erstaunen nickte Annabella verständig.

“Mir auch!” Ihre Stimme klang dünn und klein.

“Aber,” meinte sie “ich weiß vielleicht, wo wir die Nacht verbringen können.
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Daraufhin wandte sich nicht nur der Wolf erstaunt dem Mädchen zu, sondern auch Schnurr. Annabella grinste die beiden Tiere breit an und winkte dann den Sarath hinunter.

“Ein gutes Stück weiter flussabwärts,” erklärte sie, “gibt es eine große Wassermühle. Mein Papa hat mich und meine Brüder immer wieder einmal dahin mitgenommen. Er hat da Energiekristalle und Leuchtsteine oft gegen Mehl getauscht, oder bei den großen Maschinen nach dem Rechten gesehen. Ich fand das immer ganz toll.”

Das Mädchen lächelte etwas traurig bei der Erinnerung. Fuhr dann aber fort.

“Weil alle Bauern aus der Umgebung dort ihr Korn mahlen lassen, hat die Mühle ein Stückchen vom Fluss entfernt große Lager und Kellergewölbe. Und zu essen finden wir auch etwas, weil da auch eine Herberge und eine Schenke steht.”

Erfreut schenkte Karm dem Kind ein breites Wolfslächeln. Klug war sie schon und dabei dachte sie auch noch mit. Mit einem Seitenblick auf die Katze stellte der Wolf fest, das auch Schnurr erfreut wirkte.

“Nun denn,” meinte Karm mit neuem Elan, “dann lasst uns bald wieder aufbrechen, damit wir diese Mühle erreichen bevor es dunkel wird.”

“Gut,” gab Schnurr ihren Senf dazu, “aber wir müssen uns noch etwas einfallen lassen wegen unserer Fährte. Ich glaube nämlich, dass die Nachttode uns nicht so einfach davonkommen lassen.” Sie sah den Wolf aufmerksam an. “Also, wie verwischen wir unsere Spur?”

Karm seufzte.

“Wenn ich jetzt alleine wäre,” meinte er, “dann würde ich nun ein ganzes Stück im Fluss zurücklegen, da das Wasser den Geruch fort trägt. Aber ich denke nicht, dass du gerne durchs Wasser läufst.” Er grinste die Katze frech an, fuhr jedoch dann ernst fort. “Und Annabella kann das auch nicht. Es ist zu kalt für sie um barfuss zu gehen und nasse Stiefel kann sie sich wirklich nicht leisten.”

Nun blickte der Wolf zu dem Mädchen, das zustimmend nickte. Doch dann sah das Kind plötzlich sehr nachdenklich aus. Es musterte den Wolf mit schräg gelegten Kopf.

“Sag mal Karm,” fragte sie, “würde das nicht auch klappen wenn wir ein Stück des Wegs auf dem Wasser zurücklegen?”

“Wie meinst du das?” Schnurr klang neugierig und Annabella lächelte die Katze an.
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“Na ja,” meinte das Mädchen, “als mein Papa meine Brüder und mich mit zur Mühle genommen hat, da sind wir kurz nach einer Fuhrt auf eines der großen Flosse gestiegen und darauf bis zur Mühle gefahren. Ich fand das sehr schön. Aber ich hab da nicht nur die großen Flosse gesehen, sondern auch kleinere Boote und so eines könnten wird doch benutzen, oder?”

Karm blinzelte zuerst das Mädchen verblüfft an, dann jedoch breitete sich ein breites Wolfsgrinsen auf seinem Gesicht aus.

“Annabella, du bist genial!”



Eine gute Stunde später erreichten die drei die große Fuhrt über den Sarath und nur wenig später die Anlegestellen der Floße und Boote, in deren Nähe sich einige einfache Hütten befanden. Vermutlich die Unterkunft der Menschen, die hier arbeiteten.

Die drei jedoch ließen die Hütten links liegen und begaben sich sofort zu den Anlegestegen, die weit in den Sarath hineinragten. Dort jedoch angekommen offenbarte sich ein neues Problem für die drei, denn nur ein Boot lag dort noch vor Anker und letzteres war leider keines der ganz kleinen, sondern ein etwas Größeres. Damit jedoch war es so schwer, dass Annabella es unmöglich steuern würde können. Dafür fehlte ihr schlicht die Kraft.

“Das ist zu groß!” Schnurr stelle dies ganz sachlich fest. “Wie soll das Annabella steuern?”

Sie blickte den Wolf fragend an und auch das Gesicht des Mädchens zeigte, wie ratlos die Kleine nun war. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass fast alle Boote fort sein würden.

Karm seufzte. Der Wolf wusste genau, was es nun zu tun galt, auch wenn ihm das gar nicht gefiel. Annabella mochte ja nicht die Kraft haben um das Boot zu steuern, er jedoch schon. Aber dafür brauchte er zwei Hände und das hieß, dass er sich nun doch der Wandlung unterziehen musste. Er sah auch keine andere Möglichkeit um ihrer aller Fährten wirkungsvoll zu verwischen. Doch das mussten sie, wollten sie nicht in dieser Nacht schon wieder von den Dschan bedrängt werden. Der Wolf fragte sich sowieso warum diese schattenhafte Kreaturen solch ein Interesse an dem Mädchen, der Katze und ihm hatten.
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Ein weiteres Seufzen dehnte den mächtigen Brustkorb des Wolfes.

“Du hast Recht, Schnurr,” meinte er leise, “Annabella kann diesen Kahn keinesfalls steuern, dafür fehlt ihr die Kraft.” Er lächelte dem Kind zu . “Aber ich habe die Kraft,” fuhr er fort”, ich brauche nur Hände dafür.”

Es dauerte einige Augenblicke bis Schnurr und dann auch Annabella begriffen, was Karm da andeutete. Annabella machte große Augen und die Katze blickte verwundert drein.

“Du willst dir wirklich eine Wandlung antun?” Schnurr klang so erstaunt, wie sie aussah.

Karm seufzte erneut.

“Naja,” antwortet er, “es gibt schlimmeres, als Vierundzwanzig Stunden auf zwei Beinen herumzulaufen.” Er lächelte etwas. “Außerdem schont das auch meinen Vorderlauf.” Er schüttelte die Pfote, in die er sich den Dorn getreten hatte. “Aber wisst ihr was? Ich denke ich brauch dann Kleidung, denn nackt möchte ich auch nicht herumlaufen. Das wäre dann doch etwas sehr kühl.”

Er sah Annabella an, die bisher noch gar nichts gesagt hatte, sie wirkte immer noch verblüfft. Endlich sah sie ihn an.

“In den Hütten da vorne,” sie zeigte auf die Gebäude in der Nähe, “wohnen die Männer, die die Floße steuern, glaube ich. Da gibt es sicher passende Kleidung für dich.” Das Kind biss sich auf die Lippe. Sie wirkte irgendwie ein wenig verzagt auf den Wolf.

“Willst du das wirklich machen? Tut dir das denn nicht weh?” Das Mädchen wirkte besorgt.

Karm musste ganz unvermittelt lächeln.

“Nein,” antwortet er, “es tut nicht weh. Es fühlt sich seltsam und beunruhigend an und ich mache dabei sicher seltsame Geräusche, aber weh tut es nicht.”

Das Kind atmete erleichtert auf und der Wolf wandte sich den Hütten zu. Kind und Katze folgten ihn nach kurzem Zögern.

Nur wenig später erkannten die drei, dass die Menschen, die hier gelebt hatten, wohl mehr Zeit für eine Flucht hatten. Die leeren Speisekammern, Küchen und Kleiderschränke zeigten dies ganz deutlich. Schließlich jedoch wurden sie dann doch fündig. Auch wenn die Hose und das schlichte Hemd fadenscheinig und stellenweise etwas zerschlissen wirkte, würde es dennoch seinen Dienst tun.
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Trotzdem würde Karm sicher früher oder später darin frieren. Leider fanden sie nicht einmal Schuhe. Doch er Wolf nahm es nicht schwer.

“Ach,” meinte er auf die besorgten Bemerkungen seiner zwei Freundinnen, “es sind doch nur Vierundzwanzig Stunden. Das werde ich schon überleben.”

Er schenkte den beiden ein aufmunterndes Grinsen und scheuchte dann Kind sowie Katze aus der kleinen Hütte hinaus. Er wollte nicht, das Annabella die Wandlung direkt miterlebte. Auch wenn sie ihm nicht weh tat, so wusste der Wolf, dass er dabei seltsame Geräusche von sich gab und das es wohl beunruhigend anzusehen war. Er wollte das dem Kind nicht zumuten.

Annabella zögerte erneut, verlies dann aber doch die Hütte und zog schweren Herzens die Tür hinter sich zu. Sie sorgte sich um Karm und hatte Angst, dass dem Wandelwolf während seiner Wandlung etwas passieren könnte. Besorgt blickte sie zu Schnurr und die Katze kam prompt zu ihr zurück und strich ihr tröstend um die Beine.

“Es wird schon gut gehen, ” meinte das Tier, “mach dir keine Sorgen Annabella, schließlich macht er das nicht zum ersten Mal.”

Annabella seufzte leise, beugte sich dann aber hinab und strich der Katze sanft über den Rücken. Sie richtet sich aber sofort wieder auf und lauscht beklommen, als aus der Hütte seltsames Stöhnen und Knurren zu hören war. Sie machte sich eben Sorgen um ihren neuen Freund.

In der Hütte hingegen wand sich Karm in der Wandlung. Er hatte nicht gelogen, es tat wirklich nicht weh, auch wenn das wohl bestimmt nicht so aussah. Aber angenehm war es auch nicht. Es fühlte sich fast so an, als würde er sich auflösen ohne, dass sein Körper dabei an Substanz verlor. Er wurde nur irgendwie weich, formbar wie Brei. Am schlimmsten war es, wenn sich die Knochen neu ordneten und sich dabei unter der Haut bewegten. Krämpfe schüttelten ihn, ohne das er dabei Schmerzen empfand, doch trotzdem entrang sich seiner verändernden Kehle ein tiefes Stöhnen und Knurren.

Es dauerte vielleicht nur zwei oder drei Minuten, fühlte sich aber wesentlich länger für ihn an. Schließlich verebbten die letzten Krämpfe und sein Körper kam wieder zur Ruhe. Schwer atmend blieb er noch einige Augenblicke auf der Seite liegen und wartete darauf, das sich seine Wahrnehmung wieder vernormalisierte.
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Ein Schauer lief ihm über die Haut und ein Zittern begann ihn zu schütteln, denn nun, ohne seinen wärmenden Pelz, spürte Karm die kalte Luft nur zu deutlich.

Endlich kam er wieder soweit zu sich um erst die Augen zu öffnen und sich dann ganz langsam auf die Knie zu mühen. Weitere lange Momente benötigte er, um sich an die nun aufrechte Haltung zu gewöhnen, dann erhob er sich wacklig auf die Beine, taumelte und fing sich wieder. Schließlich schaffte er es stehen zu bleiben und nach einigen Minuten gelang es ihm ungeschickt in die dürftige Kleidung zu schlüpfen. Noch immer spürte er die Kälte sehr deutlich und tröstet sich damit, dass es ja nur einen Tag lang so sein würde. Vorsichtig fuhr er sich mit der ungewohnten Hand durch das für ihn fremde Gesicht und durch die überraschend langen Haare auf seinem Kopf. Endlich, nach für ihn lange erscheinenden Minuten war er so sicher auf den Beinen, dass er die Tür der kleinen Hütte öffnen und nach draußen treten konnte.



Annabella, die unruhig vor der Tür gewartet hatte, drehte sich erwartungsvoll um, als sich ebendiese wieder öffnete. Dann jedoch trat sie instinktiv zwei, drei Schritte zurück und musterte staunend den großen, schlanken, durchtrainierten Mann, der da anstatt des Wolfes aus der Hütte gekommen war.

Er hatte überschulterlange, pechschwarze Haare und ein scharf geschnittenes, markantes Gesicht. Ihr fielen sofort die spitz zulaufenden Ohren auf, die aber nicht so lang waren wie die der Albaelih, den stolzen Nachkommen der Hochelfen.

Als er ihr ein schräges Lächeln schenkte, entdeckte das Mädchen , das er scharfe Eckzähne besaß. Sie wich noch eine Winzigkeit zurück und starrte diesen Mann etwas erschrocken an, dann jedoch blickte sie ihm in die Augen und erkannte, das es Karms Augen waren.

“Es ist in Ordnung,” meinte er mit heißerer Stimme, “Annabella, alles in Ordnung. Das bin immer noch ich, Karm.” Er wirkte etwas besorgt.

Annabella hingegen blinzelte erneut verblüfft. Die Stimme erkannte sie sofort wieder, aber es war seltsam zu hören, dass jene nun menschliche Worte formte. Dann jedoch fing sich das Kind wieder und schenkte dem Wandelwolf ein etwas zittriges Lächeln.
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“Du bist ganz schön groß,” stellte sie das erstbeste fest, “ und du hast ja spitze Ohren.”

Karm lächelte erleichtert und nickte.

“’Das ist allen Wandelwesen zu eigen, “ erklärte er leise, “unsere Tiernatur zeigt sich in spitzen Ohren, Eckzähnen und in den Augen, diese ändern sich nämlich kaum.”

Die Stimme des Wandelwolfes war noch immer etwas rau, aber darum machte er sich keine großen Sorgen. Das war normal und würde sich nach einiger Zeit von selber geben. Er reckte sich langsam und bedächtig. Seine Muskeln fühlten sich noch immer etwas steif und wund an, etwa so als hätte er eine lange Jagt hinter sich, aber auch das war normal. Schließlich hatte sein Körper nun einiges hinter sich. Genau das war auch der Grund, weshalb er erst wieder in Vierundzwanzig Stunden eine Rückverwandlung wagen konnte, denn die Wandlungen waren sehr anstrengend und strapazierten den Körper doch gehörig.

Schließlich blickte Karm Annabella wieder an und das Mädchen begriff, dass er ihr Zeit gelassne hatte um sich an den fremden Anblick zu gewöhnen. Diesmal zitterte ihr Lächeln nicht mehr.

Schnurr hingegen war sitzengeblieben und hatte die Szene aufmerksam beobachtet. Nun jedoch erhob sich die Katze langsam, stolzierte zu den verwandelten Wolf und musterte ihn von allen Seiten.

“Nun gut,” stellte sie fest, “so wirst du wohl das boot steuern können.” Sie schenkte Karm einen skeptischen Blick. “Aber eines sag ich dir, als Wolf gefällst du mir besser!”

Karm lachte daraufhin laut und herzlich.

“Ich mir auch, “ stimmte er der Katze zu, “ich mir auch, Schnurr.”
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Punktestand der Geschichte:   68
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Kommentare zur Story:

  Hallo Petra,
es freut mich, dass es auch dir gefällt.
Na klar kann Karm nicht ganz gewöhnlich aussehen, auch wen er jetzt auf zwei beinen daher kommt. ;-)
Liebe Grüße an dich.  
   Tis-Anariel  -  01.11.11 00:11

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Einfach bezaubernd, wie Karm sich in einen Menschen verwandelt. Gut auch, dass er nicht völlig Mensch geworden ist, sondern immer noch etwas ungewöhnlich aussieht.  
   Petra  -  30.10.11 20:48

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  Huhu Doska,
wie schön, dass dir dieser Teil so gut gefällt. Grade die Verwandlung und der umgebende text hat sich sehr gesträubt, um so mehr freut es mich, dass es wohl doch noch schön geworden ist.

Huhu Ingrid,
ja es gibt sicher schlimmeres und natürlich sind vier Beine immer noch besser als zwei ;-)
reut mich, dass es auch dir gefällt.

Herzlichen Dank für eure schnellen Kommentare

Ich sehe grade, dass ich diesen Teil gar nicht in die Herbstrubrik getan habe (vermutlich das Häckchen vergessen)... vieleicht macht das ja noch Tlonk. Ist aber nicht schlimm, wenn nicht.

Liebe Grüße an euch.  
   Tis-Anariel  -  27.10.11 02:36

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  ein breites wolfslächeln, das würde ich auch gerne mal erleben...
gut geschilderte metamorphose (was für ein wort),und es gibt bestimmt schlimmeres, als vierundzwanzig stunden auf zwei beinen herumzulaufen... obwohl vier beine auf jeden fall besser sind. ;-)
schöner teil!  
   Ingrid Alias I  -  26.10.11 17:08

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  Das war ja wirklich toll, wie du die Verwandlung Karms in einen Menschen dargestellt hast. Ich habe buchstäblich alles vor Augen gesehen. Auch ingesamt hat dieses Kapitel eine tolle atmosphärische Dichte. Wunderschön fantastisch und auch gruselig ist alles beschrieben.  
   doska  -  26.10.11 16:28

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